1981 - Schüsse auf den Papst
16. Oktober ´78: Überraschung im Vatikan: Ein Pole wird Papst: Karol Wojtyla aus Krakau. Jubel auf dem Petersplatz. Hoffnung für die Gläubigen hinter dem Eisernen Vorhang. Doch seine Wahl weckt auch Ängste. Das ist eine Provokation für die kommunistische Welt. Und ich habe damals mit großem Interesse beobachtet, was sagen die Russen. Krisensitzung im Kreml. Ein geheimes Dokument aus dem Politbüro warnt: Der Papst werde zur ideologischen Offensive gegen die Sowjetunion antreten. Er tut es ´79 beim Besuch in der Heimat. Millionen Polen wollen ihn sehen. Der Papst enttäuscht sie nicht. In Tschenstochau sagt er abweichend vom Protokoll: Auch in meinem Vaterland muss Frieden herrschen und sollen die Menschenrechte geachtet werden, wie das allen Nationen in Europa zusteht. Eine Kampfansage an den Kommunismus. Mit Kreuz und Papst gegen Hammer und Sichel. Der Papst, wenn ich das einmal sagen darf, war damals der Sprengzünder des Aufstands. August ´80: Streiks und Blockaden in Polen. Der Papst in Rom erklärt sich zum Schutzpatron der Streikenden und verhindert Blutvergießen. Das Regime gibt zum ersten Mal nach. Rom, 13. Mai ´81: Am Morgen verlässt ein Mann das Hotel Isa. Er hat sich unter falschem Namen einquartiert. Tatsächlich heißt er Ali Agca. Er will einen Plan ausführen: Mord am Papst. Generalaudienz auf dem Petersplatz. Tausende wollen seinen Segen. Sicherheitsmaßnahmen gibt es kaum. Agca kommt im Gedränge nicht bis in die erste Reihe. Aus sieben Meter Entfernung drückt er ab. (4.20 Schüsse stehen frei) Zwei Kugeln treffen. Während die Ärzte um das Leben des Papstes kämpfen, harren Tausende auf dem Petersplatz aus, beten für Johannes Paul II. Gleich nach der Tat überwältigt: Der Türke Ali Agca. Ein Verrückter? Ich habe erst viel später verstanden, dass mich damals eine höhere Macht gelenkt hat. Ich bin doch Jesus Christus. Schon ´79 - zwei Tage vor dem Papstbesuch in Istanbul - hatte Ali Agca gedroht, den "Anführer der Kreuzfahrer" zu töten. Er unterschreibt den Brief mit seinem vollen Namen. Ein verurteilter Mörder mit Hintermännern: Die türkische Terrororganisation "Graue Wölfe". In Rom wird Agca im Schnellverfahren zu lebenslanger Haft verurteilt. Doch ist er der einzige Täter? Sekunden nach der Tat: Ein Komplize auf der Flucht? Bis heute ist die Identität des Mannes ungeklärt. Wir wissen mit Sicherheit, dass das Attentat nicht auf Konto eines Einzeltäters geht. Es handelt sich vielmehr um ein Mordkomplott. Den Grauen Wölfen wurde lediglich der Auftrag erteilt. Aber wer die Hintermänner waren, ist sehr schwer zu sagen. Noi abbiamo la certezza che l´attentato non è il gesto di una persona isolata, è il frutto di un complotto che questo complotto fu affidato per l´esecuzione all´organizzazione dei lupi grigi pero chi fosse alle spalle dell´organizazione dei lupi grigi è molto difficile dirlo. Ein Jahr nach seiner Verurteilung beschuldigt Agca den bulgarischen Geheimdienst. (O-Ton Agca hochziehen) Als Agca im Gefängnis war, besuchten ihn italienische Geheimagenten, die ihm die Geschichte von der bulgarischen oder sowjetischen Verbindung einflüsterten. (While he was in prissom that there were some elements whithin the italian just the department of secret service or intelligence community that wanted to propagandise the