Friedensnobelpreis ohne Nobelpreisträger Liu Xiaobo
Liu Xiaobo bekommt den Friedensnobelpreis - und rund um den Globus demonstrieren Menschen für die Freilassung des inhaftierten Dissidenten. Im Dezember 2009 war Liu in China zu elf Jahren Gefängnis verurteilt worden, wegen Untergrabung der Staatsgewalt. Der Friedensnobelpreis für ihn ist Peking natürlich ein Dorn im Auge. O-Ton Jiang Yu, Chinesisches Außenministerium: "Wir sind gegen jeden, der Liu Xiaobo zum Thema macht, der sich in Chinas innere Angelegenheiten und seine juristische Souveränität einmischt." Lius Frau steht unter Hausarrest, seit das Nobelkomitee die Preisvergabe an ihn verkündete. Mehrere von Lius Anhängern dürfen China nicht verlassen, um zur Preisverleihung nach Oslo zu kommen. Menschenrechtler fürchten, dass Chinas Behörden nach der Zeremonie noch härter gegen Dissidenten vorgehen. Doch einige hoffen auch - dass China nämlich nicht das einzige Land sein will, das einen Nobelpreisträger im Gefängnis sitzen hat. O-Ton Nicholas Bequelin, Asien-Experte Human Rights Watch: "China wird das sehr peinlich sein, denn es versucht ja, in der internationalen Gemeinschaft eine größere Rolle zu spielen. Es gibt echte Aussichten, dass Liu Xiaobo freigelassen wird. Aber das hängt auch davon ab, mit wie viel Nachdruck die Regierungen Peking zu dieser Freilassung drängen." Liu kann den Preis nicht selbst entgegennehmen, auch keiner seiner nächsten Verwandten. Aber für seinen Bruder ist schon die Auszeichnung allein wichtig. O-Ton Liu Xiaoxuan, jüngerer Bruder von Liu Xiaobo: "Ich will dem Nobelpreiskomitee meinen tiefsten Dank dafür ausdrücken, dass es meinen älteren Bruder mit diesem Preis auszeichnet. Das zeigt, dass es in der Welt Anerkennung und Unterstützung für seine jahrelangen Anstrengungen gibt, demokratische Reformen voranzubringen, und das gewaltfrei." Wie diese Demonstranten in Hongkong fordert auch das US-Repräsentantenhaus China auf, politische Gefangene freizulassen. Doch zunächst einmal schlägt Peking harsche Töne an. Und immerhin 19 Staaten bleiben der Nobelpreis-Verleihung fern - auf Druck Chinas. - Jiang Yu, Sprecherin des chinesischen Außenministeriums - Nicholas Bequelin, Asien-Experte der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch - Liu Xiaoxuan, jüngerer Bruder von Liu Xiaobo © Copyright AFP Agence France-Presse GmbH
- Anbieter
- AFP
- Jahr
- 2011
- Dauer
- 2:28 min
- Schlagworte
- China, Norwegen, USA, Nobel, Preis, Friedensnobelpreis, Nobelpreis, Histoclips
Sachgebiete
Für Vorschau, Merkliste und Kaufoptionen aktivieren Sie bitte JavaScript. Informationen zum Erwerb finden Sie in der Kaufanleitung.