1925 - Chaplin im Goldrausch
Als die Bilder laufen lernten, lernt die Welt ihn kennen. Der Mann mit dem Bärtchen erobert die Herzen. Dieser kleine Mann es war unglaublich, wie er einen zum Lachen bringen konnte einfach zum Schreien. Obwohl er nichts sagte. Es war seine Art, etwas auszudrücken wirklich etwas zu vermitteln! London um die Jahrhundertwende. Wer aus kleinen Verhältnissen stammt, hat es schwer. Der kleine Charles Spencer Chaplin wächst in Armut auf. Seine Mutter singt in Kneipen und spielt auf heruntergekommen Bühnen. Eines Tages brach sie auf der Bühne zusammen. Mein Vater sprang spontan ein, er war damals fünf oder sechs Jahre alt. Er sang das Lied von der Honigbiene. Das Publikum war begeistert und warf ihm Geld zu. Jahre später will Charles Chaplin sein Talent in Übersee erproben. Mit 23 geht er nach Amerika, wie später immer öfter, hofft, dass dieses Traumland hält, was es verspricht. Hollywood, die Traumfabrik der Zukunft, ist noch jung. Es war eine Pionier-Stadt; hier entstand eine neue Industrie. Chaplins Hollywood-Debut im Jahr 1914. Film ist etwas völlig Neues. Dass die Streifen sprachlos sind, kommt dem Pantomim entgegen. Am Anfang war es reine Fließbandarbeit bis er die Rolle fand, die auf ihn zugeschnitten war: der Tramp! Der kleine Vagabund, der Pech hat und doch immer wieder hochkommt Charlie Chaplin hat sich selbst gefunden. Es ist so menschlich die Rolle war die menschlichste, die es je gab. Der Tramp hat alles: er rührt uns an, er ist gemein, witzig, traurig. Er verkörpert die gesamte Menschheit. In Dutzenden von Filmen setzt der Vagabund sich durch, gegen Tücken des Objekts und mehr. Sein größter Erfolg kommt 25 in die Kinos Goldrausch. David gegen Goliath. Die Menschen verstanden den Tramp. Und das machte seinen weltweiten Ruhm aus. Er war der beliebteste Schauspieler der Welt! Doch Chaplin wollte immer mehr sein als nur Entertainer. Den ersten Weltkrieg führte er auf seine Weise. Da jauchzt die Heimatfront von London bis New York. Kriegsanleihen. Er wurde immer als ein progressiver Aktivist gesehen. Dabei hielt er doch eher Abstand, mischte sich nie wirklich ein. Aber Stellung beziehen das wollte er schon! [breit lesen] Am liebsten im Film. Immer steht er auf der Seite der geplagten Kreatur, die sich behaupten muss oft gegen eine Übermacht. Der kleine Mann erkennt sich in ihm wieder. Er mochte Menschen nicht, die andere herum schubsen. Das waren für ihn die eigentlichen Schurken. Überhaupt war ihm die Vorstellung, dass Menschen andere Menschen unterdrücken, höchst zuwider. Das gilt vor allem für den Mann, den keiner filmisch so entlarvt wie Chaplin, einen, der die Welt beherrschen und sie unterdrücken will. Die Tatsache, dass diesem Menschen erlaubt wurde, all jene schrecklichen Dinge zu tun, war eine Anklage gegen die ganze Welt! Charly war das klar, doch er wollte den Schrecken nicht auf die übliche Weise anprangern. Also machte er sich über Hitler lustig. Auf seine unnachahmliche Weise fügte er ihm eine Menge Schaden zu denn alle anderen nahmen dieses Monster ernst. Charly Chaplin als Adenoid Hynkel, Der Grosse Diktator. Das Besondere an diesem Film ist, dass mein Vater eine Vision hatte von dem, was noch kommen würde. Er hatte ein sehr feines Gespür dafür. Nicht der Krieg bringt Chaplins Welt in Unordnung. Minderjährige Schönheiten sind seine Schwäche. Drei Hochzeiten mit Kindfrauen und immer wieder Seitensprünge. Nach dem Krieg heiratet er die 18jährige Oona ONeil. Amerika ist empört. Charlie war kein Schürzenjäger. Er mochte Frauen, na und? Was sollte er tun? Sich besser mit Bären einlassen bei all den wunderbaren Frauen um ihn herum? Die Akte Chaplin: Streng geheim. Das FBI spioniert sein Privat- und Sexualleben aus. Befund: Unakzeptabel wie seine politische Haltung. Sie sagten, er sei Sympathisant, was hieß, er habe Freunde, die mit dem Kommunismus sympathisierten. Das FBI hat Chaplin im Visier. Amerikas Hatz auf mutmaßliche Kommunisten mündet ins Absurde . Diese Hexenjagd war der Anfang vom Ende seiner Karriere. Die Ansichten meines Vaters waren immer provokant gewesen und er hat sich damit eine Menge Feinde gemacht, vor allem in der politischen Welt. Chaplin bei Prinzessin Margret in England. Hier erreicht ihn 52 ein Telegramm aus dem US-Außenministerium. Charlie wurde aus den USA ausgewiesen und musste ins Exil. Das war sehr schwer für ihn wie für alle anderen Kollegen, die sein Schicksal teilten. Chaplin im Schweizer Exil. Seinen Witz hat er nicht verloren, aber eine Heimat. Er sagte: Nie mehr werde ich einen Film in Amerika machen. Und er hat hier nie mehr einen Film gemacht. Ein konsequenter kleiner Mann, der nicht nur Filmgeschichte schrieb. Er hat die Welt ein bisschen fröhlicher gemacht. Es war nicht nur eine Freude, ihm zuzusehen diesem brillanten, talentierten Genie. Er war auch einer der anziehendsten, erotischsten und anbetungswürdigsten Männer, die ich in meinem Leben kennengelernt habe. Es gab eben nur einen Charlie Chaplin.
- Anbieter
- Zolcer TV
- Jahr
- 2011
- Dauer
- 8:15 min
- Schlagworte
- 1925, Charlie Chaplin, Goldrausch, The gold rush, Stummfilm, Hollywood, Slapstick, Histoclips
Sachgebiete
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