Abfall und Recycling, Waste and Recycling
BRASILIEN – SPARSAME KÜHLSCHRÄNKE (7:09 min): Fernseher und Kühlschrank gehören in fast jeden brasilianischen Haushalt. Wer sich keine neuen Geräte leisten kann, kauft sie gebraucht. So kommt es, dass fast jeder zehnte Kühlschrank in Brasilien älter als 16 Jahre ist. Das sind Millionen von Klimakillern. Denn die alten Geräte werden mit klimaschädlichen Gasen betrieben. Doch wohin damit, wenn die Geräte auf dem Müll landen? In einer Pilotanlage werden die Geräte nun zum ersten Mal vollständig recycelt. Würden alle fachgerecht entsorgt werden, könnten Millionen Tonnen CO² eingespart werden, die sonst in die Atmosphäre entweichen. BRASILIEN – ZUCKERROHR (6:50 min): Brasiliens Zuckerrohr-Industrie boomt, vor allem weil Zuckerrohr für die Produktion von Biokraftstoff genutzt wird. Doch wird ein Großteil der anfallenden pflanzlichen Abfälle verbrannt. Das belastet das Klima. Mit neuer deutsch-brasilianischer Technologie kann aus den Abfällen Kunststoff hergestellt werden. INDIEN – BIOKOHLE (6:46 min): Ein Dünger der besonderen Art soll die indische Landwirtschaft verändern. Im Süden des Landes lernen Bauern, wie aus Ernteabfällen Biokohle hergestellt wird. In den Boden eingearbeitet, erhöht sie die Fruchtbarkeit und hilft, klimaschädliches CO² zu binden. Bei der Biokohleherstellung wird viel weniger CO² frei als beim Verbrennen oder Verrotten der Erntereste. INDIEN – BIOMASSE-BRIKETTS (6:25 min): Lange Zeit wurden in Indien Abfälle aus der Land- und Forstwirtschaft weggeworfen. Allmählich erkennen die Menschen aber das Potential, das in dieser Biomasse steckt. Im Norden des Landes stellen sie aus Abfall Briketts her. Diese können in den örtlichen Ziegeleien statt des herkömmlichen Brennstoffs Kohle verfeuert werden. INDONESIEN – RECYCLING UND KOMPOST AUF BALI (6:55 min): Die indonesische Insel Bali versinkt im Müll. Eine organisierte Abfallentsorgung gibt es nicht. Müllberge verschandeln die Landschaft, sie produzieren klimaschädliches Methangas. Die Bewohner des Dorfes Temesi wollten damit nicht mehr leben. Sie haben deshalb eine Recyclinganlage errichtet und bauen mit ihr Stück für Stück die Müllberge ab. Inzwischen verarbeiten täglich mehr als 100 Menschen 60 Tonnen Müll zu Pflanzenerde. Die Anlage finanziert sich aus dem Verkauf des Komposts und bekommt Geld aus dem Handel mit Emissionszertifikaten. Sie gilt als Vorbild für die gesamte Insel. MEXIKO – KLIMASTIPENDIEN (6:24 min): Damit Klimaschutz erfolgreich sein kann, muss er überall auf der Welt voran gebracht werden. Dazu ist Zusammenarbeit von vielen Seiten notwendig. Die deutsche Alexander-von-Humboldt-Stiftung fördert solche Kooperationen. Sie vergibt Stipendien an Nachwuchsführungskräfte aus Schwellen- und Entwicklungsländern für einen Aufenthalt in Deutschland. Sie sollen in Organisationen und Universitäten forschen, wie ihre Heimatländer den Klimaschutz verbessern können. Eine Stipendiatin ist die junge mexikanische Umweltingenieurin Kristy Peña Muñoz. In ihrem Heimatland wird Klärschlamm oft noch auf Deponien gekippt. Doch sie will aus ihm Energie gewinnen. ÖSTERREICH – ENERGIE AUS SPEISEFETT (4:47 min): Österreich ist Vorreiter in der Nutzung von altem Speiseöl zur Energiegewinnung. Unter dem Motto "Erneuerbare Energie und Treibstoff aus Fett" setzen verschiedene Sammelsysteme darauf, benutztes Frittieröl sinnvoll aufzubereiten. In der Region Tirol wird ein regionales Blockheizkraftwerk mit altem Öl betrieben. Es erzeugt so viel Strom, dass damit der Jahresbedarf von 3500 Einwohnern gedeckt wird. SÜDAFRIKA – KOMPOSTIERUNG (6:17 min): Die Pflanzenreste von Feldern, aus Parks oder Fußballstadien sind in der südafrikanischen Millionenstadt Kapstadt wurden lange Zeit als Müll entsorgt. Dass man mit dem Abfall Geld verdienen kann, hat eine örtliche Firma erkannt. Sie produziert feinsten mikrobiologischen Kompost. Darüber freuen sich Landwirte, die ihre Böden nun kostengünstiger und nachhaltiger düngen können als mit chemischen Mitteln. Auch das Klima profitiert davon. Denn verfaulende Abfälle würden enorme Mengen Methan freisetzen, ein Klimagas, das zwanzigmal schädlicher als CO² ist. TÜRKEI – MÜLL ZU STROM (7:10 min): Müll wird in der Türkei üblicherweise auf Deponien gekippt und liegt dort mehrere Jahrzehnte. Insbesondere bei organischem Müll entstehen große Mengen Methangas, das in die Atmosphäre entweicht und das Klima schädigt. Eine hochmoderne Anlage in Adana im Süden des Landes fängt das Gas auf und erzeugt daraus auf umweltfreundliche Weise Strom. Das schützt das Klima und bringt Einnahmen.
- Anbieter
- Deutsche Welle TV (Köln), eduflat (Hamburg), Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (Berlin)
- Jahr
- 2012
- Dauer
- ca. 65 min f
- Zielgruppe
- A(9-13); SO
- Schlagworte
- Biomasse, Klima, Landwirtschaft, Müll, Müllbeseitigung, Müllverwertung, Recycling, Wirtschaft
Sachgebiete
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