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1943 - Entscheidung Stalingrad

Cover: 1943 - Entscheidung Stalingrad

Juni 42 –Marsch zum Kaukasus. Hitler braucht Öl für seinen Krieg. Den Bolschewismus will er vernichten – Lebensraum schaffen für seinen Wahn vom Weltreich. O-Ton Insert: Edith Gehlert Rotkreuzschwester „Manchmal ging der Vormarsch sehr schnell und dann hat man gedacht, um Gottes Willen, wie sollen die langen Nachschubwege je überbrückt werden.“ Immer wieder Zwangspausen – Es fehlt an Treibstoff und Verpflegung. Der Krieg zeigt sein wahres Gesicht. O-Ton Insert: Kurt Palm Soldat in Stalingrad "Der kam auf mich zugelaufen und hat ...ich bin verwundet. Und der hat seine Därme in den Händen gehabt, getragen... Da kam er auf mich zu. Das war der erste Verwundete, den ich gesehen hab." Und es ist erst der Anfang. Als die Soldaten den Don erreichen, spaltet Hitler die Armeen. Die Heeresgruppe B marschiert nach Stalingrad, die Heeresgruppe A zum Öl. Doch Stalin hat die Anlagen zerstören lassen. In Stalingrad ahnt man noch nichts von der drohenden Gefahr. Nur wenige sowjetische Soldaten sind in der Stadt. O-Ton Insert: Clawdia Schapowalowa Stalingraderin (russisch): „Wir fragten die von der Front zurückkehrenden Truppen „Hört mal, Junges, ihr lasst die Faschisten doch nicht bis nach Stalingrad durch?“ Sie sagten: „Nein, wie kommt ihr denn da drauf, die kommen nicht durch!“ Und wir waren voller Vertrauen.“ August ´42 Deutsche Flieger über Stalingrad. Hunderte Tonnen Spreng- und Brandbomben zerstören die Stadt. Die berühmte 6. Armee soll vor dem Winter noch die Metropole an der Wolga nehmen. Zweifel bei den Generälen: Warnungen – Die Front sei überdehnt – die Kräfte zu schwach Doch Hitler will die Stadt, die Stalins Namen trägt, um jeden Preis. Der plant derweil den Gegenschlag – mit frischen Truppen aus Sibirien. Noch aber stehen seine Männer in der Stadt – im Kampf um jeden Meter Boden. O-Ton Insert: Iwan Stepantschuk Soldat in Stalingrad (russisch): "Stalin hatte den Befehl gegeben. "Kein Schritt zurück" und dieses Wort "Kein Schritt zurück" – Das war's. Das begriffen wir. Für uns gab es kein anderes Land. Die Wolga war die letzte Linie. Hier mussten wir sterben oder Hitler besiegen." Im Oktober Kampf um die Geschützfabrik Rote Barrikade. Kampf um jede Straße, jedes Haus... O-Ton Insert: Kurt Palm Soldat in Stalingrad „Ich hab Lungenschüsse gehabt, und hinten ein riesiges Loch gehabt – in der Lunge und in den Rippen, und da hab ich draus geatmet. Und mein Mund war zu und meine Nase. Und da hab ich dann so gepfiffen und da hab ich gedacht, jetzt pfeifst Du aus dem letzten Loch. Und da war mein Gedanke, ich will nicht sterben, ich will nicht sterben.“ Bald stirbt die ganze Armee. Am 19. November kommt der Gegenschlag. Frische sowjetische Truppen überrennen schlecht bewaffnete Verbände an den Flanken. Trotz heftiger Gegenwehr schließen die Russen den Kessel – 300 000 Mann sitzen in der Falle. Hitler befiehlt „Ausharren“. Göring verspricht Versorgung aus der Luft – blanker Wahn. Essen, Treibstoff, Munition – nur ein Bruchteil kommt im Kessel an. Und nur ein Bruchteil der Verwundeten kann ihm entkommen – panische Verzweiflung. O-Ton Insert: Günter Wolff: Versorgungsflieger „Nur unter dem Vorsatz, die musst die Leute rausholen .... sonst überstehen Sie das nicht. Die Schreie, das Jammern, das Stöhnen, vergessen Sie nicht. Nur das Motorengeräusch hat das dann übertönt.“ Die Sowjets schnüren den Kessel weiter ein. Nur von außen sind die Eingeschlossenen zu retten. Eine deutsche Panzergruppe soll den Ring jetzt sprengen. Doch sie kommt nicht durch. O-Ton Insert: Heinrich Meidinger Offizier in Stalingrad "Und am Heiligabend dann entfernte sich dieses Mündungsfeuer weiter dann in Richtung Süden und es kam dann auch bald die Nachricht durch – die Bereitstellung für diesen Gegenstoß ist aufgehoben. Und damit war für mich jedenfalls klar. Unser Schicksal ist besiegelt. Jetzt gibt es kein Entrinnen mehr." Weihnachten in Stalingrad und keine Waffenruhe. Minus 40 Grad – mehr Tote durch Hunger und Kälte als in Kämpfen. O-Ton Insert: Edith Gehlert Rotkreuzschwester „Wissen Sie, wenn die Hände schwarz waren und die Füße schwarz, dann zeichneten sich die Linien ab, dass sie abgesetzt werden mussten, gab es bloß noch Amputationen, was anderes gab es nicht.“ Januar 43. Die Rote Armee setzt an – zum vernichtenden Schlag. Im Kessel – Kampf ums nackte Überleben. Die Armee – am Ende. O-Ton Insert: Josef Schaaf: Offizier in Stalingrad „Es wurden Pferde, die schon wochenlang vorher verendet waren und die dann aufgedunsen schon in Verwesung übergegangen waren, wurden mittels Handgranate so ein bisschen in Stücke gerissen und dann wurde das Pferdefleisch in Schneewasser gekocht.“ Am Ende wird nur noch gestorben. In den Kellerlöchern der zerstörten Stadt stoßen die Rotarmisten auf die Reste der zerschlagenen Armee. Wenige Überlebende – halb verhungert und völlig erschöpft. Für die Sowjets ist Stalingrad mehr als ein Sieg: Gebrochen ist der Nimbus von der unschlagbaren Wehrmacht O-Ton Insert: Michail Poselski Frontkameramann (russisch): „Die Leute taten einem leid, einfach nur leid. Sie waren halb erfroren, ausgemergelt, halbverhungert. Sie taten einem leid. Viele von Ihnen weinten. Sie begriffen, was Ihnen bevorstand. Im Prinzip hätten sie alle ins Krankenhaus gehört. Alle waren krank. Gesunde deutsche Soldaten habe ich keine gesehen.“ O-Ton Insert: Paul Jordan Ordonnanzoffizier "Die meisten sind ja gestorben an Flecktyphus,... das war ja eine schreckliche Sache." Rund 200 000 Tote – die Generäle überleben. Von ihnen kehrt nur einer nicht in die Heimat zurück.

Anbieter
Zolcer TV
Jahr
2011
Dauer
8:18 min
Schlagworte
1943, Stalingrad, Rußland, Hitler, General Paulus, Drittes Reich, Nationalsozialismus, Stalin, Ostfront, Krieg, Diktator, Histoclips

Sachgebiete

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