1944 - Der längste Tag
6. Juni. 5.30 Uhr. Der Nebel vor der Küste der Normandie gibt ein 2:17 bizarres Bild frei. Franz Gockel, deutscher Soldat Auf einmal sahen wir, dass der ganze Himmel, oder der Horizont, voll Schatten war, da kamen unendlich viele dunkle Schatten, und die Schatten, die waren quer zur Küste, so dass wir nur Schiffe sahen, soweit wir nach links und rechts sehen konnten, alles Schiffe. Und da stand das für uns fest: das sind sie. D-Day hat begonnen, der Tag der Entscheidung. Alliierte Flieger vernichten die letzten deutschen Flugplätze im Hinterland. In der Nacht sind Fallschirmjäger über Nordfrankreich abgesprungen. Himmelfahrtskommandos. Danach das Inferno von See. Die Geschütze von 213 Kriegsschiffen feuern in die deutschen Linien. Franz Gockel, deutscher Soldat Die ganze Erde bebte, und ich hab ja möglichst den Kopf immer unten auf der Erde gehalten. Nur mal, wenns mal für ein paar Sekunden still war, dann hab ich mal wieder geguckt, wie siehts aus, wie weit sind sie. Dann hab ichs so gemacht wie sicherlich ne ganze Reihe andere auch. Wir haben gebetet. Und laut. Die Kunde von der Schlacht wird im Oberkommando der Wehrmacht ignoriert. Chefstratege Jodl entscheidet: Hitler wird nicht geweckt. Der Verteidiger des Atlantikwalls, Feldmarschall Rommel, feiert zuhause Geburtstag den Geburtstag seiner Frau. Manfred Rommel, Sohn Da gabs ein Führungsblitzgespräch, wie das damals geheißen hat. Morgens um sieben Uhr dreißig hat der Generalstabschef meines Vaters, General Dr. Speidel, angerufen, hat gesagt: Da sind offenbar Fallschirmjäger gelandet. Aber ob es die Invasion ist, das weiß ich nicht. Sie wussten, die Invasion würde kommen. Aber wo? Wahrscheinlich die Kanalkaste, wahrscheinlich bei Calais. Erwin Rommel, das Idol des Volkes, soll die Invasoren aufhalten. Manfred Rommel, Sohn Erwin Rommels Mein Vater hat ja schon in El Alamein den Rückzug befohlen, obwohl der Hitler befohlen hatte, zu siegen oder zu sterben. Und meinen Vater hat man eigentlich in der Normandie oder in Frankreich für die Küstenbefestigung, Küstenverteidigung nur eingesetzt, weil er eben die große Erfahrung mit den Briten gehabt hat. Erwin Rommel Monat 1944 Im Hinblick auf den vorzüglichen Geist unserer Truppe, auf die neue Bewaffnung und die Kampfmittel, die uns in die Hand gegeben sind, können wir den kommenden Ereignissen mit größter Ruhe entgegensehen und brauchen uns keine Sekunde den Kopf zerbrechen, ob es gut oder schlecht geht. Es geht bestimmt gut, und ich glaube nicht, dass der Engländer ein zweites Mal wiederkommt. Zwei Jahre vorher war ein alliiertes Kommandounternehmen an der Kanalküste, bei Dieppe gescheitert. Ein blutiges Debakel Und ein Test Frühjahr 44. England ist ein gewaltiges Aufmarschgebiet. Den Feind täuschen. Mit Waffen, die gar keine sind. Das wahre Landeziel geheim halten Die Normandie. In den Häfen Südenglands geht die größte Invasionsarmee der Geschichte an Bord. Dreieinhalb Millionen Soldaten soll Europa von Hitlers Joch befreien. Der Befehl Eisenhowers lautet: Holt sie Euch. Bob Sales, 1944 US-Soldat Die Welt sollte wissen, dass wir Europa zurückholen. Wir mussten es in der Normandie schaffen, auch wenn