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1937 - Das Zeppelin-Inferno

Cover: 1937 - Das Zeppelin-Inferno

Original Radio-Reportage Herbert Morrison: (Insert) Eine Reportage, die in die Geschichte eingehen wird CRAWL: „Hier kommt das Schiff. Was für ein Anblick! Überwältigend, ein unglaubliches Bild. Es kommt vom Himmel herab, genau auf uns zu, was für ein packender Moment...“ Original Radio-Reportage Herbert Morrison (auf Englisch, wird nicht übersetzt): “... oh, nein, es geht in Flammen auf Es ist grauenhaft ... gehen Sie aus dem Weg bitte...es wird von Flammen umtost und stürzt auf den Ankermast und all die Leute ... das ist eine der schlimmsten Katstrophen der Welt... ich kann es nicht fassen...Oh, diese gequälten Menschen da draußen Verna Thomas, Augenzeugin: „Die Explosion war so stark. Innerhalb von fünf Sekunden brannte das ganze Schiff. Nach fünf Minuten lag es da am Boden total zerstört und ausgebrannt. Es war schrecklich. Dieses Schreien, dieses Jammern, der Geruch, das wird ich nie vergessen.“ 36 Passagiere nimmt das Luftschiff Hindenburg im Mai 37 an Bord. Eine luxuriöse und bequeme Art zu reisen. Freiwillige Helfer ziehen den schwebenden Giganten aus dem Hangar. Kein anderes Luftfahrzeug transportiert in den dreißiger Jahren so viele Passagiere über so weite Strecken. Zeppelin fliegen gilt als absolut sicher. Werner Franz, Kabinenjunge Hindenburg „Kein Mensch, weder ein Besatzungsmitglied noch ein Passagier, ist jemals irgendwie auf den Gedanken gekommen, dass sowas passieren kann. Denn die Fahrt mit einem Luftschiff, das ist so, als ob wir hier im Raum zusammen sitzen.“ 01:41 (Neudreh kürzer/ Zeppelin Bild näher) prüfen XXXXXXXX Der Traum vom lautlosen Schweben... – der Plan entstand im vorigen Jahrhundert: Zur Jahrhundertwende lässt Graf Zeppelin sein erstes Luftschiff steigen. Das Volk liebt den verrückten Grafen mit den schwebenden Zigarren, sein Souverän steht ihm skeptisch gegenüber. Albrecht von Brandenstein-Zeppelin, Urenkel Graf Zeppelins „Am Anfang der Luftschiffentwicklung sagte der Kaiser in Berlin: Von allen Süddeutschen ist der Graf Zeppelin der Dümmste.“ Der Erste Weltkrieg bringt die Wende. Jetzt interessiert sich auch der Kaiser. Deutsche Luftschiffe werfen Bomben über England ab. Doch gegen Jagdflugzeuge haben die behäbigen Giganten keine Chance. Sie sind kriegsuntauglich. Doch dann ein unerwartetes Comeback. Die Nazis protzen gern mit allem, was gigantisch ist. Bau des größten Luftschiffs aller Zeiten, LZ 129 Hindenburg, hoch wie ein 14stöckiges Haus, fast so lang wie die Titanic. Albrecht von Brandenstein-Zeppelin, Urenkel Graf Zeppelins Die Nazis hatten auch sehr bald die Hand auf dem Luftschiffbau und hatten verlangt, dass die Luftschiffe für Propagandaflüge eingesetzt werden. Bei den olympischen Spielen in Berlin will Hitler Weltgeltung vor Augen führen. Mit Hakenkreuz versehen, soll die Hindenburg auch in New York von Nazi-Deutschlands “Größe” künden. Albrecht von Brandenstein-Zeppelin, Urenkel Graf Zeppelins „Das haben die Amerikaner mit Missvergnügen gesehen und dann gesagt: So eine Propagandageschichte der Nazis unterstützen wir nicht, wir liefern kein Helium mehr. – Das Waren alles politische Entscheidungen“ Stattdessen 200.000 Kubikmeter Wasserstoff, hochexplosiv. Damit fährt das Luftschiff 11 mal in die USA, sieben Mal nach Rio. Das Vergnügen kostet 1000 Reichsmark - einfache Fahrt. Dafür