Ai Weiwei darf nach Freilassung Peking nicht verlassen
Nach knapp drei Monaten in Haft ist der chinesische Künstler Ai Weiwei wieder zu Hause. Gegen Kaution wurde er auf freien Fuß gesetzt. O-Ton Ai Weiwei, chinesischer Künstler: "Ich konnte mich noch nicht ausruhen. Ich bin nicht müde." Der international renommierte Künstler und prominente Kritiker der chinesischen Regierung steht unter Beobachtung. O-Ton Ai Weiwei, chinesischer Künstler: "Ich darf Peking nicht verlassen." Das chinesische Außenministerium erklärt, Ai Weiwei sei frei, weil er seine Steuervergehen zugegeben habe und chronisch krank sei. Der 54-Jährige leidet an Diabetes. Über die Umstände seiner Haft ist bisher wenig bekannt. O-Ton Joseph Yu Shek Cheng, Politik-Professor, Universität Hongkong: "Es ist nicht wahrscheinlich, dass physische Gewalt angewendet wurde, aber psychische Drohungen gibt es immer. Die Behörden können die Karriere eines Menschen zerstören, können Angst erzeugen, können eine Menge Druck auf die Dissidenten und ihre Familien ausüben." Ai Weiweis soziales und politisches Engagement brachte ihn zunehmend in Konflikt mit den chinesischen Behörden. Im April wurde er festgenommen - im Zuge einer Repressionswelle gegen kritische Intellektuelle und Künstler: Peking wollte ein Übergreifen der arabischen Proteste auf China verhindern. International war Ais Festnahme scharf kritisiert worden. O-Ton Joseph Yu Shek Cheng, Politik-Professor, Universität Hongkong: "Im Moment triumphieren die Behörden. Eine mögliche Option ist, dass Ai Weiwei das Land verlässt, was den Behörden willkommen wäre. Eine andere Möglichkeit ist, dass er hoffentlich eine Weile still hält und dann seine Aktivitäten fortsetzt und wieder seine Meinung sagen kann." Ein Jahr lang darf Ai Weiwei Peking nicht "ohne Erlaubnis" verlassen, so die Behörden. Wie seine künstlerische und private Zukunft aussieht, ist ungewiss.
- Anbieter
- AFP
- Jahr
- 2011
- Dauer
- 2:12 min
- Schlagworte
- Ai, Weiwei, Künstler, Kunst, Haft, Joseph, Yu, Shek, Cheng, Politik, Professor, Universität, Hongkong, Dissident, Demokratie, China, Kommunismus, Peking, Verhaftung, Freilassung, Demokratiebewegung, Zensur, Repression, Unterdrückung, Histoclips
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