1991 - Operation Wüstensturm
In einem Handstreich überfallen irakische Truppen das kleine Nachbarland Kuweit am Persischen Golf. Saddam Hussein provoziert die UNO, die sich nun mit einem Ziel zusammenschließt. Den Diktator zum Rückzug zu zwingen: Eine Anti-Saddam-Koalition quer durch alte Blöcke. So wichtig ist die Öl-Region am Golf, dass schließlich 26 Staaten Kuweit mitbefreien wollen, unter amerikanischem Kommando. Richard Cheney, 1991 US-Verteidigungsminister Der Krieg sollte die irakische Aggression gegen ein Mitglied der United Nations abwehren. Natürlich spielten die enormen Ölreserven und die Frage, wer sie kontrolliert, eine große Rolle. Dies sollte jedenfalls nicht Saddam Hussein sein. Januar ´91, Operation Desert Storm, Wüstensturm. Die ersten Bilder eines Krieges, der angeblich so geführt wird wie er aussieht: sauber und präzise, wie ein Computerspiel. Peter Arnett, 1991 CNN-Reporter in Bagdad: Um 2.25 Uhr Bagdad-Zeit gingen die ersten Sirenen los, und der Himmel war erleuchtet von Flak und Scheinwerfern. Im Luftkrieg über dem Irak bietet die Anti-Saddam-Koalition das Modernste auf, was die Arsenale bieten. Tarnkappen-Bomber und sogenannte smart weapons, die selbst ihr Ziel finden und in den ersten Angriffswellen die Nervenzentren der irakischen Armee treffen. Reality-TV. Mit ausgesuchten Bildern für die Welt wollen die Amerikaner zeigen, was ihre Technik alles kann. Richard Cheney, ehem. US-Verteidigungsminister Tatsächlich zerstörte sie Iraks militärische Kapazitäten. Ich glaube nicht, dass Saddam Hussein die geringste Idee hatte, was eine moderne Luftwaffe ihm antun konnte. Saddam hält dagegen. Raketenangriffe auf Israel, den alten Erzfeind. Die Scud-Sprengköpfe richten wenig Schaden an, doch schüren sie Angst. Angst vor Giftgas. Die Amerikaner stationieren Patriots in Israel: Anti-Raketen-Raketen. Die Bilder vom Abschuss einiger Scuds gehen um die Welt. Doch der Schein trügt: Paul Sullivan, US-Soldat im Golfkrieg Eine Untersuchung des amerikanischen Kongresses vor ein paar Jahren fand heraus, dass das Verteidigungsministerium gelogen hat. Tatsächlich schoss nur eine von vier oder sogar nur eine von zehn Patriots irakische Scud-Raketen ab. Der Krieg, wie ihn die Welt gezeigt bekommt er sieht so aus: Die Koalition schlägt Saddam aus der Luft, präzise und höchst effizient. Reporter vor Ort wie Peter Arnett dürfen die Folgen nicht zeigen. Solche Bilder passen nicht ins Bild. Peter Arnett, CNN-Reporter in Bagdad Es war die meistzensierte Berichterstattung der zeitgenössischen Geschichte. Die US-Regierung wollte mich diskreditieren. Sie behauptete, ich sei das Sprachrohr für Saddam Husseins Propaganda und würde der USA und der ganzen Welt schaden. Die Vorbereitungen zum Krieg am Boden beginnen. Niemand weiß, was die Soldaten dort erwartet. Sie gehen in Stellung, von PR-Profis des Pentagon ins Bild gesetzt als tapfere Wüstenkrieger ohne Furcht und Tadel. Doch was zählt, ist Material. Veteran Sull Wir reihten nicht nur ein Dutzend oder ein paar hundert Panzer auf. Nein, es waren ein paar Tausend. Alle in einer Reihe wie ein Exekutionskommando. Als der Bodenkrieg beginnt, ist die irakische Armee bereits geschlagen. Operation Desert Storm, der Wüstenkrieg, ist nach drei Tagen praktisch schon zu Ende. Was der Welt als höchst riskante Offensive verkauft wird, ist in Wahrheit ein einseitiges Gemetzel. Nach einem Monat pausenloser Luftangriffe sind die vermeintlichen Elitetruppen Saddam Husseins, die sich in der Wüste eingegraben haben, demoralisiert und schutzlos. Paul Sullivan Jeder Iraker, jeder einzelne irakische Panzer oder Lastwagen wer sich nicht ergab, wurde niedergewalzt... Anscheinend ein totaler Sieg. Immer wieder Bilder vom befreiten Kuwait, von Freude und von Dankbarkeit. Bilder von irakischen Gefangenen, die liebend gern kapitulieren. Eher beiläufig taucht das wahre Gesicht des Krieges auf. Die Straße nach Bagdad, Highway des Todes: Symbol der Vernichtung. Paul Sullivan Veteran Wir Amerikaner töteten etwa 100.000 Irakis in 42 Tagen. Das sind ungefähr 100 Iraker pro Stunde. Das war ein ungeheures Blutvergießen. Solche Bilder sieht die Welt erst nach dem Krieg Richard Cheney, ehem. US-Verteidigungsminister Tatsache ist: Wir haben genau das gemacht, was wir uns vorgenommen hatten. Wir waren sehr erfolgreich. Wir handelten mit der Unterstützung der internationalen Gemeinschaft. Und wir taten es mit einem geringen Verlust an Menschenleben vom Standpunkt unserer Truppen aus. Besser geht es nicht. Also ein Sieg ohne Opfer? 147 Amerikaner sind im Golfkrieg gestorben. Doch Saddams Rache holt viele der zurückgekehrten Veteranen ein. Fast hunderttausend hatten Kontakt mit Giftgas aus zerstörten Arsenalen der irakischen Armee. Über 20 Tausend klagen bald über Schmerzen und Schwindel. Lähmungen, Krämpfe und Gehirntumore sind der Preis für den Sieg im Golfkrieg. Hunderte von diesen Männern werden noch nach Jahren sterben. Paul Sullivan Veteran Für uns, die da waren, war das ein Krieg wie jeder andere. Ein ungeheures Blutvergießen und Menschen, die sterben. So ist das im Krieg. Es ist kein Videospiel, kein Knopfdrücken. Es sind Menschen, die sterben. Die Wahrheit über Desert Storm steckt hinter diesen Bildern. Ein Krieg für Freiheit und für Öl. Ein Krieg, der jenen Mann, der ihn entfesselte, verschont hat.
- Anbieter
- Zolcer TV
- Jahr
- 2011
- Dauer
- 0:00 min
- Schlagworte
- 1991, Golfkrieg, desert storm, Saddam Hussein, Krieg, USA, George Bush, Präsident, Ricardo B. Cheney, Paul Sullivan, David Eberly, Peter Arnett, Krieg, Kuweit , Histoclips
Sachgebiete
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