Napoleons Russlandfeldzug
Ein Schlachtfeld 120 Kilometer westlich von Moskau. An dieser Stelle hat im Jahr 1812 Napoleon eine Schlacht gewonnen, aber einen Krieg verloren. Sein starkes Heer schaffte es nicht, dem Feind den entscheidenden Schlag zu versetzen, den Napoleon so dringend benötigte. Er hatte ein Heer von 500.000 Soldaten. Napoleons Taktik hatte sich bis dahin als erfolgreich erwiesen und ihn zum Herrn über große Teile Europas gemacht. Er besiegte seine Gegner in großen Schlachten und schloss vorteilhafte Friedensverträge ab. Am Ende dieses Tages war das Feld übersät mit Zehntausenden Toten und Verwundeten. Napoleon führte einen erbitterten Krieg gegen das Zarenreich, doch die Russen kämpften tapfer und zogen sich geordnet zurück. Er nahm Moskau ein, das jedoch in Brand gesetzt worden war. Die Russen setzten den Kampf mit einzelnen Angriffen fort. Das damalige Schlachtfeld wurde gefunden und Archäologen machten sich daran, die Überreste zu untersuchen. Die Skelette befinden sich in der litauischen Hauptstadt, Vilnius. Schätzungen bewegen sich zwischen zehn- und dreißigtausend Toten. Zunächst hatte man gedacht, die Überreste seien Opfer eines anderen Diktators Stalin. Napoleon hatte viele Verwundete zurückgelassen, die an Krankheit, Kälte und Hunger starben. Die Grabung befindet sich in der Nähe einer ehemaligen sowjetischen Kaserne, die zur Zeit umgebaut wird. Die Archäologen müssen sich beeilen, denn die Bauarbeiten nähern sich dem Ausgrabungsort. Im Keller des litauischen Museums werden auf Lithographien Szenen aus diesen düsteren Zeiten dargestellt. Es war ein harter Winter im Jahr 1812. Napoleons Soldaten trugen leichte Uniformen und erfroren bei eisigen Temperaturen von bis zu minus 20 Grad. Zu dieser Zeit lag Europa Napoleon größtenteils zu Füßen und er krönte sich selbst zum Kaiser von Frankreich. Sein Ruhm als größter Mann Europas hielt Jahrzehntelang an. In diesen turbulenten Zeiten sollten noch viel mehr Soldaten auf Schlachtfeldern fallen. Viele Leichen lagen in der Embryo-Haltung. Das deutet darauf hin, dass viele an Kälte starben, nicht an den Verwundungen. In einem gerichtsmedizinischen Institut suchte man nach ihrer genauen Todesursache. Danach wurden die Überreste der Soldaten wieder beerdigt. Zwar sind die Wertsachen der Toten zumeist entwendet worden, doch einige Gegenstände wie zum Beispiel Knöpfe wurden dennoch gefunden. Für Napoleon und seine Männer war diese Schlacht ein gewaltiger Rückschlag. Napoleons Regierungszeit endete mit der verheerenden Niederlage bei Waterloo im Jahr 1815. Dennoch hat er noch immer legendären Status. Einige halten ihn für den Inbegriff eines Machtmenschen.
- Anbieter
- World Wide Entertainment
- Jahr
- 2010
- Dauer
- 4:35 min
- Schlagworte
- Napoleon Bonaparte, Krieg, Moskau, Frankreich, Russland, Zarenreich, Zar Nikolaus, Histoclips
Sachgebiete
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