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1911 - Der Wettlauf zum Südpol

Cover: 1911 - Der Wettlauf zum Südpol

Aufbruch. Der Brite Robert Falcon Scott hat monatelang die Expedition zum Südpol vorbereitet - mit Unterstützung der königlichen Marine. Lady Philipa Scott, Schwiegertochter Es war seine große Chance als Marineoffizier. Er war sehr jung. Als er gefragt wurde, ob er die Expedition führen wolle, war das eine aufregende Sache. Scott ahnt nicht, dass zur selben Zeit ein Norweger die Eroberung des Südpols plant. Einer, der eigentlich zum Nordpol wollte, Roald Amundsen. Doch als ein Amerikaner ihm da zuvorkommt, notiert der Norweger: (Sprecherstimme:) “Um meinen guten Ruf als Forscher zu behalten, brauche ich einen sensationellen Sieg” Nun ist der Südpol sein Ziel. Anders als Scott plant Amundsen heimlich. Die Geldgeber lässt er im Glauben, sein Ziel sei immer noch der Nordpol. Keiner kennt die Wahrheit. Die Mannschaft ist völlig überrascht, als Amundsen plötzlich den Kurs ändert. Auf hoher See kommt die Order: Richtung Süden Anne-Christine Jacobsen, Großnichte Amundsens Sie haben nicht rebelliert. Und sie wurden auch zu nichts gezwungen. Sie kamen freiwillig mit. Niemand hat das Schiff verlassen. Alle sind mit zum Südpol gefahren. Sie müssen wirklich an ihn geglaubt haben. Erst nach zwanzig Wochen auf See telegrafiert Amundsen dem Rivalen: “Ich muß Sie informieren, daß sich mein Schiff der Antarktis nähert.” Der Norweger fordert den Briten heraus. Anne-Christine Jacobsen, Großnichte Amundsens Scott war ein Offizier. Für ihn ging es um militärische Ehren. Amundsen dagegen machte das nur für sich selbst – ausschließlich. 1. Januar 1911 - einen Tag früher als erwartet – erreichen die Norweger die Bucht der Wale. Vor ihnen die gewaltigen Eisriffe der unbewohnten Antarktis. Ein Basislager wird errichtet. Dann erkunden die Skandinavier die unbekannte Küste. Sie bleiben nicht allein, 2 Wochen später läuft Scotts Schiff "Terra Nova” in derselben Bucht ein. Scott, der Offizier im Dienste seiner Majestät, und Amundsen, der Einzelgänger, meiden die direkte Begegnung. Nur ihre Mannschaften besuchen sich. Ausrüstung und Pläne der Rivalen machen neugierig. Anne-Christine Jacobsen Es war ein Kommen und Gehen. Die Mannschaften machten kleinere Expeditionen, es war viel los. Aber bezeichnend war, dass die beiden sich nicht treffen wollten. Die Teams vertreiben sich die Zeit mit Sport beim Warten auf besseres Wetter. Mehrere Wochen. Scott ist nervös, der Konkurrent macht ihm zu schaffen. In sein Tagebuch notiert er: (Sprecherstimme) “Es fällt mir schwer, nicht ständig an die Norweger zu denken.” Lady Philippa Scott, Schwiegertochter Scott wollte nicht, dass die Expedition zum Wettlauf wird. Es war Amundsen, der daraus einen Zweikampf machte. Schon als plötzlich auftauchte, ohne es vorher angekündigt zu haben. Amundsen will direkt zum Pol - durch unbekanntes Gebiet. Scotts Weg ist länger, aber teilweise erforscht. Das Rennen ist eröffnet. Der Norweger setzt auf die Schlittenhunde seiner Heimat - gewöhnt an extreme Kälte und an schwere Lasten. Erschöpfte Tiere lässt er erschießen: Proviant für die Mannschaft. Anne Christine Jacobsen „Amundsen war sehr autoritär. Ganz sicher. Vermutlich war er auch rücksichtslos und unbarmherzig.“ Scott will mit Motorschlitten an den Pol. Doch sind sie untauglich bei Temperaturen bis zu 50 Grad unter Null. Auch die Ponies halten nicht lange durch. Scott lässt sie notgedrungen schlachten. Lady Philippa Scott „Sie haben ihn als Leiter der Expedition sehr respektiert und bewundert. Er war ein sehr emotionaler Mensch. Es tat ihm furchtbar leid, als er die Tiere töten lassen mußte, weil sie so erschöpft waren.“ Scotts Männer müssen die Schlitten nun selber ziehen. 100 Kilo pro Mann durch Schnee und Eis – eine Tortur. Doch die Briten geben nicht auf. Lady Philippa Scott „Wir Engländer sind nicht gewohnt, Ski zu laufen. Wir haben kaum Schnee. Doch Amundsen, als Norweger, der kannte die Verhältnisse. Ich denke, auf diesem Gebiet war er im Vorteil.“ Die Norweger machen Tempo. Sie wissen nichts von den Problemen der Briten. Amundsen sieht nur ein Ziel: 900 Meilen, 90 Grad Süd. Nach zwei Monaten Strapazen ist Amundsen am Ort seiner Träume, dem Südpol. Er erreicht ihn am 14. Dezember 1911. Anne-Christine Jacobsen „Er freute sich, er war stolz, er war am Ziel.“ Bevor der Norweger wieder aufbricht, hinterlässt er dem Rivalen einen zynischen Brief. Als Scott mit seinen Männern vier Wochen später den Pol erreicht, ist er völlig erschöpft. Der Weg zurück - ein Wettlauf gegen den Tod. Die Vorräte sind aufgebraucht. Scott ahnt, dass keiner von ihnen die Heimat wiedersieht: “Um Gottes Willen", schreibt er, "sorgt für unsere Hinterbliebenen.” Lady Phillipa Scott „Sie waren nur 11 Meilen vom nächsten Lager entfernt. Aber sie kamen nicht mehr aus ihren Zelten. Es hörte nicht mehr auf zu schneien und zu stürmen. Wenn das Wetter nur einen Tag besser gewesen wäre, hätten sie es schaffen können.“ Die Schiffsmannschaft der Briten findet die Toten. In einem Stiefel von Scott: Amundsens Brief an den norwegischen König - für alle Fälle: "Norwegen war zuerst am Pol." Zuhause ist Amundsen der Held. Anne Christine Jacobsen „Für Amundsen war das der Triumph, aber sein Glück war überschattet von Scotts Tod. Die Briten machten ihn dafür mitverantwortlich.“ 16 Jahre nach Scotts Tod wird Amundsen der Nordpol zum Schicksal. Ein italienischer Forscher wird dort vermisst. Der Norweger macht sich auf die Suche. Letztes Bild des Mannes, der zuerst am Südpol war. Anne Christine Jacobsen „Man kann es Schicksal nennen, beide starben an Orten, die ihnen wirklich am Herz lagen.“ Im Juni 1928 fliegt Amundsen zum Nordpol auf. Am frühen Abend bricht die Funkverbindung ab. Das Flugzeug wurde nie gefunden.

Anbieter
Zolcer TV
Jahr
2011
Dauer
0:00 min
Schlagworte
Südpol, Forscher, Expedition, Roald Engelbregt Gravning Amundsen, Robert Scott, 100 Jahre, 1911, Entdeckung, Polarkreis, Antarktis, Nordpol, Bucht der Wale, Polarforscher, tragisch, Wettlauf, Wettrennen, Rivalen, Histoclips

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