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1920 - Die große Prohibition

Cover: 1920 - Die große Prohibition

Prohibition in den USA. Alkohol. Enthaltsamkeit soll die Seele Amerikas retten. Die Prohibition wird Gesetz. Beginn der Wilden Zwanziger. Das ganze Leben eine Party, doch ausgerechnet jetzt soll der Spaß ein Ende haben? Alkohol verdirbt das Land - glauben brave Bürger. Allen voran die Hüterinnnen der Moral. "Alkohol verhindert, daß die Welt den Frieden findet." „Erst nimmt sich der Mann den Drink, dann nimmt sich der Drink den Mann ...“ Elmer Gertz - Anwalt .... Es gab einige Bewegungen, die seit Jahren gegen den Verkauf von Alkohol gekämpft hatten. Arbeiter trugen ihren gesamten Lohn in Saloons. Alkohol war wirklich ein Problem. Chicago: Keine andere Stadt wird von dem Alkoholverbot so sehr geprägt. Ein Mann sieht darin seine große Chance. Robert St. John – Journalist Das Narbengesicht Al Capone kam genau an dem Tag an, als die Prohibition in Kraft trat. Al Capone - Sohn italienischer Einwanderer. Harry Hart - Al Capones Neffe: "Sie waren sechs Jungs und zwei Mädchen. Al und mein Vater, Vincenso, waren Brüder." Vincenso ist der erste, der dem Einwandererghetto New York entkommt. Mit 15 reitet er gen Westen. Sein Bruder Al will ihm folgen - aber er kommt nur bis Chicago. Dort herrscht Durst, den will er stillen. Robert St. John – Journalist Die Gangs lieferten, was die Leute wollten – natürlich illegal. Die Wirklichkeit der Trockenzeit. In Flüsterbars fließt der verbotene Stoff. Hier werden unbescholtene Bürger lustvoll zu Gesetzesbrechern. Elmer Gertz - Anwalt: "In den Restaurants haben sie Alkohol in Kaffeetassen serviert. Eine gute Tarnung." Die verbotenen Geschäfte gehen glänzend. Illegale Brauer und auch Schmuggler profitieren von der Prohibition. Vor den Küsten Amerikas lauern sogenannte „Rum Runner“ auf die Nacht und ihre Chance, eine Ladung Alkohol an Land zu schaffen. Elmer Gertz - Anwalt: "Alle haben das Gesetz gebrochen. Das war schick. Viele Leute, die eigentlich keinen Alkohol mochten, fingen während der Prohibition an, zu trinken." Al Capone - der Pate der Prohibition - regiert die Stadt. Wer den Schnaps hat, hat die Macht und die verteidigt er mit allen Mitteln. Seine Methoden bestechen. Capone kennt keine Moral. George E. Q. Johnson – Sohn des Capone Anklägers: "Al Capone hat die Leute bestochen. Wenn das nicht half, hat er sie bedroht. Und dann ermordet. So einfach war das. So hat´s funktioniert." Chicagos Ordnungshüter werden zu Komplizen. Aufnahmen mit versteckter Kamera. Vom Schutzmann bis zum Polizeichef – alle stehen sie bei Capone auf der Gehaltsliste. Robert St. John schreibt als Reporter über solche Machenschaften. Das hat Folgen. Robert St. John: "Vier von Capones Jungs lauerten mir auf und schlugen mich zusammen, mit Totschlägern. Dann ließen sie mich einfach liegen. Als ich später meine Krankenhausrechnung bezahlen wollte, hieß es: schon erledigt. Ich fragte: wer hat das bezahlt? Und sie sagten: ein Italiener, mit einer Narbe quer im Gesicht." Al Capone – ein Pate ohne Skrupel, doch mit Stil. Ein heißer Krieg um die Enthaltsamkeit entbrennt um das Land. Auch sein Bruder Vincenso kämpft mit – auf der anderen Seite als Polizist im wilden Westen für die Prohibition. Harry Hart - Al Capones Neffe: "Es gab eine Menge Brennereien in seiner Gegend. Er fand sie alle, und mit ein paar Deputies hat er sie ausgehoben. Er hat eine Menge Stoff beschlagnahmt." Kontakt zu seinem Bruder Al hat Vicenso längst nicht mehr. Während er für eine Handvoll Dollar auf der Seite des Gesetzes steht, verdient sein krimineller Bruder im fernen Chicago ein riesiges Vermögen. George E. Q. Johnson – Sohn des Capone-Anklägers: "Al Capone hat im Jahr 100 Millionen Dollar brutto verdient. Überlegen Sie mal, wieviel das heute ist: eine Milliarde pro Jahr." Capone ist das noch nicht genug, er will Chicago endgültig ganz in seine Hand bekommen. Kriminelle Konkurrenz steht ihm im Wege. Elmer Gertz – Anwalt: "Capone wollte im großen Stil aufräumen. Irgendwie hat er alle Rivalen zu diesem Treffen in einer Werkstatt zusammenbekommen. Und dann haben seine Killer, als Polizisten verkleidet, die ganze Bande niedergemäht." Valentinstag 1929– In Chicago wird der Tag der Verliebten zum Tag der Toten. Tony Berardi – Fotograf: "Ich ging da rein – Mann, ich hab noch nie so viele Leichen gesehen. Und überall Blut." Sieben Rivalen lässt Al Capone niederschießen. Der einzige Überlebende des Massakers: ein deutscher Schäferhund. Der blutige Höhepunkt des Gangsterkriegs empört ganz Amerika. George E. Q. Johnson – Sohn des Capone-Anklägers: "Die Leute waren sich jetzt einig. Weg mit diesem Mann. Es reicht." Al Capone wird vom FBI verhaftet. Der mächtigste Gangster aller Zeiten steht vor Bundesanwalt Johnson, freilich nicht für seine Bluttaten. Elmer Gertz - Anwalt: "Wegen Verstößen gegen die Prohibition oder Mord konnten sie ihn nicht kriegen. Also haben sie ihn wegen Steuerhinterziehung angeklagt." Es reicht für zwölf Jahre Zuchthaus. Al Capone, der Staatsfeind Nummer Eins, wird auf der berüchtigten Gefängnisinsel Alcatraz weggeschlossen. Harry Hart - Al Capones Neffe: "Al war einfach ein Krimineller, ein Mörder. Er hat die eine Seite des Gesetzes gewählt, mein Vater die andere. Die Prohibition hat sie dazu gebracht." 1933 - endet die Entziehungskur für eine ganze Nation. Tony Berardi – Fotograf Es war die größte Party aller Zeiten, überall im Land. Und so erfährt Amerika zum ersten Mal, Enthaltsamkeit entsteht nicht per Gesetz.

Anbieter
Zolcer TV
Jahr
2011
Dauer
8:11 min
Schlagworte
1920, Prohibition, Al Capone, Mafia, Alkohol, Alkoholverbot, USA, Schwarzmarkt, Goldene Zwanziger, Speakeasy, Histoclips

Sachgebiete

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