Katastrophe von Tschernobyl
1986 erfuhr die Welt mit Schrecken von einer Explosion, die Tausende Quadratkilometer rund um die Stadt Tschernobyl verseuchte. Einen solchen Zwischenfall hatte man seit dem Bau von Atomkraftwerken befürchtet. 26. April 1986. Im Reaktor 4 kommt es zu einer Fehlfunktion. Eine Kernschmelze wird ausgelöst. In den ersten Stunden werden die Geschehnisse geheimgehalten, selbst gegenüber der sowjetischen Führung. Doch schon zwei Tage nach dem Zwischenfall, unter dem Druck der West-Mächte, ordnet Michail Gorbatschow eine nie dagewesene Offenheit in der sowjetischen Regierung an. Gerüchte über eine Explosion verbreiten sich. Vom Stadtrand aus konnte man den Reaktor brennen sehen. Etwa tausend Menschen, größtenteils Werkspersonal, Wehrpflichtige, Feuerwehrleute aus der Region Kiew und Rettungskräfte bekamen die volle Wucht des Infernos zu spüren. Viele Rettungskräfte wurden zum Reaktor geschickt. Die Behörden versuchten den Anschein zu wahren, es gebe nichts zu befürchten. Doch schnell breitete sich Panik aus. Mehr als 350.000 Menschen wurden umgesiedelt. Heute leben aber noch immer eine Million Menschen in der verseuchten Region. Nach Einschätzung der Weltgesundheitsorganisation werden in den nächsten 70 Jahren etwa 30.000 frühzeitige Tode auf die Katastrophe zurückzuführen sein. Die endgültige Zahl der Betroffenen könnte bei 1,6 Millionen liegen. Das Personal und die Rettungskräfte waren der radioaktiven Strahlung besonders stark ausgesetzt. Die Geisterstadt Prepayt, die im Schatten von Tschernobyls Reaktor Nummer 4 stand, gehörte zu den ersten Gebieten, die evakuiert wurden. Die Stadt ist nun umzäunt und wird bewacht. Um den Evakuierungsprozess zu beschleunigen, wurde den Anwohnern gesagt, sie würden in wenigen Tagen wiederkommen können. In diesem Glauben ließen die Anwohner nahezu alles zurück. Es dauerte über drei Wochen bis Michail Gorbatschow der sowjetischen Bevölkerung das wahre Ausmaß der Katastrophe von Tschernobyl offenlegte. Obwohl die Welt einen schrecklichen Preis für die Katastrophe zahlen musste, hatte diese doch eine positive Folge. Diese nie dagewesene Offenheit ebnete den Weg für Reformen in der Sowjetunion, das atomare Wettrüsten wurde vorerst beendet. Zwar erzeugen heutige Kernkraftwerke keine Treibhausgase, doch haben uns Unfälle wie in Tschernobyl die Gefahr einer nuklearen Katastrophe vor Augen geführt. Grosse Sorge bereitet zudem die Lagerung des radioaktiven Abfalls.
- Anbieter
- World Wide Entertainment
- Jahr
- 2010
- Dauer
- 4:31 min
- Schlagworte
- Katastrophe, Atomkraft, Nuklear, Kraftwerk, Kernkraft, Kernkraftwerk, explosion, Atomenergie, Unglück, Kernschmelze, Sowjetunion, UDSSR, Strahlung, Radioaktive Wolke, Atomsicherheit, Histoclips
Sachgebiete
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