Waldschutz und Forstwirtschaft; Forest Protection and Forestry
BRASILIEN – REGENWALDSCHUTZ (7:05 min): Der tropische Regenwald Brasiliens gilt als die "Lunge der Welt". Doch Rinderfarmen, Sojafelder, Straßenbau und Besiedelung sind für Amazonien eine dauerhafte Bedrohung. Fast die Hälfte der Treibhausgase Brasiliens werden durch Abholzungen verursacht. Deshalb sollen große Teile des Regenwaldes unter Naturschutz gestellt werden. Die Initiative geht von den Bewohnern selbst aus. Sie setzen sich für das Schutzgebiet "Verde para Sempre" („Grün für immer“) ein. COSTA RICA – ÖKOTOURISMUS (6:47 min): Costa Rica hat weit mehr zu bieten als „reiche Küsten“. Hier gibt es Trockenwälder, immerfeuchte Nebelwälder, Mangrovengürtel an den Küsten. Und hier leben auf kleinstem Raum fast fünf Prozent aller weltweit bekannten Arten. Doch paradiesisch sind die Zustände hier nicht. Die Wälder schwinden und mit ihnen der Lebensraum der Arten. Vor einigen Jahrzehnten waren noch 70 Prozent des Landes mit Wald bedeckt, heute sind es nur noch 40 Prozent. Diesem Kahlschlag wollen Umweltschützer nun Einhalt gebieten. Durch Wiederaufforstung steigern sie zudem die Lebensqualität der Bevölkerung. GEORGIEN – NEUER WALD (7:02 min): Der Kaukasus ist reich an Wäldern, Gletschern, Wüsten und Steppen. Mehr als 7000 Tierarten gibt es zwischen dem Schwarzen und dem Kaspischen Meer. Doch die Vielfalt ist bedroht, weil viele Wälder abgeholzt wurden. Auch in Georgien. Dort forsten Umweltorganisationen die Baumbestände wieder auf. Mit dabei sind Schulklassen aus der Region, die so praktischen Umweltschutz lernen. GUATEMALA – REGENWALDSCHUTZ (6:17 min): Der Nationalpark Sierra del Lacandón ist das drittgrößte Schutzgebiet von Guatemala. In 25 Jahren, so eine Studie, könnte die Hälfte seines prachtvollen Baumbestands vernichtet sein – durch landwirtschaftliche Nutzung und illegalen Holzeinschlag. Die Behörden setzen jetzt verstärkt auf eine Zusammenarbeit mit den Bauern. Sie sollen den Wert des Waldes erkennen – auch im eigenen Interesse. Denn in Guatemala ist der Klimawandel eine deutlich spürbare Realität. GUYANA – GRÜNE STRATEGIE (6:41 min): Im südamerikanischen Guyana sind drei Viertel des Staatsgebiets mit Regenwald bedeckt. Dieser Wald soll nach dem Willen der Regierung zum Kapital für das Land werden. Sie möchte ihn nicht abholzen lassen, sondern als Regenwald stehen lassen und sich diesen CO²-Speicher von der internationalen Gemeinschaft bezahlen lassen. INDONESIEN – WALDSCHUTZ (6:42 min): In Indonesien wurde seit Anfang der 1950-er Jahre Wald auf einer Fläche abgeholzt, die doppelt so groß wie Deutschland ist. Im Süden der Insel Sumatra versuchen Umweltschützer, tausende Hektar Wald zu retten. Der Urwald wächst hier auf einer mehrere Meter dicken Torfschicht, die große Mengen Kohlendioxid speichert. Verschwindet der Wald, wird das CO² freigesetzt und belastet das Klima. KENIA – WALDSCHUTZ (6:28 min): Noch um die Jahrtausendwende war der Kasigau-Korridor zwischen den beiden Teilen des größten kenianischen Nationalparks, des Tsavo, kahl geschlagen und ohne Wildtiere. Die Organisation Wildlife Works hat sich des Ökosystems angenommen. Sie pflanzt Bäume und zeigt den Menschen, wie sie nachhaltig mit ihrer Natur umgehen. Heute ziehen wieder Elefantenherden durch den Korridor. Die Arbeit von Wildlife Works schützt aber auch das Klima. In den nächsten drei Jahrzehnten soll jährlich eine Million Tonnen CO² durch den wachsenden Wald gespeichert werden. KOLUMBIEN – BAMBUS (6:45 min): Für Aufforstungsprojekte ist der Riesenbambus besonders geeignet, weil er sehr schnell wächst. Darüber hinaus bindet er viel mehr CO² als andere Waldtypen. In Kolumbien nutzt die deutsch-kolumbianische Organisation "Schule fürs Leben" die Fähigkeiten des Bambus. Sie baut Schulen, Heime und Gemeindezentren und verbindet so Ökologie mit sozialem Engagement. LAOS – WALD-RODUNG (7:02 min): Wälder sind bedeutende Kohlenstoffspeicher. Weltweit werden jährlich etwa 13 Millionen Hektar davon zerstört – mit schwerwiegenden Folgen für das Weltklima. Laos, in Südostasien gelegen, war einst eine Art Schatzkammer der Artenvielfalt. Große Teile des Landes waren mit Wald bedeckt. Doch in den letzten Jahrzehnten ist der Naturwald dramatisch geschrumpft. Waren 1940 noch 70 Prozent des Landes mit Wald bedeckt, sind es heute nur noch etwas mehr als die Hälfte. Eine dramatische Entwicklung, die nun zusammen mit der Bevölkerung gestoppt werden soll. MADAGASKAR – WASSERMANAGEMENT (6:38 min): Madagaskar hat eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Etwa 85 Prozent der Arten gibt es nur hier, auf der viertgrößten Insel der Welt. Doch