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Jimmy Carter

Cover: Jimmy Carter

James Earl "Jimmy" Carter junior, der 39. Präsident der USA, war ein konträrer Mix aus geselligem Kleinstadt-Charme und stark ausgeprägtem politischen Ehrgeiz. Er wuchs als Sohn eines erfolgreichen Erdnuss-Farmers im kleinen Dörfchen Plains in Georgia auf. Nach einem Abschluss an der Marineakademie 1946 heiratete er Rosalynn Smith. Nach sieben Jahren bei der Navy, wo er Atomphysik studierte, kehrte Carter nach Hause zurück, um auf der Farm zu arbeiten, nachdem sein Vater verstorben war. 1970 wurde er zum Gouverneur von Georgia gewählt und ebnete sich damit den Weg ins Weiße Haus. Zunächst wurde Carter von der Führung in Washington nicht in Betracht gezogen, doch Mitte der 1970er Jahre machten die Skandale um Richard Nixon Carters Außenseiterstatus für viele Amerikaner reizvoll. Carters Versprechen, Anstand und Mitgefühl zurück in die nationale Politik zu bringen, wirkte nach. Denn das Land stand noch immer unter dem Eindruck der Watergate-Affäre und des blutigen Vietnam-Krieges. Bei seinem Amtsantritt im Jahr 1977 versprach Carter den angeschlagenen Ruf der USA zu verbessern. So betonte er, dass nicht unbedingt Waffen, sondern vielmehr noble Gedanken wahre Macht bedeuteten: “A quiet strength based not merely on the size of an arsenal but on the nobility of ideas." Carter startete seine Präsidentschaft mit ehrbaren Zielen. Er förderte die soziale Sicherheit, sorgte für Chancengleichheit für Frauen, Afroamerikaner und Hispanics. Er verringerte das Haushaltsdefizit und schuf Millionen neuer Arbeitsplätze. Carter sorgte außerdem für Friedensverhandlungen zwischen Ägyptens Anwar al-Sadat und Israels Menachim Begin. Doch seine Präsidentschaft geriet aus der Bahn, als 1979 eine Gruppe militanter Studenten die amerikanische Botschaft in Teheran stürmte und 66 Geiseln nahmen. 52 von ihnen wurden 444 Tage lang gefangen gehalten, trotz Verhandlungen und einem gescheiterten Rettungsversuch. Da es seine Entscheidung gewesen war, übernahm Carter öffentlich die Verantwortung dafür: “It was my decision to attempt the rescue operation. It was my decision to cancel it when problems developed in the placement of our rescue team for a future rescue operation. The responsibility is fully my own." In der folgenden Präsidentschaftswahl entschied sich das amerikanische Volk gegen Carter und wählte Ronald Reagan zum neuen Präsidenten. Doch es stellte sich heraus, dass Carter seine besten Jahre noch vor sich haben sollte. Seit er die Präsidentschaft verloren hatte, wurde Carter zu einem der meist respektierten Staatsmänner. Er reiste zusammen mit seiner Frau Rosalynn um die Welt, um Frieden zu vermitteln, auf Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen und für gute Zwecke zu werben. Ob ehemaliges Jugoslawien oder Nordkorea, Carter ist als Vermittler und Friedensstifter heiß begehrt. 2002 wurde er mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet und war damit nach Roosevelt und Wilson der dritte US-amerikanische Präsident, der diese Auszeichnung erhalten hatte. Im Mai 2002 besuchte Carter Kuba und traf sich mit Fidel Castro, trotz des US-amerikanischen Kontaktverbotes zwischen den beiden Staaten. Carter hielt eine Fernsehrede auf spanisch und grüßte Kubaner und amerikanische Touristen. Jahre nach seiner Präsidentschaft werden seine Verdienste erneut anerkannt: "He’s one of our best presidents ever I love that man, he’s done so much for poor people. Habitat for Humanity”, he’s such a great guy. I admire him." Und im Alter von 86 Jahren zeigt Jimmy Carter keine Anzeichen sich aus dem politischen Geschehen zurückzuziehen.

Anbieter
World Wide Entertainment
Jahr
2010
Dauer
4:21 min
Schlagworte
Nixon, Carter, Präsident, USA, Watergate, Biografie, Israel, Ägypten, Histoclips

Sachgebiete

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