Ferraris und Slums: Wohlstandsgefälle in China
Li Fu genießt den Luxus. Der 29-jährige Chinese hat fünf Autos, darunter einen Ferrari und einen Porsche. Er besitzt drei Wohnungen und reist gern nach Monte Carlo zur Formel Eins. Li lebt in Peking. Genauso wie Wang Qingzhan. Der 44-Jährige arbeitet als Putzkraft. Er teilt eine winzige Bruchbude mit seiner Frau. O-Ton Wang Qingzhan, Putzmann: "Ohne Gelegenheitsjobs kann ich hier für nichts sorgen - die Ausbildung meiner Kinder, Nahrungsmittel, ein Dach über dem Kopf. Man braucht zwei Jobs, um über die Runden zu kommen." Unterschiedlicher könnten die Welten von Li und Wang nicht sein. Sie stehen beispielhaft für die wachsende Kluft zwischen Reich und Arm in China. Das Wohlstandsgefälle bereitet auch der politischen Führung in Peking Sorgen. Sie fürchtet Unruhen wegen steigender Preise und sozialer Ungerechtigkeit. China ist die zweitgrößte Wirtschaftsmacht der Welt, aber beim Pro-Kopf-Einkommen ist die Volksrepublik weit abgeschlagen auf Platz 105. Ganze 150 Millionen Menschen in China leben unterhalb der Armutsgrenze. Die sozialen Probleme beschäftigen auch den jährlich tagenden Volkskongress in Peking. Seine Delegierten sollen mit einem Fünf-Jahresplan die Weichen für Chinas wirtschaftliche Zukunft stellen. Dieser Plan muss die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich berücksichtigen, fordert der frühere Regierungsbeamte Bao Tong. O-Ton Bao Tong, früherer Regierungsbeamter: "Nach dem Fünf-Jahresplan müssen arme Menschen wohlhabender werden, die Korruption muss eingedämmt werden. Und die Reichen sollen mehr Steuern zahlen müssen." Probleme wie die grassierende Korruption oder steigende Preise sind die Schattenseite des rasanten Wirtschaftswachstums im Reich der Mitte. Viele profitieren von dem Boom. Li Fu wuchs in armen Verhältnissen auf und arbeitete sich nach oben, bis er seine eigene Medienfirma gründen konnte. O-Ton Li Fu, Unternehmer: "Entscheidend ist, dass die Gesamtwirtschaft unaufhaltsam wächst. Die Gesamtlage ist gut. Sie versetzt die Menschen in die Lage, ihre Träume zu erfüllen." Millionen Menschen bleiben jedoch ausgeschlossen vom chinesischen Wirtschaftswunder. Die kommunistische Führung wird etwas unternehmen müssen, um auch sie mitzunehmen auf dem Weg in eine rosige Zukunft. - Wang Qingzhan, Reinigungskraft - Bao Tong, früherer Regierungsbeamter - Li Fu, Unternehmer © Copyright AFP Agence France-Presse GmbH
- Anbieter
- AFP
- Jahr
- 2011
- Dauer
- 2:36 min
- Schlagworte
- China, Parlament, Regierung, Konjunktur, Luxus, Armut, Wohlstand, Ferrari, Histoclips
Sachgebiete
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