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Jesse Owens

Cover: Jesse Owens

Jesse Owens war der Sohn eines Farmpächters und der Enkel eines Sklaven. Aber die Augen der Welt ruhten auf ihm bei den Olympischen Spielen 1936, als er Hitlers Theorie der arischen Überlegenheit zunichtemachte, indem er gleich vier Goldmedaillen gewann. Bei seiner Geburt in Alabama 1913 wurde er auf den Namen James Cleveland getauft. Den Namen Jesse erhielt er durch eine Lehrerin in der Schule. Als er seinen Namen sagen sollte, nannte er die Initialen „J.C.", was die Lehrerin missverstand und „Jesse" ins Klassenbuch eintrug. Owens ging noch zur High School, als er mit dem Weltrekord für das 100-Yard-Rennen gleichzog. An der Ohio State University nannte man ihn “Buckeye Bullet". Dort gewann er acht Meisterschaften. Aber aufgrund der Rassengesetze musste er als Afro-Amerikaner außerhalb des Campus wohnen, auch durfte er nicht mit seinen Teamkollegen essen gehen, wenn seine Leichtathletik-Mannschaft durch die USA reiste. Aber der willensstarke Sportler ließ sich nicht beirren. Am 25. Mai 1935 versetzte er ganz Amerika in Staunen. Er zog mit dem Weltrekord für das 100-Yard-Rennen gleich und brach den Weltrekord im Weitsprung, im 220-Yard-Rennen und im 220-Yard-Hürdenlauf. Nun war klar, dass Owen bei den Olympischen Spielen eine ernstzunehmende Größe sein würde. Adolf Hitler wollte die Berliner Olympischen Spiele ausnutzen, um die angebliche Überlegenheit der arischen Rasse zu demonstrieren. Aber Owens außergewöhnliche Leistungen machten ihm einen Strich durch die Rechnung, und am Ende wurde Owen auch von den Deutschen bejubelt. Der deutsche Leichtathlet Lutz Long gab dem Konkurrenten wertvolle Hinweise, wodurch Owens im Weitsprung siegte. „Es war sehr mutig von ihm, sich vor Hitlers Augen mit mir anzufreunden", sagte Owens später. Obwohl weithin behauptet wird, Hitler habe den Sieg des schwarzen Champions nicht anerkannt, sagt Owens, Hitler sei aufgestanden und habe ihm zugewinkt, als dieser nach einem Sieg an ihm vorbeizog. Genaugenommen, sagte Owens, gab es nur einen Staatsführer, der ihm die kalte Schulter zeigte – sein eigener: Franklin D. Roosevelt, der Präsident der Vereinigten Staaten, der ihm nicht einmal ein Glückwunschtelegramm schickte. Nach den Olympischen Spielen fuhr Owens nicht mit seinem Team zu weiteren Wettkämpfen nach Schweden weiter, sondern kehrte in die USA zurück, um sich um einige potentielle Sponsoring-Verträge zu kümmern. Die Sportbehörde entzog ihm den Amateurstatus, wodurch seine Sportlerkarriere beendet wurde. Owens wehrte sich vergeblich gegen die Entscheidung; er hatte kein Sportstipendium erhalten und musste seine junge Familie unterstützen. Wegen der Rassenvorurteile war es für einen schwarzen Sportler unmöglich, durch Sponsoring seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Daher machte Owens ein Geschäft aus dem Laufen und nahm an Stunts teil; so lieferte er sich auf Kuba ein Wettrennen mit einem Pferd – er siegte mit 18 Metern Abstand. Später meinte Owens dazu: „Die Leute sagen, es war erniedrigend für einen Olympiasieger, gegen ein Pferd zu rennen. Aber was sollte ich tun? Ich hatte viele Goldmedaillen, aber Goldmedaillen kann man nicht essen.“ Nach seiner Zeit als aktiver Läufer hatte er Mühe, seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Aber in den späten 1960er Jahren machte er sich wieder einen Namen als „Sonderbotschafter"; er verbreitete die Botschaft, dass jeder Mensch durch Zielstrebigkeit zu Größe gelangen könne. Er nahm an Ereignissen teil wie der Eröffnung der amerikanischen Botschaft in der Elfenbeinküste 1971, wo eine Straße nach ihm benannt wurde. Der Bürgermeister von Abijan sagte, diese Benennung nach Jesse Owens ehre die Leistungen des Sportlers und trage dazu bei, Hitlers Rassentheorie zu widerlegen. Im Jahr 1976 verlieh ihm US-Präsident Gerald Ford die Freiheitsmedaille, die höchste zivile Ehrung der USA. Nach Owens Tod, vier Jahre später, würdigte ihn Präsident Jimmy Carter. "Er stand wohl wie kein anderer Sportler als Symbol für den Kampf der Menschen gegen Unterdrückung, Armut und Rassenwahn."

Anbieter
World Wide Entertainment
Jahr
2010
Dauer
4:21 min
Schlagworte
Sport, Sprint, Weitsprung, 100-yard, Weltrekord, Hitler, 1933, Olympische Spiele, Olympia, J.C. Owens, Histoclips

Sachgebiete

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