Boden und Landwirtschaft; Soil and Agriculture
ÄTHIOPIEN – SAATGUTBANK ERHÄLT BIODIVERSITÄT (5:16 min): Bodenerosion und der Klimawandel haben in Teilen von Äthiopien dazu geführt, dass einige ausgelaugte Ackerflächen immer intensiver genutzt werden müssen. Weiter sinkende Erträge und Ernteausfälle sind die Folge. Doch wie sollen sich Menschen in gefährdeten Regionen in Zukunft ernähren, ohne langfristig auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen zu sein? Initiativen der äthiopischen Regierung und internationaler Hilfsorganisationen setzen auf eine nachhaltige Landwirtschaft als Schlüssel zum Erfolg. ÄTHIOPIEN – WASSER FÜR DIE LANDWIRTSCHAFT (5:16 min): Die Kleinbauern südlich der Sahara müssen sich immer häufiger auf große Dürren und plötzliche Fluten einstellen. Ihre Ernten werden immer häufiger vernichtet. In Äthiopien sind rund 80 Prozent der Bevölkerung betroffen. Wie kann Landwirtschaft auch in trockenen Regionen Früchte tragen? Ein internationales Projekt liefert Know-how und technische Unterstützung, damit äthiopische Kleinbauern ihre Felder nachhaltig bewirtschaften können. Ingenieure bilden Mitarbeiter des Landwirtschaftsministeriums und äthiopische Landwirte aus. Zusammen errichten sie an verschiedenen Standorten kleine Bewässerungsanlagen. BANGLADESH – FLUTPRÄVENTION (6:23 min): Die zwei großen Ströme Südasiens, der Ganges und der Brahmaputra bestimmen das Schicksal Bangladeshs. Sie sind Lebensadern und Quellen der Verwüstung zugleich. Während der Regenzeit überschwemmen sie oft große Teile des Landes, durch den Klimawandel werden Wetterextreme immer häufiger. Ein Pilotprojekt im Norden des Landes stellt sich diesen Herausforderungen. Ein Dorf wurde hier überflutungssicher gebaut. Darüber hinaus erhalten Anwohner durch einfache aber effektive Maßnahmen ein Einkommen in den schwierigen Monaten der Regenzeit. BRASILIEN – REGENWALDSCHUTZ (7:05 min): Der tropische Regenwald Brasiliens gilt als die "Lunge der Welt". Doch Rinderfarmen, Sojafelder, Straßenbau und Besiedelung sind für Amazonien eine dauerhafte Bedrohung. Fast die Hälfte der Treibhausgase Brasiliens werden durch Abholzungen verursacht. Deshalb sollen große Teile des Regenwaldes unter Naturschutz gestellt werden. Die Initiative geht von den Bewohnern selbst aus. Sie setzen sich für das Schutzgebiet "Verde para Sempre" („Grün für immer“) ein. CHILE – ENERGIEEFFIZIENZ WEINANBAU (6:38 min): Aus Frankreich, Italien und Spanien kommen die berühmtesten Weinsorten der Welt. Doch macht ihnen Wein aus Chile ernsthafte Konkurrenz. Das südamerikanische Land ist zum fünftgrößte Weinexporteur weltweit und baut seine Produktion weiter aus. Alternative Energien nutzen Chiles Weinbauern kaum. Zwei Weingüter machen jetzt den Anfang. Gemeinsam mit der deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit haben sie Solaranlagen installiert, alte Dieselmotoren ausgetauscht und das Bewässerungssystem modernisiert. GAMBIA – SOLARPUMPEN (6:29 min): Gambia trifft der Klimawandel besonders hart. Wegen der globalen Erwärmung sinkt der Grundwasserspiegel des afrikanischen Landes. Damit das Wasser nicht mit umweltschädlichen Dieselgeneratoren an die Oberfläche gepumpt werden muss, setzt die Regierung auf Solarpumpen. Hundert dieser Systeme gibt es schon. Mit ihnen werden Tanks befüllt, aus denen sich die Menschen an öffentlichen