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Anne Frank

Cover: Anne Frank

Am 12. Juni 1942 machte ein 13-jähriges jüdisches Mädchen mit Namen Annelies Frank ihren ersten Eintrag in ein Tagebuch, das später das bekannteste Tagebuch der Welt werden sollte. Die Frankfurter Familie flüchtete 1933 vor den Nazis und ließ sich in Amsterdam nieder. 1940 gerieten sie erneut in Gefahr, als die Nazis die Niederlande besetzten und Jagd auf Juden machten. Die frühesten Einträge in Anne Franks Tagebuch dokumentieren ein normales Teenager-Leben. Im Juli 1942 mussten sie aus ihrem Haus fliehen, da die 16-jährige Schwester Margot eine Einbestellung von der Nazibehörde erhalten hatte. Zusammen mit einer anderen jüdischen Familie versteckten sie sich in einem geheimen Hinterhaus in Otto Franks Büro. Niederländische Freunde riskierten ihr eigenes Leben, um sie zu versorgen. Während der ganzen zwei Jahre, die sie in ihrem Versteck verbrachte, hat Anne dem Tagebuch ihr Herz ausgeschüttet. Das Leben im Versteck war schwer. Zu den Öffnungszeiten des Büros mussten sie sich still verhalten. Anne suchte Zuflucht in Büchern und im Schreiben. Aber sie litt unter den Erwartungen ihrer Eltern und hatte ein schwieriges Verhältnis zu ihrer Mutter. Sie ärgerte sich auch über Auguste van Pels und fand sie eitel und dumm. Anne hatte oft das Gefühl, ihr Tagebuch sei ihr einziger Freund. Im Tagebuch lässt sich ihre wachsende Reife beobachten, und auch ihre außergewöhnliche Begabung. Trotz ihrer Zukunftsängste und der Kriegsschrecken, von denen die Familie aus dem Radio erfuhr, behielt Anne ihren Optimismus und verliebte sich sogar zum ersten Mal. Als sie in einer Radiosendung hörte, es sei wichtig, authentische Kriegserlebnisse zu publizieren, begann sie, ihr Tagebuch ins Reine zu schreiben und sinnierte über die Aussichten auf eine mögliche Veröffentlichung. Aber im August 1944 wurde die Gruppe verraten und in Konzentrationslager verschleppt. Ein Jahr später war nur noch Otto am Leben. Anne und Margot starben in Bergen-Belsen an Typhus, wenige Wochen vor Ende des Krieges. Zwei Frauen, die die Familie unterstützt hatten, fanden Annes Tagebuch und hoben es auf. Als der Vater 1945 zurückkehrte, staunte er über die stilsicheren und gehaltvollen Texte seiner jüngeren Tochter und sagte später: „Ich wusste gar nicht, dass meine kleine Anna so tiefsinnig sein konnte." 1947 wurde das Tagebuch veröffentlicht und fand überwältigende Resonanz. Das „Tagebuch der Anne Frank" wurde über 25 Millionen Mal verkauft. Es folgten ein Theaterstück, das den Pulitzer-Preis gewann, und ein Film. Anne Frank ist eine der beeindruckendesten Stimmen der Opfer des Völkermords an den Juden in Europa. Der sowjetische Schriftsteller Ilja Ehrenburg meinte über Annes Texte: „Eine Stimme spricht für sechs Millionen ." Das Hinterhaus, wo sich Anne und ihre Familie versteckt hatten, wurde 1960 zum Museum. Das Anne-Frank-Haus zählt jedes Jahr bis zu einer Million Besucher. Kürzlich wurden Briefe entdeckt, die dokumentieren, wie sich Otto Frank 1941 um Asyl in den USA bemühte. Nicht einmal sein Freund, der Besitzer von „Macy’s Department Store", konnte ihm helfen, denn das Land schloss damals seine Pforten gegen den Zustrom verzweifelter Juden, die vor den Nazis flohen.

Anbieter
World Wide Entertainment
Jahr
2010
Dauer
4:20 min
Schlagworte
Judenverfolgung, Amsterdam, Holland, Nationalsozialismus, Jude, Jüdin, Jüdisch, Völkermord, Massenmord, Judenfrage, Rassenwahn, Antisemitismus, Faschismus, Konzentrationslager, KZ, Versteck, Flucht, Nazi, NS-Zeit, Hitler, Drittes Reich, Tagebuch, Zeitzeuge, Deutschland, Deutsche Geschichte , Histoclips

Sachgebiete

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