1941 - Das Unternehmen Barbarossa
Nachricht: Hitlers Wehrmacht überfällt die Sowjetunion und scheitert vor den Toren Moskaus. 22. Juni 41, 3 Uhr morgens. Auf einer Breite von sechzehnhundert Kilometern greift die deutsche Wehrmacht an. Hitlers Unternehmen Barbarossa. Die waren völlig überrascht ..., völlig überrascht. Die erste Schlacht um Brest. Hier ist der Widerstand erbittert. Die haben sich..., die wenigen besetzten Bunker haben sich also wirklich tapfer verteidigt. Die kamen sogar noch in Nachthemden raus und haben dann geschossen. Großkalibrige Granaten gegen altes Mauerwerk. Zehn Tage hält die Festung stand. Jede Sekunde gab es einen Einschlag. Aus meinem Bataillon blieben nur zwölf Soldaten am Leben. In Moskau gehen Minuten nach dem Angriff erste Meldungen ein. Die Informationen fließen spärlich, viele Nachrichtenverbindungen sind schon zerstört. Doch General Schukov weiß: Das ist der große Krieg. Er alarmiert Stalin. Der will den Krieg nicht wahrhaben. Fragt: "Sind das nicht alles nur Provokationen?" Keine Provokation. Hitler will das Sowjetreich in nur drei Monaten zerschlagen. Totale Luftherrschaft. Schon am ersten Tag rücken deutsche Panzer bis zu 50 Kilometer vor. Alle Warnungen vor dem Angriff hatte Stalin ignoriert. Weil Stalin sich völlig logisch sagte: Wenn Hitler bereits im Krieg gegen England und Frankreich steht, USA bereits in Umrissen deutlich erkennbar sein wird, seine ganze Kraft gegen den Westen braucht, dann wird er doch nicht so wahnsinnig sein, die Sowjetunion anzugreifen, um so mehr, als die Sowjetunion ja alle Verpflichtungen des Hitler-Stalin-Paktes bis zuletzt erfüllte. Am Tag des Überfalls will Goebbels Propaganda glauben machen, der Angriff diene der Verteidigung. Viele glaubten es. Man merkte also, die Russen waren auch in einem Aufmarsch, die waren nicht zur Verteidigung eingerichtete wie wir ankamen, sondern die waren in einem Aufmarsch begriffen. Wir sind denen wenige Tage zuvorgekommen. Tatsächlich greifen nur die Deutschen an. Ich selber war überzeugt davon, schon seit Jahren, dass wir auf einen Krieg gegen Russland zusteuerten, ein bisschen Mein Kampf-Lektüre konnte ja darüber aufklären. Wer aber hatte Mein Kampf schon gelesen: Das Kapitel Ostpolitik. Pläne vom Großgermanischen Reich vom Atlantik zum Ural. Von neuem Lebensraum für alle Deutschen. Von Blut und Boden. Vom Krieg als Überlebenskampf der Weltanschauungen und Rassen. Vom Kreuzzug gegen Weltjudentum und Bolschewismus. Von der Unterjochung Russlands. Hitler zeigt sich an der Front, lässt sich feiern, solange die Zeichen auf Sieg stehen. Der Feldzug gegen die Sowjetunion sei ein Sandkastenspiel, sagt der (?) Feldherr. Kesselschlachten. Ganze sowjetische Armeen werden aufgerieben. Ich habe den Kessel Bialystok-Minsk erlebt von Süden her zusammen mit meiner Division, die die Aufgabe hatte, die Russen nicht aus diesem Kessel entweichen zu lassen. (Zwischenschnitt) In diese Kolonnen hinein griffen deutsche Jäger mit ihren Maschinengewehren oder auch Bordkanonen an und haben eine ganz schlimme Verwüstung angerichtet. Ende O-Ton Zilm In den ersten fünf Wochen macht die Wehrmacht mehr als eine Millionen Gefangene. (muss länger stehen, Slomo 60%) Die meisten kommen in Lagern um. Im Oberkommando der Wehrmacht in Berlin entstehen Richtlinien für Hitlers Vernichtungskrieg. Williger Vollstrecker des Diktators ist Generalfeldmarschall Keitel. Er zeichnet verantwortlich für Befehle, Kriegsverbrechen zu begehen. Wie den Kommissarbefehl: Politoffiziere der Roten Armee sind zu erschießen. Das habe ich erlebt und gesehen, dass die Kommissare herausgesucht wurden und einfach auf blanker Straße erschossen wurden. Da hat mein General gesagt, als er ihn verlas, Verbrechen werden nicht ausgeführt. Damit hatte sich dieser Befehl erledigt. Es kam darauf an, wie der Führer der Einheit eingestellt war. War der Führer der Einheit ein korrekter Offizier und hat solche Dinge nicht geduldet, hatte er die ganze Kompanie hinter sich. War er aber ein Nazi, ja, diese Richtung, dann haben auch so und so viele Soldaten gleich mitgemacht. Also, es kam nur auf den Einheitsführer an und sonst gar nichts. Systematischer Mord ist sogenannten Einsatzgruppen vorbehalten, die unter dem Befehl von Himmler und Heydrich stehen. Die sind aus den Häusern gezerrt worden und wurden abgeführt und mussten ihren Spaten mitnehmen und mussten ihr eigenes Loch graben. Die haben sie dann erschossen. Meine Familie ging gehorsam mit. So wurde einer nach dem anderen erschossen und einige noch am nächsten Tag. So geschah's an vielen Orten. Dann wurde diese Grube mit Erde zugeschüttet. Unter der Erde war noch Leben, noch einige Tage danach. Nur einer dieser Orte. Eine viertel Millionen Menschen starben hier bei Minsk. Es war insofern ein schlimmer Krieg, dass war ..., dass alles überrollt wurde, was sich uns in den Weg gestellt hat. Es wurde keine Rücksicht genommen. Und sich damit abzufinden, war ungeheuer schwer. Im Winter 41 bleibt der Angriff vor den Toren Moskaus stecken. Doch der Vernichtungskrieg, den Hitler wollte er geht weiter.
- Anbieter
- Zolcer TV
- Jahr
- 2011
- Dauer
- 7:52 min
- Schlagworte
- 1941, Hitler, Nationalsozialismus, Rußland, Krieg, Ostfront, Stalin, Unternehmen Barbarossa, Diktator, Histoclips
Sachgebiete
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