menschliches Eingreifen und Klimawandel bedrohen diese Vielfalt. Auch im Süden Madagaskars, auf dem Mahafaly-Plateau. Es ist schon jetzt eines der trockensten Gebiete Madagaskars. Damit die Menschen dort trotzdem leben können, hat die Umweltschutzorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) einen Wasser-Management-Plan ausgearbeitet. Er ermöglicht nicht nur Viehzucht und Pflanzenanbau, sondern hilft auch dem Wald und damit dem Klima. PAPUA-NEUGUINEA – WALDSCHUTZ (7:11 min): Über 70 Prozent Papua-Neuguineas sind mit tropischem Regenwald bedeckt. Doch er ist gefährdet, denn im Boden des drittgrößten Inselstaates der Welt schlummern Rohstoffe, die Begehrlichkeiten wecken. Das größte Problem des Landes ist allerdings die schnell wachsende Bevölkerung. Damit steigt der Druck auf die Waldbestände. Immer mehr Fläche wird für den Ackerbau genutzt. Ein Waldschutzprojekt soll ein Bewusstsein für die nachhaltige Bewirtschaftung der Wälder schaffen. Das Schutzgebiet umfasst 76.000 Hektar intakten Baumbestand in einer unwegsamen Region. RUANDA – BERGNEBELWALD (6:23 min): Ruanda gehört zu den am dichtesten besiedelten Ländern Afrikas. Weil die Bevölkerung Brennholz zum Kochen und Heizen braucht, sind die Bergnebelwälder des Landes zunehmend bedroht. Die Rodung der Bäume führt zur Bodenerosion und beeinträchtigt das lokale Klima. Erste Erfolge zeigt ein Konzept, das die Interessen von Mensch und Natur berücksichtigt. RUSSLAND – WALDSCHUTZ (6:36 min): Das Bikin-Tal ist der letzte intakte Urwald im fernen Osten Russlands und Lebensraum für viele bedrohte Tierarten. Als riesiger Kohlenstoff-Speicher trägt der Urwald zum Klimaschutz bei. Doch ist er von Abholzung bedroht. Die indigene Bevölkerung will die Zerstörung aufhalten und hat zusammen mit Umweltschutzorganisationen das Tal gepachtet. RUSSLAND – WALDSCHUTZ KOMI (6:24 min): Die borealen Wälder der russischen Republik Komi sind ein wichtiger Kohlenstoffspeicher und Lebensraum bedeutender Arten. Sie sind vor allem durch Abholzung und Waldbrände bedroht. Seit 1995 sind sie UNESCO-Weltkulturerbe. Inzwischen stehen schon 15 Prozent der Fläche der Republik unter Schutz. Mit internationaler Hilfe soll das bestehende Schutzsystem verbessert und die Bevölkerung für ihre Wälder sensibilisiert werden. SAMBIA - TROCKENWALDSCHUTZ (6:59 min): Im Westen Sambias liegt der Miombo-Trockenwald, ein Waldgebiet, das vom Menschen noch weitgehend unberührt ist. Damit dieses riesige Areal erhalten bleibt, wurde mit deutscher Unterstützung ein Schutzgebiet eingerichtet, das den Wald als CO²-Speicher und Lebensraum für viele bedrohte Tierarten schützen soll. Das Projekt baut Infrastruktur auf, die für den Schutz notwendig ist, und bindet die umliegenden Gemeinden mit ein, damit die Einwohner den Wald nicht abholzen oder darin jagen. SURINAME – ARTENSCHUTZ (7:10 min): Regenwälder gelten als die wichtigsten CO²-Speicher der Erde. Noch gibt es in Südamerika viele intakte Gebiete, doch sie sind bedroht. Das Interesse von Konzernen, wertvolle Bodenschätze zu fördern, ist groß. Das gilt auch für Suriname. Noch immer besteht rund 80 Prozent des Landes aus Regenwald. Ein einzigartiges Ökosystem hat sich hier entwickelt. Ein internationales Forscherteam war drei Wochen unterwegs, um eine Art biologische Inventur zu machen. TANSANIA – AUFFORSTUNG (6:52 min): Jährlich verliert Tansania durch Abholzungen und Brände über 400.000 Hektar Wald. Damit geht ein wichtiger Kohlendioxid-Speicher verloren. Doch nicht nur das Klima wird belastet, sondern auch die Tier- und Pflanzenwelt. Gemeinsam mit der tansanischen Regierung haben die Weltbank und andere internationale Organisationen ein Waldschutzprojekt auf den Weg gebracht, in das auch die Bevölkerung eingebunden werden soll. VIETNAM – KÜSTENSCHUTZ (7:01 min): Der Klimawandel setzt den Mangrovenwäldern vor der vietnamesischen Küste massiv zu. Doch nicht nur dies. Auch die intensive Reisproduktion und gigantische Shrimps-Farmen sorgen dafür, dass die vietnamesischen Küsten nicht mehr ausreichend geschützt sind. Besseres Mangroven-Management kann helfen. Im südlichen Mekong-Delta errichten deshalb Experten Küsten-Schutzzonen. Dort forsten sie Mangroven wieder auf – zusammen mit der Bevölkerung, und schulen diese in Sachen Klimaschutz.
- Anbieter
- Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (Berlin), Deutsche Welle TV (Köln), eduflat (Hamburg)
- Jahr
- 2012
- Dauer
- ca. 122 min f
- Zielgruppe
- A(9-13); SO
- Schlagworte
- Artenschutz, Aufforstung, Forschung, Forstwirtschaft, Klimaveränderung, Regenwald, Tourismus, Umweltschutz, Wald
Sachgebiete
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