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1940 - Hitler in Paris

Cover: 1940 - Hitler in Paris

Das Hakenkreuz über Paris. Etappe nur für einen Mann, der ganz Europa unterjochen will. Ortstermin um 6 Uhr früh. Hitler will den Sieg persönlich begehen, genüsslich und in aller Stille. Die Straßen sind wie leergefegt. - als gehöre die Stadt nur ihm allein, - als habe er genommen, was ihm längst schon “zustehe“ Ewald von Kleist, Soldat, später im Widerstand um Stauffenberg Hitler musste das selbstverständlich nun als einen ganz ungeheuren Triumph empfinden, dass Frankreich besiegt war oder um es noch mehr zu personalisieren, dass er Frankreich besiegt hat. Nach dem Sieg in Polen. Vor dem Krieg im Westen Heuchelt Hitler Friedenswillen, wie vor jedem Raubzug. . O-Ton Hitler (im On) nach Polenfeldzug Datum Als Führer des deutschen Volkes kann ich in diesem Augenblick dem Herrgott nur danken, dass er uns in unserem ersten schweren Kampf um unser Recht so wunderbar gesegnet hat und ihn bitten, dass er uns und alle anderen den richtigen Weg finden lässt – auf dass nicht nur dem deutschen Volk, sondern ganz Europa ein neues Glück des Friedens zuteil wird. In Wahrheit sucht er die Revanche für alte Niederlagen. Will Frankreich ausschalten. Diesmal sollen die Deutschen auf den Schlachtfelder des 1. Weltkriegs siegen. Bernd Freytag von Loringhoven, Soldat in Frankreich Der ursprüngliche Aufmarschplan sah ja vor, dass die deutsche Armee mit einem starken rechten Flügel, wie gehabt 1914, durch Holland und Belgien, also Holland kam noch hinzu, im Ersten Weltkrieg war ja Holland noch ausgespart, in die nordfranzösische Ebene vorstoßen sollte, in Richtung auf Paris. Mit dem alten Plan ist Hitler unzufrieden. Auch ein Offizier im Generalstab. Mit einem Gegenplan macht er sich einen Namen. Erich von Manstein. Hitler lädt ihn zu sich ein und ist beeindruckt. Der Angriff im Norden soll nur ablenken. In der Mitte stoßen Panzerarmeen vor - ein Sichelschnitt quer durch die Ardennen. Doch der Kriegsherr zögert. 29mal verschiebt er den Angriff. O-Ton Insert: Hitler im Tischgespräch /Datum ?????) Hätte ich Jahre 39 Frankreich erledigt, dann wäre die Weltgeschichte anders gelaufen. So musste ich bis zum Jahre 1940 warten, und das ging nun leider nicht vor Mai ... Der 10. Mai war der erste schöne Tag. Am 10. Mai habe ich sofort angegriffen. Neutrale Länder sind die ersten Opfer Belgien und Holland sollen im Handstreich “erledigt“ werden. Hitler plant diesen Krieg von vornherein als “Blitzkrieg“. In der Wehrmacht-Führung regt sich Unmut, doch kein Widerspruch. Johann Graf von Kielmannsegg, Generalstabsoffizier Erste Panzerdivision Wir hatten alle ein bisschen Bammel davor, wie wird das ausgehen, weil ja ein Zeitplan unbedingt eingehalten werden musste. Das gehört auch in den Sichelschnittplan hinein. Wenn wir, das war uns allen klar, wenn wir nicht am 13. mittags ungefähr, nachmittags, über die Maas waren, dann ging das schief. Doch wird nach Plan gesiegt. Nach vier Tagen über Holland, dann über Belgien. Nach zehn Tagen erreichen deutsche Panzer die Kanalküste. Johann Graf von Kielmannsegg Die Franzosen haben es eben einfach für unmöglich gehalten, dass man mit einer starken, motorisierten Armee durch die Ardennen überhaupt durchkäme. Bei Dünkirchen kesselt die Wehrmacht das britische Korps ein, das Frankreich zur Seite stand. Doch Hitler befiehlt, die Panzer stoppen! Er lässt die Briten entkommen. 