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1954 - Mythos Marilyn Monroe

Cover: 1954 - Mythos Marilyn Monroe

Aufreizend und unschuldig zugleich - die Monroe ein Sexsymbol der besonderen Art. Ein Schauspiel wie sie es von Kindheit an gewollt hat. OFF-Ton Marilyn: Immer und immer wieder habe ich mich an den Nachmittagen in Hollywood in die Fußabdrücke der großen Stars gestellt und meine Hände mit ihren verglichen. Sie träumte davon, eines Tages Schauspielerin zu werden. Sie wollte jemand sein, nicht bloß dieses arme kleine Mädchen. Ein armes, aber hübsches Mädchen, dass mit 16 noch den Namen Norma Jean trägt und den Matrosen James Daugherty heiratet. Ich habe Marilyn Monroe nicht gekannt. Ich kannte nur Norma Jean. Das waren zwei ganz verschiedene Personen. Die Wandlung der Norma Jean beginnt mit Posieren. Ein Model - wie viele andere. Die Besetzungscouchs von Hollywood und ein paar Werbefilme. Ihr Kurz-Auftritt in einem Film der Marx Brothers ist kaum der Rede wert und doch beginnt damit für sie die Wende. Einer der Marx Brothers sagte: Wir müssen nicht mehr suchen. Das ist das Mädchen, dass wir wollten. Und das war ihr Durchbruch. Sie hatte nur einen Satz zu sagen: „Jemand verfolgt mich“ – das war alles! Und seine Antwort war: „Oh, ich kann verstehen, warum.“ Ein einziges Foto macht sie berühmt. Marilyn als Pin Up-Girl. Nun ein Sexsymbol für Millionen Männer. Eine Kultfigur entsteht. Die Ehe mit Jim Dougherty passt nicht mehr ganz zum neuen Leben der Norma Jean. Sie wollte die Scheidung. Das war wie ein Schlag vor den Kopf. Du weißt nicht, ob du dich übergeben oder lieber gleich umbringen sollst, du weißt gar nichts mehr. Es war ein Schock. Karriere statt Privatleben. Marilyn hat sich entschieden. Ein Idol, von dem jetzt alle Männer träumen dürfen. Da stellt sich eine neue Liebe ein. Joe DiMaggio ist der Traummann an ihrer Seite, - ein Baseballstar. Eine Ehe ganz nach Amerikas Geschmack. Die Hochzeitsreise führt nach Japan – als PR-Tour und ohne ihren frisch gebackenen Ehemann macht die Monroe einen Abstecher nach Korea - zu amerikanischen GI‘s, die gerade einen blutigen Krieg hinter sich hatten. Es war ein sehr kalter Tag. Wir hatten schon eine ganze Weile gewartet, riefen immer wieder Marilyn, Marilyn. Als sie dann auf die Bühne kam, brach es aus uns heraus. Ein donnerndes Willkommen für die schönste Frau der Welt. Eine Öffentliche Frau – ein Idol! (frei stehen lassen) Sie war ja eigentlich auf ihrer Hochzeitsreise mit der wahrscheinlich größten Liebe ihres Lebens. Aber der Augenblick, an den sie sich wirklich zurückerinnerte, der für sie das größte Glück bedeutete, das war der Augenblick, als sie sich in einem kurzen Kleid fast zu Tode fror und fremden Männern etwa vorsang. (frei stehen lassen) In unseren Köpfen – natürlich – da war sie unser Mädchen – für diese zwei Stunden oder wie lang wir sie hatten. Marilyn und ihr Publikum. Eine Liebe, die stärker ist als alles andere. Der Auftritt wird zum Höhepunkt in ihrem Leben. Ein magischer Moment. Es hat unsere Moral gehoben - Für Wochen. Rückkehr von kuriosen Flitterwochen. Das private Glück hat Schrammen abgekriegt. Der Preis, den die Monroe für die Zuneigung des Publikums zu zahlen hat, ist hoch. Dreharbeiten zum Film – „Das verflixte 7. Jahr“ – Marilyn gibt allen Männern das, was ihr Ehemann nicht teilen will. (verschiedene Sprecherstimmen) ... großartig, ... sehr schön ... ziemlich vulgär“ Dimaggio wollte eine Frau und kein Sexsymbol. Er reicht die Scheidung ein. Marilyn ist nun allein mit ihrem Publikum. Sie stürzt sich in die Arbeit. Komödien, die der Welt die Leichtigkeit des Seins vorspielen. Dann lernt sie den Schriftsteller Arthur Miller kennen, heiratet zum dritten Mal – doch Halt findet sie nicht mehr. Ihre Filme sind immer noch erfolgreich. Aber jetzt müssen Szenen bis zu sechzig Mal gedreht werden. Zu oft ist die Monroe am Set betrunken. Das unglückliche Idol ist alkohol- und tablettenabhängig, kann kaum noch arbeiten. Und immer wieder Nervenzusammenbrüche. Jetzt sieht die ganze Welt sie leiden. Wenn man in ihre Augen schaut – nur in ihre Augen, dann kann man noch Norma Jean in ihr erkennen – ein sehr trauriges Mädchen. Ein Mädchen, das sich in eine Affäre flüchtet - mit dem mächtigsten Mann der Welt. (Atmo ... Marilyn singend – kurz frei stehen lassen) Ein Geburtstagsständchen für Präsident Kennedy ist ihr letzter öffentlicher Auftritt. Hätte Marilyn der nächsten Generation angehört, dann hätte jeder erkannt, dass sie eine Süchtige war. Man hätte ihr geholfen, statt zu sagen: Lasst uns mit den Kennedys und Frank Sinatra zum Dinner gehen, lasst uns ein paar Flaschen Champagner leeren. Für ein Mädchen wie sie war das der Tod, das war wie ein Todesurteil. Freitag, 13. Juli ‘62: George Barris ist einer der wenigen, mit denen Marilyn noch arbeiten kann. Barris hat den letzten Film des Tages in seiner Kamera. Sie hauchte mir einen Kuss zu und sagte: „George, der ist für dich und den Rest der Welt. Ich war beunruhigt. Es war irgendwie beängstigend. Ich fragte mich, was sie mir damit sagen wollte. – Es war das letzte Foto in ihrem Leben. Zwei Wochen später. Die Haushälterin findet Marilyn tot in ihrem Schlafzimmer. Selbstmord durch Tabletten. - Sie konnte es nicht mehr ertragen, nur als Sexsymbol geachtet zu werden und nicht als Mensch. Ihr eigenes Leben war traurig, sehr traurig Leben. Manchmal muss ich weinen, wenn ich daran denke, wie viel Glück sie der Welt geschenkt hat – und sie hat nichts bekommen. . Amerika trägt sein Idol zu Grabe. Nur einer ihrer Ehemänner, Joe Dimaggio, kommt zur Beerdigung. Bis zu seinem eigenen Tod sorgt er für ihr Grab.

Anbieter
Zolcer TV
Jahr
2011
Dauer
8:19 min
Schlagworte
1954, Marilyn Monroe, Korea, Hollywood, Star, George Barris, Susan Strassberg, James Dougherty, Chris Sarno, Joe DiMaggio, Arthur Miller, Noma Jeane Baker, Histoclips

Sachgebiete

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