Frankreichs Atommüll soll 500 Meter unter die Erde
Das Dörfchen Bure ist auf den ersten Blick ein Ort wie jeder andere im Nordosten Frankreichs. Einen halben Kilometer unter der Gemeinde wird seit Jahren an einem umstrittenen Projekt gearbeitet: In dieser Bunkeranlage wollen die Behörden riesige Mengen Atommüll lagern. O-Ton Marc-Antoine Martin, französische Agentur zur Entsorgung radioaktiver Abfälle: "Hier haben wir Callovo-Oxford-Ton. Das Gestein ist 160 Millionen Jahre alt. Es ist hart und so gut wie undurchlässig. Hier können wir radioaktive Abfälle für mindestens 100.000 Jahre sicher lagern." Frankreich ist der größte Atomstromproduzent Europas. Die abgebrannten Brennstäbe werden noch in Jahrzehntausenden strahlen. Dass ausgerechnet sie mit der radioaktiven Erblast leben sollen, macht den Bewohnern von Bure Angst. O-Ton Jean-Pierre Remmelé, Bürgermeister von Bure: "99 Prozent der radioaktiven Abfälle aus Frankreich werden voraussichtlich unter unseren Füßen lagern, auf einer Fläche von 15 Quadratkilometern und gerade mal 500 Meter entfernt. Das ist beängstigend, zumal der Abfall noch 50- oder 100.000 Jahre lang strahlt." O-Ton Julien Koch, Bewohner von Bure: "Es ist eine Frechheit, das Zeug 500 Meter unter die Erde schaffen zu wollen und dann zu sagen: Alles in Ordnung, kein Problem, der Boden wird die Strahlen schon abschirmen." Für die Ingenieure hat die Sicherheit oberste Priorität. Seit mehr als zehn Jahren erkunden sie hier schon die Bedingungen für ein Endlager. Entsprechend hoch werden die Kosten: Wenn diese Tunnels erst einmal mit Atommüll befüllt werden, werden auch 35 Milliarden Euro in den Stollen versickert sein.
- Anbieter
- AFP
- Jahr
- 2011
- Dauer
- 1:49 min
- Schlagworte
- Frankreich, Bure, Atomkraft, Atomenergie, Endlager, radioaktiver Müll, Kernkraft, Atomkraftwerk, Atomenergie, Histoclips
Sachgebiete
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