Hähnen mit Trinkwasser versorgen können. GHANA – AGRARVERSICHERUNGEN (6:52 min): Schwere und lange Dürreperioden haben Westafrika in der jüngsten Geschichte immer wieder heimgesucht. Für Kleinbauern in Ghana bedeuteten sie meist den finanziellen Ruin. Zwar konnten sich die Bauern gegen Ernteausfälle versichern. Doch in der Praxis waren solche Absicherungen meist zu teuer. Das soll sich ändern. Zusammen mit dem nationalen Versicherungsverband bietet die Regierung nun völlig neuartige Versicherungen an. Das Besondere: Sie basieren auf Daten von Wetterstationen. Der entstandene Schaden muss nicht mehr individuell nachgeprüft werden. Die Bauern werden entschädigt, wenn die Wetterdaten zeigen, dass sie unter Extremwetter gelitten haben. Das senkt die Kosten für die Versicherung und macht eine Absicherung für die Bauern erstmals erschwinglich. GUATEMALA – REGENWALDSCHUTZ (6:17 min): Der Nationalpark Sierra del Lacandón ist das drittgrößte Schutzgebiet von Guatemala. In 25 Jahren, so eine Studie, könnte die Hälfte seines prachtvollen Baumbestands vernichtet sein – durch landwirtschaftliche Nutzung und illegalen Holzeinschlag. Die Behörden setzen jetzt verstärkt auf eine Zusammenarbeit mit den Bauern. Sie sollen den Wert des Waldes erkennen – auch im eigenen Interesse. Denn in Guatemala ist der Klimawandel eine deutlich spürbare Realität. INDIEN – BIOKOHLE (6:46 min): Ein Dünger der besonderen Art soll die indische Landwirtschaft verändern. Im Süden des Landes lernen Bauern, wie aus Ernteabfällen Biokohle hergestellt wird. In den Boden eingearbeitet, erhöht sie die Fruchtbarkeit und hilft, klimaschädliches CO² zu binden. Bei der Biokohleherstellung wird viel weniger CO² frei als beim Verbrennen oder Verrotten der Erntereste. INDIEN – REGENWASSER GEGEN DÜRRE (7:05 min): Die Bergquellen im Nordosten Indiens stehen eigentlich unter göttlichem Schutz. Doch der Klimawandel scheint darauf keine Rücksicht zu nehmen. Weil weniger Regen fällt, führen sie oft kaum noch Wasser. Die Abholzung der Wälder verschärft das Problem, denn das wenige kostbare Nass bleibt nicht im Boden, sondern fließt direkt ab. Jetzt kämpfen die Bauern im indischen Bundesstaat Síkkim selbst für ihre Lebensgrundlage. Ihr Ziel: Kein kostbares Wasser darf mehr verloren gehen. JORDANIEN – WASSERPUMPEN (7:09): Die Wasserversorgung ist eines der größten Entwicklungsprobleme Jordaniens. Ein Großteil der Wasserreserven befindet sich im Jordantal, das unter dem Meeresspiegel liegt. Von dort muss das Wasser zu den Verbrauchern befördert werden. Die eingesetzten Pumpen sind häufig veraltet und ihr Energiebedarf ist groß. Die jordanische Wasserbehörde ist deshalb einer der größten Stromverbraucher des Landes. Mit dem Einsatz neuer Pumpen soll der Stromverbrauch deutlich gesenkt werden. MADAGASKAR – WASSERMANAGEMENT (6:38 min): Madagaskar hat eine einzigartige Tier- und Pflanzenwelt. Etwa 85 Prozent der Arten gibt es nur hier, auf der viertgrößten Insel der Welt. Doch menschliches Eingreifen und Klimawandel bedrohen diese Vielfalt. Auch im Süden Madagaskars, auf dem Mahafaly-Plateau. Es ist schon jetzt eines der trockensten Gebiete Madagaskars. Damit die Menschen dort trotzdem leben können, hat die Umweltschutzorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) einen Wasser-Management-Plan ausgearbeitet. Er ermöglicht nicht nur Viehzucht und