1903 - Der Traum vom Fliegen
Zuerst fliegt eine Münze. Sie entscheidet: Als erster in die Luft darf der Ältere der Gebrüder Wright - Wilbur - Zum ersten Motorflug der Menschheit. - Der längste und zugleich kürzeste - 3 ½ Sekunden. Der Höhenflug beginnt in der Provinz: Dayton, Ohio. Mit einem handgefertigten Propeller träumen Orville und Wilbur Wright schon als Kinder davon abzuheben. Als Erwachsene träumen sie weiter. Wilkinson Wright, Großneffe Sie waren einfache Pfarrerssöhne. Und wie man sich denken kann, tadellos, sauber und außergewöhnlich höflich. Sie fluchten und sie tranken nicht. Ihnen macht eine andere Sucht zu schaffen. Wilbur schreibt: Ich glaube, daß mich das viel Geld kosten wird und vielleicht mein Leben. Noch sind die Träume verwegener als die Technik fortgeschritten. Pionierarbeit. (auf Atmo achten) Bessenheit. Der Deutsche Otto Lilienthal dafür mit dem Leben Wilkinson Wright, Großneffe Lilienthal stürzte mit seinem Gleiter ab. Und als die Wrights feststellten, dass seine Berechnungen ihnen nicht weiterhalfen, da fingen sie eben selbst an. Zwei Schuppen in den Dünen von Kitty Hawk am Atlantik. Hier bauen die Fahrradkonstrukteure Wilbur und Orvill ihren ersten Flugapparat - in aller Abgeschiedenheit. Familie Wright hält nicht viel von der unnützen Bastelei. Wilkinson Wright, Großneffe Die Familie dachte, sobald sie in Kitty Hawk sind, im Sand und in der Sonne, lassen sie es sich gutgehen, vertrödeln sie die Zeit. Tatsächlich bauen die Wrights hier nicht nur ihre Flugmaschine, sie erfinden gleich das Testgerät mit, den Windkanal - ein Meilenstein der Technik. Darell Collins, Leiter Kitty Hawk-Memorial Sie nannten ihren Windtunnel auch "die magische Kiste", weil das Gerät das Geheimnis des Fliegens preisgab. Test im Sommer 1902. Noch hat das Fluggerät keinen Motor, aber steuern lässt es sich. So sind die Wrights im Wettbewerb der Pioniere einen Flügelschlag voraus. Doch die Brüder müssen zurück, nach Dayton. Mal wieder Geld verdienen, mit Fahrrädern. Für Propeller geben sie es aus. Wilkinson Wright, Großneffe Viele Menschen denken, dass das zwei Fahrradmechaniker waren, die irgendwie über das Geheimnis des Fliegens gestolpert sind. In Wirklichkeit haben sie sechs Jahre gebraucht, um die Gesetze des Fliegens zu entdecken. 17. Dezember 1903. In Kitty Hawk soll ein Testflug stattfinden Sturm zieht auf. Tom Crouch, Flug-Historiker Um 10 Uhr 35 war es soweit. Orville war an der Reihe. Wilbur hatte ja schon vorher seine Chance, mit seinem Flug, der ja nur dreieinhalb Sekunden dauerte. Nun war Orville am Zug. - freistehen lassen - Darrell Collins, Leiter Kitty Hawk-Memorial Als er das Halteseil kappte, rollte das Flugzeug in einen starken Gegenwind von 30 Meilen und hob mit einem Speed von sieben acht Meilen ab. - freistehen lassen - Darrell Collins Er hob ab und flog. 36 Meter in zwölf Sekunden - zwölf Sekunden auf dem Weg zu den Sternen. Nur wenige erlebten das Schauspiel mit. Ein Foto dokumentiert die Sensation. Ein Gruß an die Familie. Heute viermal geflogen - sind an Weihnachten zuhause. Wilkinson Wright, Großneffe Sie haben gesagt, dass sie es schaffen würden, und sie haben es geschafft. Und wenn sie sagten, dass sie etwas anpacken, dann zweifelte die Familie nicht mehr daran, dass sie erreichen, was sie sich vorgenommen haben. Sommer 1904: Fünf Minuten kann die Maschine inzwischen fliegen. Ausgerechnet beim ersten Pressetermin herrscht Windstille. Darell Collins, Kitty Hawk - Memorial Das war sehr frustrierend. Fliegen galt immer noch als Wunder, die Menschen glaubten einfach nicht, dass sie wirklich geflogen sind. So erntet ein Europäer die Lorbeeren. Als Vater des Motor-Fluges galt zunächst Alberto Santos-Dumont, der seine Übungen öffentlich vorführte - dreihundert Meter weit. Tom Crouch, Historiker Einige tollkühne Europäer flogen auch, aber ohne echte Kontrolle über ihre Maschinen. Sie riskierten Kopf und Kragen, denn sie verstanden längst nicht so viel vom Fliegen wie die Gebrüder Wright. August 1908: Jetzt zeigen die Wrights ihr Können auf dem Kontinent. In Frankreich führt Wilbur der Welt vor, was es heißt - fliegen. Höher und weiter als jemand zuvor. Darell Collins, Leiter Kitty Hawk - Memorial Das hatte die Menschheit seit tausend Jahren versucht - und diese einfachen Männer schafften es. Dass sie die Grundlagen des Fliegens begriffen, das war schon unglaublich. Ein Monat später in Fort Myer: Orville fliegt vor interessierter Prominenz - auch aus dem Kriegsministerium. Die Maschine wechselt den Besitzer, für eine stolze Summe: 30.000 Dollar. Und dann der erste Passagier der Luftfahrt: ein erwartungsvoller Offizier. Die Maschine stürzt ab, der Passagier stirbt, der Pilot überlebt Wilkinson Wright, Großneffe Orvilles Absturz in Fort Myer quälte seinen Bruder Wilbur. Er glaubte, wenn ich da gewesen wäre, wäre das nicht passiert.. Trotz alledem - der Ruhm der Brüder Wright ist nun nicht mehr zu trüben, auch - wenn sich allzu bald das Militär weltweit des friedlichen Traumes vom Fliegen bemächtigt. Darell Collins, Kitty Hawk - Memorial Genauso, wie sie ihr Flugzeug bauten, mit Hilfe des Windtunnels und der Testflüge, bauen die Menschen auch heute noch Flugzeuge, bis hin zu denen, die nur noch im Computer konstruiert werden. Die Gebrüder Wright haben das Fundament gelegt für alles, was danach kam, und sie haben es so gut gelegt, dass alles weitere ein Kinderspiel war. Orville Wright mit seinen Großneffen, 20 Jahre nach Kitty Hawk. Der Traum hat sich erfüllt. Das Spielzeug ist geblieben.
- Anbieter
- Zolcer TV
- Jahr
- 2011
- Dauer
- 8:16 min
- Schlagworte
- 1903, Gebrüder Wright, Flugzeug, Kitty Hawk, Wilbur Wright, Orville Wright, Flugpionier, Flugzeug, Erster Flug, Luftfahrt, Histoclips
Sachgebiete
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