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Mahatma Gandhi

Cover: Mahatma Gandhi

Ein hagerer, asketischer Friedensaktivist: So stellt man sich wohl kaum den größten politischen Führer des 20. Jahrhunderts vor. Doch Mohandas „Mahatma" Gandhi, der Vater der indischen Demokratie, inspiriert auch heute noch mit seinem Programm des passiven Widerstands Unabhängigkeitsbewegungen. Geboren wurde Gandhi im Jahr 1869, auf der Höhe der britischen Kolonialherrschaft in Indien. Er studierte Jura in England, wo er auch die östlichen Philosophien kennenlernte, die seine politischen Lehren beeinflussen sollten. Im Jahre 1893 ging Gandhi nach Südafrika, wo er über 20 Jahre verbrachte. Dort wurde er als erster nicht weißer Jurist zugelassen. Der Rassismus der Europäer, den er dort erlebte, bewog ihn dazu, seine indischen Landsleute zu mobilisieren und die „Satyagraha"-Philosophie zu entwickeln. 1914 kehrte Gandhi nach Indien zurück, um die Unterdrückung durch die Briten in seinem Heimatland zu bekämpfen. Er nutzte die Verweigerung der Zusammenarbeit und den gewaltlosen Widerstand, der auch Streikaktionen und öffentliche Demonstrationen einschloss. Gandhis Hungerstreiks wurden zu einem wirkungsvollen Mittel, um öffentliche Aufmerksamkeit zu erreichen. Sogar als er 1922 verhaftet wurde, ebbte die Begeisterung seiner Anhänger nicht ab. Von einer sechsjährigen Haftstrafe saß er drei Jahre ab, dann wurde er wegen seines schlechten Gesundheitszustandes entlassen. In den 1930er Jahren beschäftigten Gandhi unter anderem die Gleichberechtigung der Frauen und die schlechte Lage der untersten Kaste Indiens. Sein Hauptanliegen aber war die Unabhängigkeit Indiens. Im Jahr 1930 schrieb er dem britischen Vizekönig von Indien einen Brief. Die Briten ignorierten seine Forderung, da sie keine ernsthafte Bedrohung sahen. Einige Tage später machte Gandhi einen Fußmarsch in ein Gebiet, das reich an natürlichem Salz ist, begleitet von Reportern aus vielen Ländern, die von der ungewöhnlichen Taktik des Unabhängigkeitsführers fasziniert waren. Am 5. April hob Gandhi einen Salzklumpen vom Boden auf, und brach damit bewusst das „Salzgesetz", das den Briten das Monopol auf den Verkauf von Salzprodukten gewährte. Hunderttausende Menschen folgten seinem Beispiel, bald füllten sich die Gefängnisse mit Demonstranten. Die Briten waren gezwungen, mit Gandhi in Verhandlung zu treten. Bis zur Unabhängigkeit war es jedoch noch ein langer Weg. Durch den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs bekam der Unabhängigkeitskampf noch einen weiteren Schub. Gandhi lehnte ein Eingreifen Indiens in den Krieg ab, mit der Begründung, dass die Menschen nicht den britischen Freiheitskampf unterstützen konnten, wenn sie selbst nicht frei wären. Er forderte die Briten auf, Indien zu verlassen. Er und viele Unterstützer verbrachten Jahre im Gefängnis, bis 1947 die Unabhängigkeit erreicht war. Sechs Monate später schlug das Schicksal zu. Ein radikaler Religiöser erschoss Gandhi beim Abendspaziergang. Premierminister Nehru sagte bei der Traueransprache, Gandhis gewaltsamer Tod bedeute, dass ein Licht in ihrem Leben erloschen sei. „Wir werden ihn nicht wiedersehen, so wie wir ihn diese vielen Jahre gesehen haben, wir werden nicht mehr zu ihm gehen, um einen Ratschlag einzuholen oder Trost zu bekommen, und das ist ein furchtbarer Schlag, nicht nur für mich, sondern für Abermillionen in diesem Land." In einer traditionellen Zeremonie wurde Mahatma Gandhi eingeäschert und seine Asche in Urnen gefüllt und in ganz Indien verteilt. Einige stehen noch heute in Schreinen. An seinem Todestag wird jedes Jahr zu seinem Gedächtnis in Schulen auf der ganzen Welt ein Tag der Gewaltlosigkeit und des Friedens eingehalten.

Anbieter
World Wide Entertainment
Jahr
2010
Dauer
4:21 min
Schlagworte
Gandhi, passiver Widerstand, Gewaltfreier Widerstand, Gewaltlos, Indien, Unabhängigkeit, Kolonialismus, Commonwealth, England, Vereinigtes Königreich, Indira Gandhi, Attentat, Ermordung, Religion, Buddhismus, Extremismus, , Histoclips

Sachgebiete

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