es das Leben vieler Männer kostet. Die Männer auf der anderen Seite ahnen nicht, was auf sie zukommt. Seit Tagen fängt die deutsche Aufklärung Funksprüche ab, die die Wehrmacht in Sicherheit wiegen sollen. Manfred Rommel, Sohn Erwin Rommels Die Alliierten haben durch einen entsprechenden Funkverkehr den Eindruck erweckt, als ob eine weitere Heeresgruppe in Großbritannien zusammengezogen wäre, die eine weitere Landung durchführen könnte. Außerdem scheint das Wetter zu schlecht. Rommel reist ab. Eintrag des Adjutanten ins Kriegstagebuch 5. Juni: Eine Landung scheint nicht unmittelbar bevorzustehen. Die Überraschung ist perfekt. Die Alliierten greifen an, bei Sturm und Ebbe. Das Trommelfeuer hämmert eine Stunde lang in die deutschen Stellungen. Was erwartet die Soldaten? Bob Sales, amerikanischer Soldat Die Rampe fällt. MGs hämmern. Der Kapitän geht zuerst erschossen. Der Sergeant ist der nächste erschossen. Dann fällt der Sani ins Wasser erschossen. Ich bin der Vierte. Und in dem Moment packt eine Welle das Boot. Ich falle seitlich von der Rampe ins Wasser das hat mich gerettet. Rückzug unmöglich. Keine Deckung Die amerikanischen GIs im Abschnitt Omaha haben den schwersten Stand. Bob Slaughter, 1944 US-Soldat Das waren 300 Meter freies Schussfeld. Ich weiß nicht, wie das jemand schaffen konnte. - freistehen lassen - Franz Gockel Und wie wir dann gesehen haben, wie bei den ersten Feuerstößen von uns so viele gar nicht bis vorne an den Strand gekommen sind, da haben wir mal gehofft, na, wir halten die auf, die schaffens nicht. An Omaha Beach scheint die Landung zu scheitern. Der Angriff bleibt am Strand stecken. Alleine hier verlieren die Amerikaner an diesem Tag 2000 Mann. Wie den Atlantikwall nehmen? Bob Sales, amerikanischer Soldat Die saßen in Betonbunkern und feuerten aus ihren Scharten. Keine Chance, sie mit Granaten zu erwischen. Wir mussten hinter die Bunker kommen. Nahkampf. Mit allen Mitteln. Franz Gockel, deutscher Soldat Da haben die voll in die Scharten reingehalten, und in dem Moment krieg ich nen Schuss durch die Hand. Die Amerikaner sagten mir nachher, das ist n Millionen-Dollar-Schuss. Für diese Soldaten nimmt der Krieg ein gutes Ende. Hitlers Reich steht vor dem Untergang. Manfred Rommel, Sohn Rommels Mein Vater war sehr bald davon überzeugt, dass eine Niederlage droht. Dann musste man sich überlegen, ob man in Frankreich weiter kämpft mein Vater hat immer gesagt: so lange weiter kämpft, bis die Russen in Berlin sind oder ob man den Westalliierten den Weg nach Deutschland freimacht. Die erkämpfen sich den Weg. Der verzweifelte Versuch, die Alliierten noch ins Meer zurückzuwerfen, er misslingt. Ein Brückenkopf in Frankreich. Die zweite Front im Westen ist eröffnet. D-Day der Anfang vom Ende
- Anbieter
- Zolcer TV
- Jahr
- 2011
- Dauer
- 8:12 min
- Schlagworte
- 1944, D-Day, Aliierte, Normandie, Nationalsozialismus, Invasion, Krieg, Diktator, Bob Sales, Roy O. Stevens, Franz Gockel, Ken Russel, Bob Slaughter, Peter Masters, Adolf Hitler, Erwin Rommel , Histoclips
Sachgebiete
Für Vorschau, Merkliste und Kaufoptionen aktivieren Sie bitte JavaScript. Informationen zum Erwerb finden Sie in der Kaufanleitung.