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1974 - Die Watergate-Affäre

Cover: 1974 - Die Watergate-Affäre

Richard Nixon auf dem Gipfel der Macht. Er bringt Amerika den Sowjets und Chinesen näher. Beendet den schmachvollen Vietnamkrieg. Die Bürger danken es ihm.... mit der Wiederwahl. Doch Nixons Stern wird sinken, die Macht hat ihn verführt. Der Anfang vom Ende: Der Schein einer Taschenlampe tanzt durch einen dunklen Gang. Fünf Männer in Anzug und Krawatte brechen in das Hauptquartier der demokratischen Partei ein. Tatort ist das Watergate Hotel in Washington. Die Polizei erwischt die Einbrecher auf frischer Tat. In der Redaktion der Washington Post liest man am nächsten Morgen den Polizeibericht aufmerksam. Der Einbruch scheint Routinesache. Die Arbeit für junge Reporter: Bob Woodward und Carl Bernstein sollen die Story recherchieren. ”Eigentlich waren Bob und ich nicht die richtigen Leute für diese Geschichte. Wir waren schließlich Lokalreporter. Wir bekamen die Story, weil es ein Einbruch war, und genau über solche Sachen schrieben wir ja.” Schnell finden die beiden Reporter heraus: die Einbrecher wollten Wanzen installieren - im Telefon des Parteivorsitzenden der Demokraten. Und das mitten im US-Wahlkampf. Aus der Lokalgeschichte wird ein Polit-Thriller. Einer der Einbrecher gehört zur CIA; als Auftraggeber entpuppt sich Gordon Liddy, ein Mitarbeiter des Weißen Hauses - Nixons Mann fürs Grobe. ”Was haben wir versucht zu erreichen? Wir versuchten nur, so viel wie möglich über die andere Partei herauszufinden. Das waren unsere Gegner, politisch wie ideologisch.” Offiziell behauptet die Regierung, sie habe nichts mit dem Einbruch zu tun. Doch hinter den Kulissen besprechen Nixon und seine Berater längst die wahre Geschichte, die der Wähler nie erfahren darf. Der junge Anwalt John Dean ist damals einer der Berater. ”Alles wurde vertuscht. Ob das sinnvoll war, wurde gar nicht gefragt.” Obwohl die gefassten Einbrecher jederzeit auspacken konnten. “Sie saßen im Gefängnis und konnten die Wahl zu einem Alptraum werden lassen.” Zum wahren Alptraum Nixons werden die beiden Jungreporter der Washington Post. Sie haben inzwischen ermittelt: Die Einbrecher bekamen Geld aus Nixons Wahlkampfkasse. ”Wie wir gearbeitet haben? Interessanterweise mit ganz altmodischem Klinkenputzen. Indem wir an viele Türen geklopft haben, indem wir nie ein Nein als Antwort akzeptierten.” Ein mysteriöser Informant unterstützt Woodward und Bernstein. Sie treffen ihre geheime Quelle in dunklen Parkhäusern. Nur die Reporter kennen die Identität ihres Helfers. Bis heute. ”Die Quelle trug den Namen Deep Throat, sie hatte zu diesem Zeitpunkt eine sehr wichtige Position in der Regierung, versorgte uns nicht etwa mit neuen Informationen. Vielmehr bestätigte sie Fakten, die wir woanders gehört hatten. So wussten wir, dass wir auf dem richtigen Weg waren.” Die Recherchen schaden Nixon zunächst nicht. Im Gegenteil: Mit überwältigender Mehrheit gewinnt der Präsident die Wahlen. Er beginnt seine zweite Amtszeit – als sei nichts gewesen. “... So help me God.” Doch nach der Wahl bleibt zum Regieren wenig Zeit. Die Vertuschung der “Watergate”-Affäre wird Tagesgeschäft. ”Ich war bis über beide Ohren drin verstrickt. Es gab Befehle direkt aus dem Weißen Haus, und das belastete den Präsidenten und seine engsten Berater. Ich glaubte, es sei das Beste für die Präsidentschaft, wenn wir die Sache irgendwie vom Tisch bekommen. Ich wusste nicht wie, aber ich hoffte, das Thema verschwindet...” Die Washington