Pflanzenanbau, sondern hilft auch dem Wald und damit dem Klima. MAROKKO – WÜSTENBEKÄMPFUNG (6:50 min): In Marokko erobert die Wüste Stück für Stück den Ackerboden. Das ist ein großes Problem, weil fast die Hälfte der Bevölkerung von der Landwirtschaft lebt. Um im Kampf gegen die Wüstenbildung zu bestehen, setzen die Bauern auf kleine, wirkungsvolle Projekte, beispielsweise auf die Zucht von Kakteen, die mit wüstenähnlichen Bedingungen gut klarkommen. Sie liefern neue Erzeugnisse wie Kaktuskernöl oder Konfitüre und sichern den Bauern so ein Einkommen. NEPAL – BIOGAS (6:44 min): Um den stark dezimierten Baumbestand zu retten und die Bevölkerung mit Energie zu versorgen, werden in Nepal Biogasanlagen errichtet, die mit Abfällen aus der Nutztierhaltung betrieben werden. 7500 werden es in einem ersten Schritt sein. Mehr als zwei Millionen Anlagen sollen insgesamt entstehen. Besonders geeignet sind sie für Kleinbauern, die mindestens zwei Kühe oder Büffel besitzen. NICARAGUA – SOLARE FELDBEWÄSSERUNG (6:48 min): Ohne Regen gedeiht keine Aussaat. Doch in Nicaragua bleibt das kostbare Nass durch den Klimawandel immer häufiger aus. Bis vor kurzem waren die Bauern in der Trockenzeit auf Brunnen und im Betrieb teure Diesel-Pumpen angewiesen. Rund um die Stadt León setzen sie jetzt auf solarbetriebene Wasserpumpen. Mit ihnen können sie das ganze Jahr über ernten. Und auf Dauer sind solarbetriebene Bewässerungssysteme günstiger als die dieselbetriebene Alternative. PHILIPPINEN – KLIMAKILLER REIS (6:47 min): Reis ist das Grundnahrungsmittel für drei Milliarden Menschen weltweit. Doch Reispflanzen sind sehr anfällig für Klimaveränderungen. Außerdem entstehen beim Reisanbau große Mengen des Treibhausgases Methan. Um Reis auf den Klimawandel vorzubereiten, suchen die Wissenschaftler eines renommierten internationalen Forschungsinstituts auf den Philippinen nach neuen, robusteren Reissorten. Außerdem entwickeln sie Anbaumethoden, die weniger Methan verursachen. Vom Erfolg dieser Forschung hängt das Schicksal ganzer Weltregionen ab. PHILIPPINEN – KÜSTENSCHUTZ (7:02 min): Auf den Philippinen setzen Stürme und Regenfälle dem Land und den Küsten immer mehr zu. Auch auf der Insel Negros im Südosten des Landes ist das so. Jahrzehntelang wurden hier die Wälder rücksichtslos gerodet, um Platz für den Zuckerrohr-Anbau zu machen. Die Mangrovenbäume an den Küsten verschwanden als Feuerholz. Die Folgen dieses Raubbaus bekommen die Menschen heute zu spüren. Das führte zu einem Umdenken. RUANDA – BERGNEBELWALD (6:23 min): Ruanda gehört zu den am dichtesten besiedelten Ländern Afrikas. Weil die Bevölkerung Brennholz zum Kochen und Heizen braucht, sind die Bergnebelwälder des Landes zunehmend bedroht. Die Rodung der Bäume führt zur Bodenerosion und beeinträchtigt das lokale Klima. Erste Erfolge zeigt ein Konzept, das die Interessen von Mensch und Natur berücksichtigt. RUSSLAND – PERMAFROSTBODEN (6:47 min): Die Nenzen sind ein kleines Nomadenvolk in der Russischen Föderation. Seit Generationen ziehen sie mit ihren Rentieren von einem Weidegrund zum nächsten. Ihre Heimat, Westsibirien, ist vom Klimawandel besonders stark betroffen. Globalen Klimamodellen zufolge soll die Temperatur dort bis 2050 um 3 bis 4 Grad Celsius steigen. Experten vermuten, dass der Klimawandel auch Auswirkungen auf die Gesundheit der Nenzen hat. Sie