Margaret Thatcher wird Premierministerin
Margaret Thatchers Sieg bei der Wahl 1979 war für die 53-jährige Politikerin ein sensationelles Ergebnis. Die Mehrheit von 44 Sitzen stellte ein eindeutiges Mandat dar, und Thatcher nutzte ihren Vorteil. Von der begeisterten Menge, die sich an ihrem ersten Amtstag um Downing Street Nummer 10 scharte, wurde sie wie ein Popstar empfangen. Sie verfolgte das Ziel, die Rolle des Staates in der britischen Wirtschaft zu reduzieren und in der Außenpolitik eine stärkere Führungsrolle einzunehmen. Der moderate US-Präsident Jimmy Carter trat bald mit der neuen Premierministerin in den Dialog, obwohl seine Regierung, Gerüchten zufolge, auf einen Labour-Sieg gehofft hatte. Nachdem er aber das Amt an Ronald Reagan abgeben musste, waren die Voraussetzungen geschaffen für Thatchers dauerhafteste politische Partnerschaft. Thatcherismus und Reaganomics waren die wirtschaftlichen Schlagwörter der 1980er Jahre. Die beiden privatisierten und deregulierten, sie kürzten die Steuern und auch die Staatsausgaben. Der Markt war der König, Gier war gut und Thatcher war bereit, unbequeme Beschlüsse zu fassen. Um der Inflation Herr zu werden, erhöhte sie die Zinssätze und die Verbrauchssteuer, wodurch die Arbeitslosigkeit sprunghaft anstieg. Dem politischen Sturm der Entrüstung hielt Thatcher stand, und dank einer Popularitätswelle nach dem britischen Sieg im Falklandkrieg gegen Argentinien gewann sie die Wahl 1983 erneut. Die Wirtschaft nahm Fahrt auf, und Thatcher brach einen weiteren Krieg vom Zaun, diesmal gegen die Gewerkschaften, deren Einfluss sie erfolgreich einschränkte. Der provisorischen IRA gelang es fast, Thatcher durch einen Anschlag zu ermorden. In dem Hotel in Brighton, wo der Parteitag der Konservativen stattfand, wurde ein Bombenanschlag verübt, bei dem fünf Personen getötet wurden. Sie hatte extremes Glück und bestand darauf, die Konferenz fortzusetzen. "My husband was in bed and all the windows went and the bathroom was extremely badly damaged. We were extremely lucky. You hear about these atrocities but you never think it will happen to you. But life must go on as usual. The conference will go on as usual." Thatcher machte ihrem Ruf als Eiserne Lady" alle Ehre und ließ den Parteitag fortsetzen. Sie ließ sich nicht einschüchtern, sondern erklärte den Teilnehmenden, alle Versuche, die Demokratie durch Terrorismus zu zerstören, würden fehlschlagen. Im selben Jahr fuhr Thatcher nach Indien zum Begräbnis von Indira Gandhi, die bei einem Mordanschlag erschossen worden war. Thatcher regierte unangefochten die ganzen 80er Jahre hindurch. Aber, wie viele Politiker, versäumte sie es, sich rechtzeitig zu den eigenen Bedingungen aus dem Amt zurückzuziehen. 1987 noch gewann sie eine sensationelle Mehrheit von 101 Sitzen. Aber eine unpopuläre Kopfsteuer sowie Thatchers autoritärer Führungsstil im Kabinett führten letztendlich zu ihrem Niedergang. 1990 wurde sie als Vorsitzende abgewählt und trat bei der nächsten Wahl nicht wieder an. Als Ruheständlerin wurde sie in den Adelsstand erhoben und zog in das House of Lords, das Oberhaus des Britischen Parlaments. Bis heute verbreitet sie ihre Botschaft von freiem Unternehmertum und Individualismus. "It's not through the benevolence of people but through their intelligent self interest that society as a whole becomes wealthier. So we don't need to be saints in order to make an economy work well - we just need to set the right rules and then leave individuals to get on with the job."
- Anbieter
- World Wide Entertainment
- Jahr
- 2010
- Dauer
- 4:21 min
- Schlagworte
- England, Premierministerin, Eiserne Lady, Iron Lady, Labour Partei, Labour Party, Tories, Vereinigtes Königreich, Kalter Krieg, Reagan, Thatcherismus, Downing Street, Histoclips
Sachgebiete
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