340.000 Mann holen die Engländer über den Kanal heim. Die deutschen Soldaten erobern einen menschenleeren Strand. Viele fragen sich, warum ihr Kriegsherr so entschied. Ewald von Kleist Ich könnte mir eben denken, dass er auf eine Einigungsmöglichkeit mit England gehofft hat. Denn er war den Engländern gegenüber eigentlich im Grunde sehr positiv eingestellt. Frankreich aber wird bezwungen. Nach sechs Wochen ist der Kampf entschieden. Ein Wort der Propaganda wird zum Trauma der Besiegten. Claude Mosse, Bewohnerin von Paris Das Wort “Blitzkrieg“ haben wir schnell gelernt. Dieser Krieg traf uns wirklich wie ein Blitz. Die Schnelligkeit, mit der das alles über uns kam. Wir waren wie gelähmt. O-Ton OKW-Bericht Das Oberkommando der Wehrmacht gibt bekannt: der völlige Zusammenbruch der ganzen französischen Front. Die Nachricht vom totalen Sieg lässt den Kriegsherrn jubilieren. Wer will da noch an seiner “Kriegskunst“ zweifeln? Nun darf die Wochenschau auch eigene Opfer zeigen. Verwundete ins Bild gesetzt für Hitlers Blitzbesuch. Doch die Begeisterung ist eher lau. Dafür treibt Hitlers engster Kriegsgehilfe, Keitel, den sie auch Lakeitel nennen, die “Lobpreisung“ ins Absurde. Ewald von Kleist Der Ausdruck “Größter Feldherr aller Zeiten”. Ich finde diesen Ausspruch erstaunlich. Man könnte ihn so lassen, wenn man das Wort “Feldherr” ersetzt durch das Wort “Hasardeur”. Hitler war sicher der größte Hasardeur, den es gegeben hat. Und Revanchist. Wo sich einst die Deutschen unterwerfen mussten, soll jetzt Frankreich unterworfen werden. Genugtuung für den einstigen Gefreiten. Die Kapitulation soll am gleichen Schauplatz stattfinden wie 1918 - mit vertauschten Rollen. Im Waggon von Compiegne. Claude Mosse, Bewohnerin von Paris Hitler wollte Frankreich und die Franzosen demütigen. Überall die Hakenkreuzfahnen an den öffentlichen Gebäuden – das war einfach furchtbar. Vier Jahre Besatzung stehen noch bevor. Hitler nimmt die Stadt ein einziges Mal in Augenschein. Am Morgen nach dem Sieg. Besuch der Ruhestätte eines “Feldherrn“, den er noch übertreffen will. Am Grab Napoleons, der dort scheiterte, wo er noch scheitern wird. Triumphzug in Berlin. Der Diktator ist so populär wie nie. Und nie mehr wieder. Hans-Jürgen Habenicht Das habe ich im Bekanntenkreis erlebt, dass gebetet wurde zu Hitler, nicht für Hitler, sondern zu Hitler. - bitte freistehen lassen - Winrich Behr In der Zeit des Polenfeldzugs, Frankreichfeldzugs war doch Hitler, ..., außerhalb jeder Kritik von uns normalen Frontoffizieren. Widerstand wächst erst nach einer Niederlage, die sein Wahn vom Lebensraum heraufbeschwört.

Anbieter
Zolcer TV
Jahr
2011
Dauer
8:21 min
Schlagworte
1940, Adolf Hitler, Paris, Nationalsoziallismus, Westfront, Besatzung, Krieg, Diktator, Eva Humbert, Ewald von Kleist, Claude Mosse, Gerhard Nägele, Otto von Habsburg, Johann Graf von Kielmannsegg, Bernd Freytag von Loringhoven, Winrich Behr, Histoclips

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