rechnen unter anderem mit zunehmenden Infektionskrankheiten. Die genauen Folgen untersucht ein regionales Projekt – und entwickelt Ideen, die auch anderen Ländern helfen könnten, mit den Risiken des Klimawandels besser umzugehen. SÜDAFRIKA – KOMPOSTIERUNG (6:17 min): Die Pflanzenreste von Feldern, aus Parks oder Fußballstadien sind in der südafrikanischen Millionenstadt Kapstadt wurden lange Zeit als Müll entsorgt. Dass man mit dem Abfall Geld verdienen kann, hat eine örtliche Firma erkannt. Sie produziert feinsten mikrobiologischen Kompost. Darüber freuen sich Landwirte, die ihre Böden nun kostengünstiger und nachhaltiger düngen können als mit chemischen Mitteln. Auch das Klima profitiert davon. Denn verfaulende Abfälle würden enorme Mengen Methan freisetzen, ein Klimagas, das zwanzigmal schädlicher als CO² ist. THAILAND – PALMÖL (7:00 min): Die Ölpalme ist eine Pflanze mit sehr ergiebigen Ölfrüchten. Ihr Ertrag ist um ein Vielfaches höher als der von Raps, Sonnenblumen oder Soja. Doch hat die Ölpalme eine negative Klimabilanz. Durch die Produktion von Palmöl wird mehr Kohlendioxid freigesetzt, als durch die Produktion von Biokraftstoff eingespart werden kann. In Thailand gehen Umweltschützer neue Wege. UGANDA – CLIMATE CHAMPIONS (6:40 min): Uganda gilt als eines der fruchtbarsten Länder des afrikanischen Kontinents. Doch die Ernten werden von Jahr zu Jahr schlechter, der Abstand zwischen den Dürre-Zeiten verkürzt sich. Die Menschen Ugandas leiden seit Jahren unter der extremen Trockenheit, trotzdem betreiben sie weiter Raubbau an der Natur. Die Climate Champions-Initiative des britischen Kulturinstituts "British Council" will die Menschen für die Klimaproblematik sensibilisieren – und zeigen, was jeder Einzelne im Kampf gegen den Klimawandel beitragen kann. VIETNAM – KÜSTENSCHUTZ (7:01 min): Der Klimawandel setzt den Mangrovenwäldern vor der vietnamesischen Küste massiv zu. Doch nicht nur dies. Auch die intensive Reisproduktion und gigantische Shrimps-Farmen sorgen dafür, dass die vietnamesischen Küsten nicht mehr ausreichend geschützt sind. Besseres Mangroven-Management kann helfen. Im südlichen Mekong-Delta errichten deshalb Experten Küsten-Schutzzonen. Dort forsten sie Mangroven wieder auf – zusammen mit der Bevölkerung, und schulen diese in Sachen Klimaschutz. WEISSRUSSLAND – NEUE MOORE (6:32 min): Weißrussland ist eines der moorreichsten Länder der Welt. Doch über die Hälfte der Moore sind zu Sowjetzeiten trocken gelegt worden, unter anderem um die Flächen landwirtschaftlich zu nutzen. Entwässerte Moore sind aber schlecht für das Klima. Sie setzen Treibhausgase frei. Allmählich wird sich die Bevölkerung der Gefahr bewusst und beginnt damit, die Moorlandschaften wieder in ihren ursprünglichen Zustand zu versetzen.
- Anbieter
- Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (Berlin), Deutsche Welle TV (Köln), eduflat (Hamburg)
- Jahr
- 2012
- Dauer
- ca. 150 min f
- Zielgruppe
- A(9-13); SO
- Schlagworte
- Artenvielfalt, Bewässerungssystem, Biomasse, Bodenerosion, Bodenzerstörung, Desertifikation, Erneuerbare Energie, Forstwirtschaft, Hochwasser (Fluss), Klimaveränderung, Kompost, Küstenschutz, Landwirtschaft, Recycling, Regenwald, Regenzeit, Rodung, Solarenergie, Treibhauseffekt, Umweltschutz, Wald, Wasserversorgung, Wirtschaft
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