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1936 - Der Augenblick des Todes im Spanischen Bürgerkrieg

Cover: 1936 - Der Augenblick des Todes im Spanischen Bürgerkrieg

Spanischer Bürgerkrieg Auch am Himmel. Deutsche und italienische Bomber. Gegen die Republik Hilfe für die Faschisten, die an die Macht wollen. Mitten in der Schlacht entsteht ein Foto, das wie kein anderes zum Sinnbild dieses Krieges wird Ein Kämpfer für die Republik im Augenblick des Todes. Wer ist der Mann, dem man ein Denkmal setzt? Der unbekannte spanische Soldat, ein Rätsel des Jahrhunderts. Der Soldat wollte gerade den Hügel herunter stürmen wollte, mitten in den Kampf. Und genau in dem Moment, als er sich aufrichtete, trifft ihn die Kugel. Es waren schrecklich Kämpfe. Mann gegen Mann. Es war ein Blutbad. Es beginnt nach der Wahl im Februar ’36. Linksparteien bilden die Regierung. Hass entlädt sich wider die alte Autorität. Kirchen und Gräber werden geschändet. Es herrschte Chaos – Streiks, Verfolgung, Verbrechen. Juli ’36. In Spanisch- Marokko entschließt sich der faschistische General Franco zum Putsch. Mit einem Funkspruch ruft der selbst ernannte “Retter“ Spaniens auf zum Angriff auf die linke Republik. Terror bricht los. Teile der Armee folgen den Putschisten. Gewalt auch gegen Zivilisten. Alle Frauen im Dorf wurden vergewaltigt. Viele erholten sich nicht mehr davon. Dann die Plünderungen. Sie haben den Leuten den Finger abgeschnitten, egal ob der Ring aus Gold oder Silber war. Aufmarsch für die Republik. Weite Teile der Armee, vor allem aber das Volk stehen zur Regierung. Barrikadenbau in Madrid. Doch immer noch sitzt Franco in Marokko fest. Hitler bietet Hilfe. Deutsche Soldaten machen sich auf den Weg nach Spanien – in Zivil. Es war ja grundsätzlich alles geheim. Und deshalb ist es ja auch bei uns so gewesen, dass wir in Berlin umgekleidet wurden. Angenommen, ein englisches Schiff hätte uns gekapert, wir sind Zivilisten gewesen, hier ist der Ausweis usw. Das musste ja getarnt sein. Olympia ’36 in Berlin. Während Hitler der Welt ein friedliches Deutschland vorgaukelt, rüstet er für den Krieg. Heimlich schickt er Flugzeuge nach Marokko, um Francos Truppen nach Spanien zu fliegen. Freiwillige aus aller Welt eilen der bedrohten Republik zur Hilfe. Alles was progressiv dachte und den Mut hatte, nicht nur zu denken, sondern auch zu handeln ging nach Spanien um der spanischen Republik im Kampf gegen den Franco Putsch zu helfen.“ September ‘36, Garden der Republik und Franko- Truppen liefern sich bei Cerro Muriano eine erbitterte Schlacht. An vorderster Front, auf Seiten der Republikaner, Ein berühmter Fotograf: Robert Capa. Seine Fotoserie von jenem Tag. Das Bild vom sterbenden Republikaner macht ihn weltberühmt. In einem Interview erzählt Capa später, wie es entstand: “Der Soldat wollte zurück zu den republikanischen Linien. Immer wieder spähte er über die Sandsäcke. Dann sagte er :“Ich riskiers“. Er kletterte aus dem Graben. Die Maschinengewehre knatterten und ich drückte auf den Auslöser. Die gleiche Szene, nachgestellt in einem Spielfilm. Der Augenblick des Todes. Wer aber war der unbekannte Soldat und wo starb er wirklich? Wenn man das Bild genau betrachtet, erkennt man, wo es aufgenommen wurde. Wir haben es hier mit einer Anhöhe zu tun. Der ideale Ort, um sich zu verstecken und den Feind davon abzuhalten, dass er den Hügel nimmt. Und dann ist da noch die charakteristische Landschaft mit dem gelben Fleck. Der Todesort liegt bei Cerro Muriano. Und der Name des Toten? “Die Militärarchive in Salamancha und Madrid haben bestätigt, dass es offenbar nur einen Toten gegeben hat an jenem Tag und zwar handelt es sich um Federico Borell, der auch in Alcoy als “El Taino“ bekannt war.“ Federico Garcia Borrell, 24 Jahre alt. Anarchist und Kämpfer für die Republik. Er ist verliebt, will seine Freundin Marina heiraten. “Federico hat sich schon den Hochzeitsanzug schneidern lassen. Seine Schwestern sagten zu ihm. “Dein Anzug ist gekommen, probier ihn an, ob er Dir passt.“ Federico sagte:“Wenn ich das nächste Mal nach Hause komme, probiere ich ihn an.“ Er hat ihn nie anprobiert. Er ist nicht mehr nach Hause gekommen.“ Die Hügel von Cerro Muriano. Wo das Grab des Federico Borell ist, weiß bis heute niemand. Als mein Mann von den Kämpfen nach Hause kam, sagte er: “Mein Bruder ist tot“. Wenn dann später ein Familienmitglied starb, sagten wir: “Wenigstens wissen wir wo, wo sein Grab ist“. Wo der Bruder meines Mannes begraben liegt, werden wir wohl nie erfahren. Hitlers Luftwaffe ebnet Franco den Weg zum Sieg. Bomben zermürben die Republik. Ganze Dörfer werden ausradiert. General-Probe für den Totalen Krieg. Spanien ist das erste Opfer. Ist das der Preis für Francos Sieg? Natürlich ohne die Deutschen und die Italiener hätte der Krieg einen anderen Verlauf genommen. Ich bin mir sicher, dass wir, die Republikaner, den Krieg gewonnen hätten. Drei Jahre dauert der blutige Bürgerkrieg. Eine halbe Million Menschen fallen ihn zum Opfer. Im Frühjahr ‘39 stirbt die Republik. Francos Truppen paradieren durch Madrid. Der Sieger will den Bürgerkrieg vergessen machen. Ebenso wie dieses Bild, das wie kein anderes daran erinnert. “Das Foto ist für mich sehr wichtig. Es schafft ein Stück Gerechtigkeit, nicht nur für Federico, sondern auch für all die anderen Soldaten, die ihr Leben geopfert haben, für die Idee der Freiheit.“ (wenn Musik trägt, kein Kommentar, wenn nicht, dann diesen:) Ein Jahrhundertfoto – gegen jeden Krieg.

Anbieter
Zolcer TV
Jahr
2011
Dauer
8:15 min
Schlagworte
1936, Spanischer Bürgerkrieg, Spanien, Robert Capa, Franco, Faschismus, Legion Condor, Republikaner, Kurt-Julius Goldstein, Herbert Rasch, Herbert Hampe, Eduardo Toledano, Gervasio Puerta, Jose Murillo, Maria Segura Picher de Borell, Ricard Bano, Orestes Broton, Antonio Triado Portal, Histoclips

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