Edupool Marketplace

1941 - Angriff auf Pearl Harbour

Cover: 1941 - Angriff auf Pearl Harbour

Start im Morgengrauen. 200 Meilen nördlich von Pearl Harbour heben japanische Kampfflieger von ihren Trägern ab. Im Schutz der Nacht hat sich Japans Flotte Hawaii genähert. Sonntagmorgen, 7. Dezember 41. Hauptquartier der amerikanischen Pazifik-Flotte: Pearl Harbor auf Hawaii. Auf der Insel beginnen die Gottesdienste für US-Matrosen. Die japanischen Piloten brauchen eineinhalb Stunden Flugzeit bis Pearl Harbor. Zenji Abe – Japanischer Kampfpilot „Ich wusste nicht, ob ich von diesem Einsatz lebend zurückkehren würde. Deshalb habe ich mein Testament gemacht und meiner Familie übergeben. Auf dem Flug nahm ich ein Foto mit, von meiner Frau und meinem Sohn.“ Japans Expansion begann in den 30er Jahren. Unter Kaiser Hirohito will das Reich der aufgehenden Sonne Weltmacht werden. Der brutale Angriffskrieg gegen China zeigt, dass Japan dafür alle Mittel Recht sind. Dem Terror der Besatzer fallen hunderttausende Chinesen zum Opfer. Es ist nur der Anfang. Juli 41, in Tokio wird eine Radioansprache von US-Präsident Roosevelt empfangen. Amerika verhängt ein Öl-Embargo gegen Japan. Robert Feary, 1941 US-Botschaft Tokio „Es bestand die Gefahr, dass sich die Japaner an die Wand gedrängt fühlten und dachten, ein Krieg sei sowieso unvermeidlich. Jedes Mal, wenn in Tokio ein Taxi um die Ecke bog, hatten sie weniger Öl.“ August 41: In Washington ringen Japan und die USA um Frieden. Die Verhandlungen ziehen sich ergebnislos in die Länge. Amerika bleibt hart, doch Japan braucht dringend Zugang zum Öl. Robert Feary, US-Botschaft Tokio „Die Enttäuschung war groß. Erst spät in den Verhandlungen gab es einen Vorschlag, Ende November, den die amerikanische Regierung nach Tokio schickte. Und der wurde dort als Ultimatum aufgefasst.“ Die Zeichen stehen auf Krieg: die US-Flotte in Pearl Harbour ist für Admiral Yamamoto der Dolch an der Kehle Japans. Die letzten Minuten des Friedens. Pearl Harbour, Sechster Dezember, kurz vor acht Uhr früh. Im Hafen findet ein Baseballspiel statt. Verwundete US-Soldaten sind die Zuschauer. Die Krankenschwester Myrtle Watson begleitet sie. Myrtle Watson, Krankenschwester: Die Patienten waren noch nicht lange da, als wir die Flugzeuge sahen. Es war fünf vor acht. Seit einer Stunde hatten wir Dienst. Niemand stört sich an den Flugzeugen. Die Menschen glauben, amerikanische Maschinen machen einen Übungsflug. Zenji Abe, japanischer Kampfpilot Es war windig, etwas bewölkt und wir machten uns Sorgen, ob wir das Ziel sehen würden. Dann hörten wir den Funkspruch. Der Funkspruch informiert die japanische Flotte: Die Überraschung ist geglückt. Robert Norman, USS „Nevada“ Das kann man wohl sagen, das war eine Überraschung. Als ich an Deck kam, zog gerade ein japanisches Flugzeug hoch, das uns mit seinen Maschinengewehren beharkte, nachdem es sein Torpedo abgeworfen hatte. Die Japaner versenken fast ein halbes Dutzend Schiffe in der ersten Angriffswelle. Die stolze Flotte ist den Luftangriffen schutzlos ausgeliefert. Myrtle Watson Die Flugzeuge flogen so tief. Wir sahen die aufgehende Sonne, das Abzeichen der Japaner. Wir sahen die roten Halstücher der Piloten. Sie waren so tief, dass wir sogar das Grinsen in ihren Gesichtern sehen konnten. Doch auch die Männer, die den Tod bringen, haben Todesangst. Zenji Abe, japanischer Kampfpilot Im Sturzflug sah ich, wie Leuchtspurmunition auf uns zukam. Ich wusste, dass die Kugeln, die ich sehe, mich nicht treffen werden. Es ist immer die Kugel, die man nicht sieht. Doch ich hatte keine Zeit, mir darüber Gedanken zu machen. Der Feind wartete. Pearl Harbor in Flammen. Die großen amerikanischen Schlachtschiffe sind ein leichtes Ziel. Robert Norman, USS „Nevada“ Wir stiegen über Leichen und stemmten uns hinter die MGs, zogen die Toten von den Geschützen und zwängten uns selbst dahinter. Kein Platz auf der Insel ist sicher. Die Japaner greifen alles an, was sich bewegt. Überall im Hafengelände Tote und Verwundete. Myrtle Watson, Krankenschwester Sie brachten die Opfer so schnell, dass wir kaum noch die Toten von den Lebenden trennen konnten. Sie stapelten sie aufeinander, und der Sergeant ging mit einer Spritze Morphium herum und gab ihnen eine Injektion. Das war alles, was er tun konnte. Am Ende wird auch die Arizona versenkt, das Flaggschiff der Pazifikflotte. Fast zweieinhalb tausend Menschen getötet. Japan hat Amerika in den Krieg gezwungen. Die Kriegserklärung kommt später. Präsident Roosevelt bereitet die Amerikaner auf einen langen Kampf vor. Der Tag des Angriffs auf Pearl Harbor werde weiterleben, in ewiger Schande. Zenji Abe, Japanischer Kampfpilot Ein Überraschungsangriff muss überraschen. Aber erst nach einer Kriegserklärung, notfalls schon nach fünf Minuten. Es ist eine große Schande, dass unsere Erklärung die Amerikaner in Pearl Harbor nie erreicht hat. Wie überraschend war der Angriff wirklich? Die amerikanische Abwehr hatte schon vor Monaten verdächtige Funksprüche nach Tokio aufgefangen, über die Flottenstärke und Auslaufzeiten in Pearl Harbor. War der Überfall gar ein willkommener Vorwand, um die USA in einen Krieg zu führen, den ihr Präsident für unvermeidlich hielt. Robert Feary, US-Botschaft in Tokio Es wird ja da und dort gemunkelt, dass Roosevelt die Japaner zu dem Angriff provoziert hat. Ich glaube das auf keinen Fall. Roosevelt hatte genug Probleme, Amerika für einen Krieg in Europa zu gewinnen. Das letzte was er brauchen konnte, war ein weiterer Krieg im Pazifik. Die Trümmer von Pearl Harbor – sie wecken erst die Kriegsbereitschaft der brüskierten Nation. Robert Norman Sich an Pearl Harbor zu erinnern, heißt, zu wissen, warum unser Land in den Krieg zog. Und zwar so in den Krieg zog, dass es ihn nicht verlieren würde. Im Pazifik wird der Krieg zum Weltkrieg. Enden wird er mit der Niederlage seiner Aggressoren.

Anbieter
Zolcer TV
Jahr
2011
Dauer
8:18 min
Schlagworte
1941, Pearl Harbor, Japan, 2. Weltkrieg, Faschismus, Hawai, Joseph Taussig, Myrtle Watson, Robert, Feary, Robert Norman, Zenij Abe , Histoclips

Sachgebiete

Für Vorschau, Merkliste und Kaufoptionen aktivieren Sie bitte JavaScript. Informationen zum Erwerb finden Sie in der Kaufanleitung.