Post hakt nach, schürt den Verdacht gegen Nixon. Der Präsident wehrt sich. ”Mittlerweile begann die Nixon-Regierung uns anzugreifen. Sie versuchten, unser Verhalten zum Mittelpunkt von Watergate zu machen, anstatt das Verhalten des Präsidenten und seiner Männer. Das war schon etwas makaber.” Doch Nixons Gegner wittern ihre Chance. Ein Sonderstaatsanwalt wird eingesetzt. Ein Untersuchungsausschuss beschäftigt sich mit den Vorwürfen gegen den Präsidenten. ”Da sagte ich ihm: Ich glaube nicht, dass die Vertuschung funktioniert. Ich war mir nicht sicher, wie viel er wusste. Aber ich machte mir Sorgen über das, was auf das Weiße Haus zukommen würde. Ich sagte ihm, dass ein Krebsgeschwür an seiner Präsidentschaft nage, und wenn er so weitermache, würde es sie zerstören.” Doch Zweifler in den eigenen Reihen erträgt Nixon nicht. In einer Fernsehansprache zeigt sich der Präsident bestürzt über die Vorwürfe und leugnet weiter. Mit dem Einbruch habe er nichts zu tun. Vielmehr seien einige Berater zurückgetreten. “ ... John Dean has also resigned.” Doch John Dean will nicht als Bauernopfer herhalten. Im Untersuchungsausschuss packt er aus. Zum ersten Mal behauptet ein Mitarbeiter des Weißen Hauses, dass der Präsident von Watergate wusste und den Einbruch vertuschen wollte. ”Auszuscheren fiel mir leichter, als meine Vorgesetzten entschieden, alles auf mich zu schieben. Ich sagte nur: Ihr macht einen Fehler. Ich lasse mich nicht zum Sündenbock machen. Ich habe Eure Befehle befolgt.” Nach John Deans Aussage beginnt die letzte Runde. Noch einmal tritt Nixon vor die Kameras. “Ich will das den Zuschauern klar sagen. Die Menschen haben ein Recht, zu erfahren, ob sie einen Gauner zum Präsidenten haben. Und ich bin kein Gauner. Doch die Wahrheit gibt es auf Band. Ein Angestellter berichtet von Abhöranlagen im Weißen Haus. “Ich wusste von Aufzeichnungsgeräten” “Auch am Telefon?” “Ja.” Die Amerikaner trauen ihrem Präsidenten nicht mehr. Der oberste Gerichtshof entscheidet einstimmig, dass Nixon die Bänder herausgeben muss. Sie werden veröffentlicht und belegen, wie tief der Präsident in die Affäre verstrickt ist. Richard Nixon hat die Vertuschung befohlen. ”Ich dachte lange Zeit, dass mein Wort gegen vier fünf andere Leute stehen würde. Und bis die Bänder rauskamen, war es ja auch so. Mir machte das nichts aus, denn ich wusste, daß ich die Wahrheit sagte.” Abstimmung über das Amtsenthebungsverfahren. “Mr. Prailey?” - “Ay.” - “Mr. Rodino?” - “Ay.” ”Es war eine schmerzlich für die amerikanische Bevölkerung, als sie erfuhr, was in den obersten Ebenen der Regierung passierte.” Der Präsident muss sich entscheiden: will er dem Land das quälende Verfahren einer Amtsenthebung zumuten? Er kommt dem Rauswurf zuvor. “Deshalb werde ich von meinem Amt als Präsident zurücktreten.” Die Schlagzeilen des 9. August ‘74 – auch ein Triumph des investigativen Journalismus? ”Die Arbeit, die Bob und ich gemacht haben, sollte nicht den Präsidenten stürzen. Sie sollte die Wahrheit ans Licht bringen. Und das ist geschehen.” Richard Nixon verlässt das Weiße Haus. Als erster Präsident der USA tritt er zurück, weil er mit einer Amtsenthebung rechnen musste. Auch, wenn seine Ära mehr umfasst als Watergate. Nixons letzte “Amtshandlung” sind Siegerposen - als sei nichts gewesen.

Anbieter
Zolcer TV
Jahr
2011
Dauer
8:19 min
Schlagworte
1974, Richard Nixon, Watergate-Affäre, Präsident, USA, Washington Post, Carl Bernstein, John Dean, G. Gordon Liddy., Histoclips

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