story with the bulgarian or indeed the soviet connection.) Ein in den USA lebender Überläufer des KGB behauptet, die Wahrheit zu kennen: Ich kann bezeugen, es gab einen Befehl aus Moskau, unterzeichnet von Andropow, um abzuklären, wie man sich dem Papst physisch nähern kann. In der KGB-Sprache hatte das nur eine Bedeutung. Uns hat man nicht um Rat gefragt, doch es hieß ganz klar, dass die Entscheidung gefallen war, den Papst zu töten. Mordbefehl aus Moskau? Oder sagt der Überläufer nur, was die CIA von ihm erwartet? Es ist offensichtlich, dass CIA-Chef Casey eine bulgarische Verwicklung bevorzugte, die die Sowjets durch ihren Kontakt zu den Bulgaren mitbelastete. Aber Tatsache ist: Es gibt keinen Beweis für eine Schuld der Bulgaren oder Sowjets. (It is clear that Casey wanted an assessment that implicated the Bulgarians and therefore implicated the soviets by extension. But the point is there was no evidence what so ever that the bulgarians or the soviets were involved.) Vor dem Attentat reist Agca nach Bulgarien. Dort lässt man den Terroristen unbehelligt. In Sofia verliert sich seine Spur. Ich bin der Meinung, dass es dort eine Spur gibt, die man aber nicht verfolgte. Es ist die des Drogenhandels. Eine Spur von vielen. Tatsache ist: Es gab Morddrohungen gegen Johannes Paul II. Verantwortlich für die Sicherheit des Papstes war Bischof Marcinkus, Chef der Vatikanbank und in dubiose Machenschaften verstrickt. Beim Papstattentat gab es eine interne Spur, es gibt sogar Gerüchte, die sagen, das Attentat sei im Innern des Vatikan geplant worden. Besuch beim Attentäter. Ihm verzeiht der Papst. Doch was weiß der Heilige Vater tatsächlich? Eine neue Spur führt in den Vatikan. Am 22. Juni ´83 wird die fünfzehnjährige Emanuela entführt. Sie ist die Tochter des Vatikanangestellten Orlandi. Tonbänder mit der Forderung der Entführer, Ali Agca freizulassen. Der Austausch fand nie statt. Das Mädchen tauchte nie wieder auf. Wir haben Fotos einer Papstmesse entdeckt, auf denen eine Person zu erkennen ist, die, wenn sie nicht Ali Agca, so doch sein perfekter Doppelgänger ist. Noi abbiamo trovato tra le varietà dei fotografie e dell´udienze e delle messe c´erano alla pratica del papa una in cui appare un personaggio se non è Agca è suo perfetto socia. Die Computersimulation stützt seine Vermutung: Agcas Teilnahme an der Papstmesse drei Tage vor dem Attentat. Wer hat ihm die obligatorische Platzkarte besorgt? Zuständig für die Einladungen war der Vater des entführten Mädchens, Ercole Orlandi. Der hüllt sich in Schweigen. Das Gericht hat den Fall Orlandi ebenso eingestellt wie das Verfahren Papstattentat. Was verhindert die Klärung? Leider sind wir auf viele Mauern des Schweigens gestoßen. (Purtroppo ci siamo trovati di fronte ai molti muri di silencio.) Gewiß ist: Ali Agca ist der Mann, der auf den Papst geschossen hat. Unterstützt hat ihn die Terrororganisation der Grauen Wölfe. Doch Mordmotiv und wahrer Auftraggeber sind noch immer nicht gefunden. Das Geheimnis um das Attentat auf Papst Johannes Paul II. wird es je gelöst werden?
- Anbieter
- Zolcer TV
- Jahr
- 2011
- Dauer
- 8:08 min
- Schlagworte
- 1981, Papst, Johannes Paul II., Rom, Attentat, Petersplatz, Ali A?ca, Kirche, Melvin Goodman, Histoclips
Sachgebiete
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