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Mark Twain landet Bestseller - 100 Jahre nach seinem Tod

Cover: Mark Twain landet Bestseller - 100 Jahre nach seinem Tod

Der Überraschungs-Bestseller der Buchsaison in den USA hat es in sich – ein 700-Seiten-Wälzer. Der Inhalt schlummerte seit Jahrzehnten in einem Kellergewölbe der Universität Berkeley: Die Autobiographie von Mark Twain gibt einen unverfälschten Einblick in das Leben des berühmten Schriftstellers. Scharfzüngig geht Mark Twain darin mit seinen Zeitgenossen wie Präsident Theodore Roosevelt ins Gericht. Und auch am Christentum lässt er kein gutes Haar. O-Ton Harriet Elinor Smith, Herausgeberin "Autobiography of Mark Twain": (zitiert Mark Twain:) "'Das Bemerkenswerte an unserer Christenheit ist: Sie ist übel, blutig, unbarmherzig, raffgierig und räuberisch. Wir haben eine grausame Religion.'" "Zu seiner Zeit galt so was als schockierend." Samuel Clemens, wie Mark Twain mit bürgerlichem Namen heißt, wächst an den Ufern des Mississippi auf. Die Schule verlässt er bereits mit elf Jahren und träumt davon, als Kapitän Schaufelraddampfer über den Fluss zu steuern und Bücher zu schreiben. Später berichtet er über den großen Goldrausch und schreibt schließlich sein wohl berühmtestes Werk: Die Abenteuer des Huckleberry Finn. O-Ton Shelley Fisher Fishkin, Literaturwissenschaftlerin Universität Stanford: "Er hat sich selbst immer als verkappten Moralisten verstanden. Er hilft den Menschen, sich selbst zu betrachten und ihre Fehler zu sehen - ohne sich selbst davon auszunehmen." Diese seltenen Bilder zeigen Twain in seinen späten Jahren, in denen er seine Autobiographie einem Stenographen diktiert. Er verfügt damals, dass sie erst 100 Jahre nach seinem Tod veröffentlicht werden darf - also jetzt. O-Ton Robert Hirst, Leiter des Mark Twain Projects: "Die meisten Leute trauen sich nicht, während ihrer Lebzeiten auszusprechen, was sie wirklich denken – wegen der Nachwirkungen. Die Leute gehen einem dann aus dem Weg. Twain sagt: Ich bin nur menschlich, ich will nicht, dass die Leute mir aus dem Weg gehen und schlecht von mir denken. Deshalb schreibe ich alles auf und hinterlasse es." Der Erfolg überrascht selbst die Herausgeber. Zunächst dachten sie, die Autobiographie von Mark Twain werde nur einige Gelehrte interessieren. Stattdessen mussten bereits acht Mal die Druckerpressen angeschmissen werden. 400.000 Exemplare wurden bereits gedruckt – und trotzdem können die Buchhändler die Nachfrage nach der ungeschminkten Lebensgeschichte der Literatur-Legende Mark Twain kaum decken. - Harriet Elinor Smith, Herausgeberin "Autobiography of Mark Twain" - Shelley Fisher Fishkin, Literaturwissenschaftlerin Universität Stanford - Robert Hirst, Leiter des Mark Twain Projects © Copyright AFP Agence France-Presse GmbH

Anbieter
AFP
Jahr
2011
Dauer
2:23 min
Schlagworte
USA, Mark, Twain, Unterhaltung, Geschichte, Literatur, Bestseller, Roman, Biographie, Biografie, Autobiographie, Autobiografie, 100 Jahre, Tod, Autor, Histoclips

Sachgebiete

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