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Die Hessische Renitenz to go

Cover: Die Hessische Renitenz to go

Im Jahr 1866 wurde das bis dahin unabhängige Kurhessen von Preußen annektiert. So wie die neuen Landesherren es zuvor in ihrem eigenen Staat gemacht hatten, wollten sie auch in ihrer neuen Provinz die Kirche unieren, d.h. die bis dahin unterschiedlichen Kirchen Hessens einer einheitlichen Kirchenleitung (dem so genannten Gesamtkonsistorium) unterstellen. Dagegen formierte sich massiver Widerstand von Seiten vieler Pfarrer. Unter anderem, weil es schon seit Jahrzehnten eine Bewegung gab, die die Kirche vom zunehmend "unchristlichen" und demokratischen Staat unabhängig machen wollte. Als 1873 das neue Gesamtkonsistorium seine Arbeit aufnahm, erklärten 43 (später insgesamt 45) Pfarrer, dass sie die neue Behörde nicht anerkannten. Von ihren Gegnern wurden sie mit dem Spottnamen "die Renitenten" belegt, aber die Widerständler machten sich den Namen zu eigen und organisierten einen ausdauernden gewaltfreien Protest gegen die Union. Da auch viele Gemeinden ihren Pfarrern in die Renitenz folgten, entstand hieraus die kleine "Renitente Kirche ungeänderter Augsburgischer Confession." Im 20. Jahrhundert schloss sie sich der Selbständigen Evangelisch-Lutherischen Kirche (SELK) an.

Anbieter
Sommer, Michael
Jahr
2021
Dauer
ca. 10 min f
Zielgruppe
A(7-13)
Schlagworte
Evangelische Kirche in Deutschland, Kirchengeschichte, Landesgeschichte (Hessen), Protestantismus

Sachgebiete

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