1922 - Mussolinis Marsch auf Rom
300.000 kampfbereite Schwarzhemden - damit haben die Faschisten Rom gedroht, es sind nur 30.000. Der Marsch an die Macht beginnt mit einem Propagandabluff. Mussolinis stärkste Waffe ist die Angst der Anderen. Er hatte gewalttätige Anhänger. Diese Hitzköpfe machten uns Angst. Die schlugen mit ihren Knüppeln um sich, zack, zack, ging das. Der Staat steckt in der Krise. Die Stadt wird den Faschisten kampflos übergeben. Der König setzt auf ein Bündnis mit den Schwarzhemden und überträgt ihrem Führer Mussolini die Regierungsgewalt. Das Parlament gewährt dem Usurpartor unbegrenzte Vollmachten. . ... er war ein großer Schauspieler, ohne Ideen, mit geringer Kultur, aber er hatte ein Gefühl für Menschen. Und er konnte sie nehmen. Ein Griff zur Macht, den einer imitieren will. Der Mann aus Österreich träumt von einem Marsch - auf Berlin. Hitler hat - angeregt von diesem Vorbild - versucht, 1923 in Deutschland ähnliches zu erreichen. Also zweifellos war Mussolini ursprünglich für Hitler ein Vorbild. (1.37) Als Demagoge (1.44) Als Volkstribun (1.47) als Diktator Im September 23 sucht Hitler einen Fotografen auf. Aufruhr braucht PR. Macht braucht Posen! Doch der Versuch des Zauberlehrlings scheitert. Trotzdem wird er seine Niederlage vor der Feldherrnhalle ´23 immer wieder als grandiosen Sieg begehen. Doch 33 ist er nicht zur Macht marschiert, er hat sie sich erschlichen. Elf Jahre lang macht Mussolini Hitler vor, wie ein faschistischer Staatschef regiert. Mit Verführung und Gewalt Die Nazis haben die Taktik von Mussolini gelernt und marschierten dann mit 500 oder 1000 oder 2000 Mann in Bürgerkriegsformation in Arbeiterviertel ein, brachen in Wohnungen ein, schlugen die Leute zusammen, zerstörten Arbeiterhäuser, Gewerkschaftshäuser. Auch das hat Mussolini Hitler vorgemacht Prunk am Bau Ausrichtung auf einen Führer Abrichtung der Jugend. Schließlich 1934, trifft Diktator auf Diktator. Mussolini im Zenit seiner Macht. Noch nimmt der Lehrmeister aus Italien seinen Schüler aus Deutschland nicht recht ernst. Mussolini wollte nicht gern da einen Konkurrenten haben, und Hitler biederte sich manchmal an, aber das funktionierte nicht, doch dann machten die Italiener diesen Fehler, in Abessinien einzumarschieren. Und als ihnen damals das Wasser bis zum Hals ging, da half ihm Hitler sehr energisch. Um Rom ein Reich zu geben, zettelt der Duce in Afrika einen Kolonialkrieg an. Der Völkerbund verhängt Sanktionen mit begrenzter Wirkung. Deutschland steht Italien bei. Seit diesem Zeitpunkt war das Spiel klar. Nun hatte Hitler Mussolini in der Hand zu dessen Leidwesen. Denn er wusste, dass Hitlers Hände stärker war´n als seine eigenen. Mussolini ahnt nicht, was sein Partner ihm bescheren wird. 1937 leistet er Hitler den Treueschwur. Trotz allen Drängens hat Deutschland sich den Sanktionen nicht angeschlossen. Wir werden das niemals vergessen. Doch einmal noch setzt sich der Lehrer durch. Als Hitler 38 von den Tschechen das Sudetenland verlangt, droht Krieg, den Hitler will. Auf der Münchner Konferenz schlägt Mussolinis Stunde. Er vermittelt zwischen den verfeindeten Parteien. Hitler bekommt, was er verlangt doch keinen Krieg. Frieden, für ein halbes Jahr. Dann holt sich Hitler mit Gewalt, was von der Tschechoslowakei übrig geblieben ist. Ich denke, dass mein Vater bis zuletzt sogar noch nach Ausbruch des Krieges 39 - auf ein zweites München gehofft hatte. Hitler aber will den Krieg um jeden Preis. Der Überfall auf Polen soll nur Auftakt sein für die Vernichtung ganzer Völker. Mussolini folgt dem Kriegsherrn, aber nicht dem Massenmörder Hitler. Doch der Krieg an dessen Seite wird dem Italiener zum Verhängnis. Zwar spürt er, wie das Volk trotz aller Schau sich von ihm abwendet. Doch kann er sich dem Bund mit Hitler nicht entziehen. 43 landen alliierte Truppen in Italien. Zeit für Schuldzuweisungen. Die Schuld hat man Mussolini gegeben. Man hat immer gesagt, Mussolini war ein guter Mann für Italien, er hat nur einen großen Fehler gemacht, und das ist die Freundschaft mit Hitler die hat ihn ins verderben gezogen.. Mussolini wird von den eigenen Gefolgsleuten in den Bergen festgesetzt... Italien schließt Waffenstillstand. Deutsche Fallschirmjäger befreien den gefangenen Diktator. Hitler braucht sein altes Vorbild noch als Marionette. Das war nicht mehr der große Imperator, sondern das war ein total zusammengefallener Mann, mit dem Hut bis auf die Ohren und mit einem vergrämten Gesicht. Dem Duce ohne Reich verordnet sein Befreier einen Satellitenstaat in Norditalien. Jetzt ist der Lehrmeister Vasall. Als die Alliierten Rom besetzen, feiert das Volk die Sieger und entlädt seinen Hass gegen den Mann, dem es lange zugejubelt hatte. Am Ende gibt es für den Schützling Hitlers kein Entkommen mehr. Er wird mit seiner Geliebten Clara Petacci erschossen und dem Volk zur Schau gestellt. Zwei Tage später in Berlin richtet sich sein Schüler Adolf Hitler selbst. Seine Leiche soll verbrannt werden. Letzer Wille, nicht zu enden wie das alte Vorbild.
- Anbieter
- Zolcer TV
- Jahr
- 2011
- Dauer
- 8:19 min
- Schlagworte
- Mussolini, Musolini, Benito, Nazi, Nazis, Faschist, Faschisten, Rom, Marsch, Schwarzhemd, Schwarzhemden, Macht, Italien, Propaganda, Zweiter, Weltkrieg, Hitler, Clara, Duce, Diktator, Petacci, Histoclips
Sachgebiete
Für Vorschau, Merkliste und Kaufoptionen aktivieren Sie bitte JavaScript. Informationen zum Erwerb finden Sie in der Kaufanleitung.