gibt es Luxus satt an Bord. Wie einst auf der Titanic. Edith Dieckmann, Passagier „Wenn man das erlebt hat, kam es einem vor wie im Traum, das Gefühl eines fliegenden First Class Hotels. Ein Fünf Sterne Hotel. Das empfanden alle, die an Bord waren, genauso. Bis die Nacht oder die Dämmerung einbrach saßen die meisten nur am fenster, denn es gab ja so enorm viel zu sehen. Die Skyline von Manhattan, 6. Mai 37. Mit Autohupen begrüßt New York den Zeppelin, doch dann bedeckt sich der Himmel Eugen Bentele, Maschinist Hindenburg „Da konnte man dann beobachten, dass von Westen her eine Gewitterfront kommt, eine schwarze Wolkenwand. Und wir wurden deshalb beordert, vorerst mal wieder aufs Meer rauszufahren und die Gewitterfront abzuwarten.“ Fünf Stunden später setzt das Luftschiff zur Landung in Lakehurst an. Die Bodencrew ist bereit. Die erste Ankerseile werden abgeworfen. Passagiere schauen nach Freunden und Verwandten auf dem großen Landeplatz. Werner Franz, Maschinist Hindenburg „Das erste, was ich wahrgenommen habe, das war ein Riesenknall und eine starke Erschütterung im Schiff.“ - offen - Hugo Stockburger, Augenzeuge: „Menschen, die auf die Passagiere warteten, haben nur geschrien: Mein Gott – schaut auf das Schiff.“ - offen - Werner Franz, Maschinist Hindenburg „Im freien Fall hing ich dadrin. Da bin ich dann in ungefähr vier, fünf Metern Höhe abgesprungen, bin unter dem Schiff durchgelaufen und bin nach der anderen Seite rausgelaufen.“ - offen - Ed Karns, Mitglied der Bodencrew: „Es war wirklich schrecklich. Ich kann bis heute nicht begreifen, wie da überhaupt jemand lebend rauskommen konnte, aus den Flammen“ Wie durch ein Wunder überleben 62 der 97 Menschen an Bord. Tausende nehmen im New Yorker Hafen Abschied von den Toten, manche mit Hitlergruß. Bei der Einschiffung der Särge ist auch Werner Franz, der 14jährige Kabinenjunge mit dabei. Werner Franz, Kabinenjunge Hindenburg: „Da bin ich erst wieder mal in ein tiefes Loch gefallen. Und dieser Zustand hat sich über ein halbes Jahr hingezogen. Wenn irgendwas war, und da kam ein heller Sonnenstrahl, da hab ich an Feuer gedacht. Oder ein Knall, da hab ich an die Explosion gedacht. Da bin ich gelaufen.“ Lakehurst nach dem Inferno. Experten forschen nach der Ursache. Sabotage? Max Dieckmann von der Untersuchungskommission hat einen anderen Verdacht. Edith Dieckmann, Ehefrau von Max Dieckmann „Als mein Mann die Nachricht bekam, dass das Luftschiff abgebrannt war, hat er sofort vermutet, dass das an dem neuen Anstrich lag.“ Bei der Fahrt durch das Gewitter lädt das Schiff sich statisch auf. Ein Funkenschlag, verursacht durch das Landeseil, entflammt den Anstrich und den Wasserstoff. Edith Dieckmann, Ehefrau von Max Dieckmann: „Er konnte nur hinter vorgehaltener Hand über die Ursachen sprechen, weil man im Dritten Reich einfach nicht zugeben wollte, dass die Deutschen einen solchen Kardinalfehler gemacht haben. Also wollte man unbedingt dabei bleiben, dass es Sabotage war.“ Auch, um den Mythos Zeppelin nicht zu entzaubern. Doch der Traum vom unbeschwerten Fliegen, er war ausgeträumt.

Anbieter
Zolcer TV
Jahr
2011
Dauer
8:13 min
Schlagworte
1937, Zeppelin, Graf Zeppelin, Luftschiff, Lakehurst, Hindenburg, LZ 129, Explosion, Edith Dieckmann, Werner Franz, Eugen Bentele, Albrecht von Brandenstein-Zeppelin, Hugo Stockburger, Histoclips

Sachgebiete

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