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1947 - Kampf um Israel

Cover: 1947 - Kampf um Israel

Terror im Heiligen Land, ein unerklärter Krieg tobt zwischen Juden, die endlich eine Heimstatt wollen und der britischen Mandatsmacht, die es nicht mit den Arabern verderben will. Extremisten schrecken auch vor Bombenattentaten auf zivile Ziele nicht zurück. Verzweifelter Protest gegen die Weigerung der britischen Behörden, die Überlebenden des Holocaust ins Land zu lassen. 1947 wussten wir über den Holocaust Bescheid und standen noch unter dem Schock. Die Tore nach Israel waren verschlossen. Doch die Flüchtlinge hatten keine andere Zuflucht. Als sich bei Kriegsende die Tore der KZs öffnen, sieht die Welt das Ausmaß der Verbrechen an den Juden. Rund sechs Millionen Opfer hat der Holocaust gefordert. Nur ein paart hunderttausend Menschen überleben ihn. Viele machen sich nun auf, um das Grauen hinter sich zu lassen mit dem Traumziel Palästina. Auf alten Frachtern suchen Flüchtlinge aus ganz Europa illegal den Weg in das Gelobte Land. Immer in Gefahr, von den britischen Soldaten aufgebracht und zurückgeschickt zu werden. Die Mandatsmacht will die Zahl der Zugewanderten begrenzen. Doch auch wenn britische Soldaten ihre Schiffe entern und die Menschen internieren, lassen diese sich nicht abbringen von ihrem Weg. Diese Menschen klagten nicht, wenn sie nur nach Palästina konnten. Sie waren bereit, das alles durchzustehen. Sie hatten die Konzentrationslager überlebt, ihre Familien verloren. Jetzt wollten sie leben und nahmen alles hin in eindrucksvoller Haltung. Die EXODUS – mit 4einhalbtausend Menschen an Bord fährt der Dampfer in den Hafen von Haifa ein. Ein Wrack, von britischen Schiffen beschossen. Es gab Tote und Verletzte. Die Flüchtlinge küssen den Boden des ersehnten Landes, das sie als Gefangene betreten. Das Schicksal der EXODUS und ihrer Passagiere, es bewegt die ganze Welt. ...das war so ungerecht. Selbst im Krieg gibt es Regeln, man greift kein Passagierschiff an. Wir hatten keine Gewehre, keine Waffen. Das kann ich nie verzeihen. Nur Augenblicke bleiben den erschöpften Menschen. Dann werden sie verfrachtet auf Gefängnisschiffe, die sie zurück nach Europa bringen. Wieder eingesperrt in Züge, mündet ihre Odyssee in einem ehemaligen Lager für deutsche Kriegsgefangene. Erst später dürfen sie zurück nach Palästina. Für das, was die Briten da getan haben, kann ihnen nie vergeben werden. So verhält man sich nicht. Dafür gibt es keine menschliche Rechtfertigung. Jetzt nimmt sich die Weltgemeinschaft der Lage Palästinas an. Wird den Juden die ersehnte Heimstatt zugebilligt? Am 29. November '47 stimmt die UNO ab. Drei Minuten, die über das Schicksal zweier Völker entscheiden. Der UNO-Plan sieht eine Teilung Palästinas vor: ein Staat für die Juden, einer für die Araber. Bis zuletzt versuchen jüdische Führer – allen voran Ben Gurion – das Votum zu beeinflussen. Ich habe jemanden kennengelernt, der Zahnarzt vom Delegierten eines kleinen Landes war. Über diesen Zahnarzt haben wir Einfluss genommen. Der Zahnarzt hat den Delegierten überzeugt, dass er für uns stimmen soll. Das Ergebnis ist eindeutig. Mit 33 Ja- zu 13 Nein-Stimmen wird beschlossen, Palästina zu teilen und für die Juden einen eigenen Staat zu schaffen. Freude bei jenen, die ihn ersehnten. Während alle die Menschen auf den Straßen tanzten, fühlte sich Ben Gurion allein und voller Sorgen. Er sagte zu mir: Siehst Du, heute tanzen sie, morgen werden sie kämpfen müssen. Wut bei den Arabern. Noch am gleichen Tag beginnt der Terror gegen jüdische Viertel. Bürgerkrieg im Heiligen Land Die britische Mandatsmacht schaut ohnmächtig zu. Im Mai '48 wird der “Union Jack“ in Palästina eingeholt, die Briten verlassen das Land. Ben Gurion nutzt die Gunst der Stunde. Und ruft in Tel Aviv den Staat Israel aus. Es war eine unerhört bewegende Angelegenheit. Das ist das gewesen, worauf wir Tausende von Jahren gewartet haben. Voice over: “Der Staat Israel ist geboren! Dieser Staat wird seine Tore für jeden Juden weit öffnen“ (( und dem jüdischen Volk die Stellung einer gleichberechtigten Nation unter den Völkern verleihen“)) Eretz Israel, das Land der Väter ist wieder Heimstatt der Juden. Doch für die Araber in Palästina ist die Botschaft Ben Gurions wie eine Kriegserklärung. Die Leute haben gesagt, an dem Tag, an dem ihr den Staat erklärt, werden Euch alle arabischen Länder angreifen und in einigen Tagen werdet ihr nicht mehr bestehen. Ein Tag nach der Staatsverkündung greifen Bomber Tel Aviv an. 15 arabische Staaten haben sich gegen Israel verbündet. Wieder geht es für die Juden um Leben oder Tod. Wir konnten nach dem Holocaust nicht noch eine Niederlage einstecken. Wir waren absolut entschlossen. Wir haben nicht gezögert. Und wir wussten, jeder von uns würde alles tun, um diesen Krieg zu gewinnen. In Jerusalem, der Heiligen Stadt für Araber und Juden, tobt die heftigste Schlacht. Ein Viertel der jüdischen Bevölkerung ist eingekesselt, kämpft ums Überleben. Es ging wirklich um Sein oder Nicht-Sein. Auch für die Araber. Sie wussten genau, wenn sie verlieren, würden die Juden hier nicht mehr weggehen. Am Ende siegt der neue Staat über seine Nachbarn. Nun ist ein anderes Volk auf der Flucht: die Palästinenser. Das Land, von dem damals meine Familie geflüchtet ist – heute steht dort die Knesset, das Holiday Inn Hotel, die Universität und... ein Einkaufszentrum. Jubel in den Straßen von Jerusalem. Die erste Schlacht des jungen Staates ist gewonnen. Die neue Heimstatt bietet Schutz. Doch der Kampf um das Heilige Land – er ist nicht zu Ende.

Anbieter
Zolcer TV
Jahr
2011
Dauer
8:12 min
Schlagworte
1947, Palästina, Israel, Ben Gurion, Juden, Araber, Klagemauer, Shimon Peres, Meir Pail, Teddy Kollek, Mordechai Hod, Mordechai Piron, Habiba Said, Yossi Harel, Histoclips

Sachgebiete

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