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1945 - Die Bombe

Cover: 1945 - Die Bombe

Frühjahr 45. Im Pazifik herrscht noch immer Krieg. Während in Europa schon die Nachkriegszeit begonnen hat, sterben hier weiter Amerikaner und Japaner in erbittertem Kampf. Brandbomben auf Tokio. In der Luft ist sind die Amerikaner klar überlegen. Doch Kaiser Hirohito will nicht bedingungslos kapitulieren. Der Krieg geht weiter. Los Alamos, in der Wüste von New Mexico. Eine Superwaffe, hier entwickelt, soll das Leben amerikanischer GIs retten. Die Atombombe. Auch deutsche Emigranten wie Hans Bethe arbeiten am „Manhatten Project“ – anfangs, um Hitler zuvorzukommen. Hans Bethe, Nuklearforscher Ich wusste, es war eine Superwaffe. Ich wusste, sie würde eine unsagbare Anzahl von Menschen töten und ganze Städte auslöschen. Wir dachten, es wäre grauenhaft, wenn Nazi-Deutschland sie zuerst bekommen würde. Das war unsere Rechtfertigung. Mehr als 20.000 Menschen arbeiten am Bau der Bombe. 16. Juli 45. Trinity, Dreieinigkeit, heißt der Prototyp, der in New Mexico getestet wird. Hans Bethe, Nuklearforscher Wir haben schließlich den Geist aus der Flasche gelassen. Und der Geist kann sehr zerstörerisch sein. Tinian Island, mitten im Pazifik. Hier wird die Bombe, „Little Boy“ montiert. Eine B 29, Spitzname „Enola Gay“, soll sie nach Japan tragen. Dutch van Kirk, Navigator der „Enola Gay“ Amerikaner waren überall vorne, wurden gefangen und getötet. Und deshalb wollten alle das Blutvergießen beenden und die Jungs heimholen. 6. August 45. Die Propeller der Enola Gay werden angeworfen. Die Besatzung ist überzeugt, dass sie heute den Krieg beendet. Die Zerstörungskraft ihrer Waffe kann sie nur ahnen. Hiroshima, die siebtgrößte Stadt Japans. Bisher weitgehend von Bombenangriffen verschont. Acht Uhr morgens. Francis Tomosawa, Überlebender Ich habe in der Uniformfabrik gearbeitet. Morgens wurden die Parolen ausgegeben. Die Vorarbeiter ermutigten uns, für den Kaiser unser Bestes zu geben. Fünfzehn Minuten später: die Enola Gay über Hiroshima. Die Apokalypse beginnt für die Menschen am Boden mit einem fernen Motorengeräusch. Francis Tomosawa, Überlebender Während der Appelle hörte ich zwei Bomber, B 29-Bomber. Ich glaube, die flogen von Süden nach Norden. 10 Kilometer über der Stadt: Die Besatzung entledigt sich ihrer Fracht. Die Bombenklappe öffnet sich. Das Flugzeug dreht ab. Mit Vollgas. Francis Tomosawa, Überlebender Zuerst war da ein ungeheurer Lichtblitz, so hell, dass ich meine Freunde neben mir gar nicht mehr sehen konnte. Dutch van Kirk, Navigator Enola Gay Für uns war das wie der Blitz eines Fotografen. (Musik: Kein Kommentar) Francis Tomosawa, Überlebender Ich habe mich umgedreht und bin losgerannt, aber in dem Moment hat mich die Druckwelle erwischt und umgeworfen. Der Atompilz von Hiroshima wächst fast 30 Kilometer hoch. Dutch van Kirk, Navigator Enola Gay Wir waren vor allem froh, dass die Bombe funktioniert hat, denn sie hätte ja ein Blindgänger sein können. Und dann dachten wir: Dieser Krieg ist jetzt zu Ende. Auftrag ausgeführt. Doch in Hiroshima beginnt der Horror des Atomkriegs erst. Es ist, als seien 15.000 Tonnen Sprengstoff explodiert. Nicht alle in der „Enola Gay“ sind „froh“. Ein Besatzungsmitglied notiert „Mein Gott, (Umschnitt) was haben wir getan.“ Auf einen Schlag – die ganze Innenstadt zerstört. Nur in den Vororten noch Überlebende – die meisten schrecklich zugerichtet. Francis Tomosawa, Überlebender Auf meinem Weg nach Hause sah ich eine junge Mutter, die einen Kinderwagen schob. Von weitem sah sie ganz normal aus. Aber als sie näher kam, stellte ich fest, dass sie fast nackt war. Die Kleiderreste hingen in Fetzen an ihr herunter. Sie war verbrannt, verletzt und blutete. Zu meinem Entsetzen sah ich, dass das Baby eine klaffende Wunde in der Wange hatte. Ein Stück Holz steckte im Gesicht. Aber das Baby weinte nicht einmal. Die Nachricht vom Abwurf der Bombe erreicht am gleichen Tag die Wissenschaftler in Los Alamos. Hans Bethe, Nuklearwissenschaftler Das Ergebnis schockierte uns alle, obwohl wir ja genau berechnet hatten, dass es so geschehen würde. Wer den Atomschlag überlebt, stirbt den langsamen Tod, oft erst nach Jahren. Bis 1950 steigt die Zahl der Opfer auf 200 000. Eine ganze Stadt ist radioaktiv verseucht. Dutch van Kirk, Navigator Enola Gay Aber die Bombe hat doch auch Leben gerettet. Wenn Sie in Hiroshima oder Nagasaki gelebt haben, als die Bomben fielen, dann ist das natürlich schwer zu verstehen. Aber wenn wir die Bombe nicht geworfen hätten, der Krieg wäre noch lange weitergegangen. Eine zweite Atombombe wird vorbereitet. Am 9. August fällt sie auf Nagasaki. Erst jetzt gibt Japan auf. Amerika hat sein Ziel erreicht. Wenige Tage nach Nagasaki kapituliert das Reich der aufgehenden Sonne. Der Krieg ist vorbei. Jubel auf dem Times Square in New York. Totenstille in Hiroshima Francis Tomosawa, Überlebender Vielleicht war das der Anfang vom Ende der Welt - wenn wir nicht aufpassen. Mit einem Schlag tritt die Welt in das Atomzeitalter ein – als in Hiroshima die Zeit stehenbleibt.

Anbieter
Zolcer TV
Jahr
2011
Dauer
8:15 min
Schlagworte
1945, Hiroshima, Atombombe, Atompilz, 2. Weltkrieg, Japan, Enola Gay, little boy, Fat man, Dutch van Kirk, Francis Tomosawa, Jack Dairiki, Edward Teller, Krieg, Hans Bethe, Histoclips

Sachgebiete

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