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1967 - Krieg im Heiligen Land. Der Sechstagekrieg

Cover: 1967 - Krieg im Heiligen Land. Der Sechstagekrieg

Mai '67: Der Staat Israel feiert seinen 19. Geburtstag. Wie sehr seine Existenz bedroht ist, weiß die Regierung Eshkol. Ägyptens Staatspräsident Nasser findet Beifall bei den Arabern für seine Hasstiraden gegen den jüdischen Nachbarn. Wir Palästinenser fühlten uns wie Ertrinkende auf Hoher See. Wir hofften auf jemanden, der uns rettet. Von Nasser haben wir, und alle Araber, geglaubt, er könne uns alle vereinen und Palästina befreien. Das haben die meisten von uns gedacht. In Kairo herrscht Kriegsstimmung. Nasser formt eine Anti-Israel-Koalition. Mit Jordanien, Syrien, dem Irak und Libanon. UNO-Truppen, nach der Suez-Krise ‘56 auf dem Sinai stationiert, ziehen auf Druck Nassers ab. Israel ist entsetzt über den Rückzug der Blauhelme. Ägyptische Truppen besetzen die verlassenen Stellungen. Nasser hält sich nun für unbezwingbar. Getragen von einer Welle beispielloser Popularität, verspricht er, die Israelis ins Meer zu jagen. Wir wussten, er würde uns angreifen. Wir waren sehr niedergeschlagen. Die ganze Welt feierte schon Nassers Sieg. Alle waren sich sicher, dass Nasser gewinnen würde. In der arabischen Welt skandieren aufgeputschte Massen antiisraelische Parolen. Der gemeinsame Feind schweißt zusammen. Nasser besiegelt den Pakt mit Jordaniens König Hussein. Krisensitzung im israelischen Kabinett. Die Regierung weiß: es wird Krieg geben. Doch will sie dem Gegner zuvorkommen. Die Pläne hat Generalstabschef Itzak Rabin vorbereitet. Er weiß, es geht ums Überleben seines Volkes. Wird der Kampf verloren, ist Israel Geschichte. Die Mobilmachung ist streng geheim. Die Welt bekommt nur friedliche Bilder zu sehen. Das israelische Fernsehen zeigt harmlose Szenen aus dem Alltag, Badespaß an den Stränden von Tel Aviv. Ein Täuschungsmanöver. Am Morgen des 5. Juni gibt Itzhak Rabin den Befehl zur Operation “Mokhed“ - Brennpunkt. Bis auf eine Maschine starten alle verfügbaren Kampfflugzeuge Israels Richtung Ägypten. Ohne Kriegserklärung... 200 Kampfjets näherten sich im Tiefflug bei Funkstille ihren Zielen. Das waren die längsten 45 Minuten meines Lebens. Und dann, von einer Sekunde zur anderen, explodierte der Funkverkehr der Piloten förmlich. Sie halfen einander, sagten: nimm diesen oder jenen, der hier ist erledigt! Sie stimmten sich ab, während sie die Flugplätze angriffen. Die wenigen ägyptischen Jets, die starten können, fliegen nicht lange. Nassers Luftwaffe wird förmlich am Boden zerstört. Jetzt beginnt dort der Angriff. Artillerie und Panzerverbände rücken Stunde um Stunde weiter vor. Nach der Luftherrschaft nun Überlegenheit am Boden. Der Sinai wird überrannt. Als erste ägyptische Stadt fällt Gaza in die Hände Israels. In Kairo meldet der Rundfunk einen Sieg nach dem anderen – feiert den Triumph der eigenen Armee. An diesem Sonntag verkündeten die Ägypter großartige Siege in allen Schlachten. Das war ein totaler Bluff. Wir haben nicht reagiert. Wir kannten ja die Fakten. Die ägyptische Armee ist geschlagen. Doch im Glauben an einen Sieg tritt Jordaniens König Hussein gerade in diesem Augenblick vor die Presse. Erklärt seinen Eintritt in den Krieg. Auch das geteilte Jerusalem ist Schauplatz. Die Grenze geht mitten durch die Stadt. Jordanier und Israelis beschießen sich von Haut zu Haus, Straße um Straße. Israelische Fallschirmspringer rücken vor. Erobern den Ölberg, dort, wo 70 nach Christus römische Legionen die Juden vertrieben hatten. Dann der Sturm auf die Altstadt. Kampf Mann gegen Mann, weil Flugzeuge und Artillerie die heiligen Stätten schonen sollen. Am 6. Juni ’67 ist das Ziel erreicht. Nach mehr als eintausendneunhundert Jahren ist der Tempelbezirk wieder in jüdischer Hand. Heimkehr an die Klagemauer. Das Bild des jungen israelischen Soldaten Itzhak Yifat hat wie kein anderes die Stimmung eingefangen. Dieser Augenblick hat mich sehr berührt. So viele Jahre träumst du, hörst du von der Klagemauer, weil du weißt: in diesen Steinen steckt die ganze jüdische Geschichte. Der Krieg ist noch nicht zu Ende, doch für viele ist dieser Moment entscheidend. Die Klagemauer, Teil des alten Tempels, gilt als der Symbolort Israels. Wir standen an der Klagemauer mit Tränen in den Augen. Dieses Erlebnis war unglaublich. Dieser Sieg überstrahlte wirklich alles, was sonst erreicht wurde. In Amman tritt König Hussein erneut vor die Presse. Ein geschlagener Herrscher willigt in den Waffenstillstand ein. Auch auf dem Sinai ist der Krieg zu Ende. Die stolze ägyptische Armee zerschmettert. Albtraum für die gesamte arabische Welt. In New York verkündet UN-Generalsekretär U Tant (Utant), dass Nasser einen Waffenstillstand mit dem Staat der Juden einwilligt. Doch Israel will auch im Norden die Entscheidung. Angriff auf Syrien. Als erstes fallen die strategisch wichtigen Golan-Höhen: Erst 70 Kilometer vor Damaskus machen die Panzer halt. Israel verfügt nach dem 6-Tage-Krieg über ein Territorium, das dreimal so groß ist wie sein Kernland. Laut UNO-Beschluss soll die Siegermacht besetzte Gebiete zurückgeben. Die Nachbarn sollen dafür Frieden garantieren. Wir haben der Sprachregelung zugestimmt, dass Israel sich von Territorien zurückzieht, nicht von DEN Territorien. Das DEN wurde herausgelassen. Wir fanden, das war ein territorialer Kompromiss. Sie sind die Opfer dieses Kompromisses. Hunderttausende Palästinenser auf der Flucht - ergeben in ihr Schicksal. Wenn einer alles verliert, was hat er dann noch zu erwarten? Er wird alles akzeptieren, was man von ihm verlangt, nur um das zu retten, was er noch hat. Sie fanden eine Heimat, um die sich andere betrogen fühlen. Doch nur, wenn beide Völker sich vertrauen, gibt es Frieden im Heiligen Land

Anbieter
Zolcer TV
Jahr
2011
Dauer
8:15 min
Schlagworte
1967, Klagemauer, Jerusalem, Israel, Palästina, Sechstagekrieg, Yad Vashem, Gaza, Jordanien, Shimon Peres, Meir Pail, Mohammes Al-Jamal, Teddy Kollek, Itzak Ifat, Mordechai Hod, Histoclips

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