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1963 - Der Jahrhundert-Mord

Cover: 1963 - Der Jahrhundert-Mord

(O-Ton Funkverkehr: The Presidents car is now turning onto Elm Street...) 22. November '63, 12 Uhr 30, Daley Plaza, Dallas Texas: John F. Kennedy, der junge Präsident der USA wird Opfer eines Mordanschlags. Ron Jenkins – Radioreporter und Augenzeuge: Plötzlich herrschten Stille und Trauer. Die Menschen konnten es einfach nicht fassen. Weder in Dallas, noch in ganz Amerika. Dallas Airport, wenige Stunden zuvor. Das Präsidentenpaar wird in der texanischen Metropole freundlich empfangen. Doch der Schein trügt. OT Schlesinger – Präsidentenberater: Kennedy hatte sich in weiten Teilen des Südens unbeliebt gemacht. Vor allem, weil er sich für die Bürgerrechte eingesetzt hatte, also für die Gleichberechtigung der schwarzen Amerikaner. Weiße Texaner in Dallas kritisieren das. Es kursiert ein “Steckbrief", der dem Präsidenten Hochverrat vorwirft. Der Geist der alten Südstaaten. O-Ton Salinger – Pressesprecher Kennedys Wir bekamen einen Brief, in dem stand, Kennedy solle lieber nicht nach Dallas fahren. Dort würden seltsame Dinge vor sich gehen, und es könne ihn sein Leben kosten. Ich zeigte diesen Brief dem Sicherheitsrat. Die sagten: Wir wissen, dass es einige Probleme in Dallas gibt. Wir werden die Sicherheitsmaßnahmen verstärken. Wir haben das im Griff. Drohungen, die nicht ernstgenommen werden. Es gibt keine besonderen Sicherheitsmaßnahmen, um das Leben des Präsidenten zu schützen. James Leavelle – Polizei Dallas: Er wollte ohne Verdeck fahren. Während der Fahrt klarte der Himmel auf und die Sonne kam heraus - so als würden die Götter ihm zulächeln. Aber beschützt haben die Götter Kennedy nicht. Woher kamen die Schüsse? Augenzeugen laufen zu einem Grashügel, weil sie dort den Schützen vermuten. Manche wollen ihn gesehen haben. Aber war es nur einer oder mehrere? Sam Pate – Augenzeuge Die Schüsse kamen aus verschiedenen Richtungen. Sie wurden nicht alle vom sechsten Stock des Schulbuchgebäudes abgegeben. Doch darauf konzentriert sich die Polizei in Dallas - nur auf das Schulbuchgebäude. Andere Hinweise auf Attentäter verfolgt sie nicht. Die Polizei sucht und wird fündig. Die Tatwaffe – ein Karabiner aus dem Zweiten Weltkrieg. Und nur wenige Stunden nach dem Attentat, fast wie auf Bestellung, der dazugehörige Täter: Ein gewisser Lee Harvey Oswald. Parkland Hospital. Hier kämpfen die Ärzte einen aussichtslosen Kampf um das Leben des Präsidenten. Ron Jenkins: Ich sah gerade noch, wie sie den Präsidenten auf eine Bahre hoben. Mrs. Kennedy stand daneben und beugte sich über ihn. Es sah aus, als würde sie ihm etwas zuflüstern, als würde sie mit ihm sprechen. (Radio O-Ton offen) Die Nachricht brennt sich ein, in das Gedächtnis der Welt: John F. Kennedy ist tot. Erschütterung im Hotel, wo der Präsident eine Rede halten sollte und vor dem Krankenhaus. Die Menschen können es nicht fassen. Die Filmaufnahmen vom Attentat. Der Moment, als die Todeskugel trifft. Der Kopf fliegt nach hinten. Der Schuss muss folglich von vorn gekommen sein, und nicht vom Schulbuchgebäude hinter Kennedy. Einzeltäter oder Verschwörung? Eine Computerrekonstruktion scheint zu belegen, dass Oswald nicht allein war. Es muss noch einen weiteren Schützen gegeben haben. In nur sieben Sekunden konnte Oswald nicht drei gezielte Schuesse auf den Präsidenten abgeben. Jenkins: Ich muss annehmen, dass es eine Verschwörung war. In der Armee war ich ein guter Schütze. Es ist unmöglich, dies alles von einem Punkt aus mit dieser Waffe zu machen. Lee Harvey Oswald ist der ideale Verdächtige. Seine Lebensgeschichte passt gut, zu gut. Er sympathisiert mit den Kommunisten, hat in der Sowjet-Union gelebt und für Fidel Castro Flugblätter verteilt. Er war bei den US Marines, hatte Kontakte zur CIA. Motive gab's genug. Doch hatte Oswald den Auftrag Kennedy zu töten? Ron Jenkins: Er beteuerte, er sei nicht der Mörder. Er habe nichts mit dem Attentat zu tun. Und er beklagte sich, er habe keinen Anwalt sprechen dürfen. Er habe niemanden verletzt, niemandem etwas zuleide getan. Der Präsident ist tot, es lebe der Präsident. Auf dem Flug nach Washington wird Lyndon B. Johnson als Nachfolger vereidigt. Der Leichnam Kennedys wird ins Marinehospital überführt und obduziert. Ärtze in Dallas sahen eine Austrittswunde am Hinterkopf des Präsidenten. Indiz, dass Kennedy von vorn erschossen wurde. Doch die Obduktionsfotos aus Washington sind da nicht eindeutig. Ron Jenkins: Auf diesen Fotos sieht man keine Wunde am Hinterkopf. Doch heute wissen wir, dass viele Autopsiefotos einfach verschwanden. Dafür tauchten andere auf, die zeigen, wie versucht wird, den Schädel wiederherzustellen. Insgesamt scheint alles wie der krampfhafte Versuch, die Theorie vom Einzeltäter, der von hinten schoss, zu stützen. Kennt Lee Harvey Oswald die Antwort? Polizist James Leavelle begleitet ihn in ein Hochsicherheitsgefängnis. James Leavelle: Als wir aus dem Fahrstuhl kamen, wurde ich einen Moment lang von den Blitzlichtern der Reporter völlig geblendet. Plötzlich löst sich ein Mann aus der Menge - der Nachtclubbesitzer Jack Ruby. James Leavelle: Er kam auf uns zu und feuerte auf Oswald. Ich versuchte noch, Oswald hinter mich zu ziehen. Aber es gelang mir nicht. Räumt Ruby einen Mitwisser aus dem Weg? Oswald stirbt auf dem Weg ins Krankenhaus. Sein Mörder bald im Gefängnis. Ihr Geheimnis nehmen beide mit ins Grab. Ron Jenkins: Ich glaube nicht, dass der Fall abgeschlossen ist. Letzte Ehre für John F. Kennedy. Trauer um den Mann, der weltweit Hoffnungen entfacht hat. Das Geheimnis des Jahrhundertmordes bleibt ungelöst.

Anbieter
Zolcer TV
Jahr
2011
Dauer
8:17 min
Schlagworte
1963, John F. Kennedy, Attentat, Dallas, Lee Harvey Oswald, Präsident, USA, Mord, Ron Jenkins, James R. Leavelle, Arthur Schlesinger, Same Pate, Pierre Salinger, Douglas Horne, Histoclips

Sachgebiete

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