1962 - Am Rande des Atomkrieges: Kubakrise
Ein US-Spionageflugzeug vom Typ U2 wird startklar gemacht. Einsatzgebiet ist Kuba. Gerald McIllmoyle, U2-Pilot Der Präsident wollte handfeste Informationen von uns. Er musste ja wichtige Entscheidungen treffen. Unser General nahm mich beiseite und sagte: Es gibt ein Problem da unten. Findet raus, was da los ist. Der Weg zur Wahrheit ist kurz. Nur 100 Meilen (ß) trennen Florida von Kuba. Dem Nachbar und Gegner im Kalten Krieg In 22 Kilometern Höhe die Beweisaufnahme. Jetzt besteht kein Zweifel mehr. Sowjetische Atomraketen auf der Zuckerinsel. 21 Abschussbasen sind im Bau. Die Air Force schlägt Alarm Ted Sorensen, Berater Präsident Kennedys Kennedy war geschockt. Für ihn war klar: Die Raketen mussten weg wenn möglich friedlich, aber auf jeden Fall mussten sie weg. Droht der Kalte Krieg in einen heißen umzuschlagen. Im Weißen Haus tagt rund um die Uhr der Krisenstab des Präsidenten. Was tun? Die Militärs wollen sofort handeln, die Raketen ausschalten, bevor sie einsatzbereit sind. Der sowjetische Außenminister in Washington. Wird Gromyko verhandeln? Er gibt sich ahnungslos. (Reporterfrage freistehen lassen) Robert McNamara, ehemaliger Verteidigungsminister Gromyko traf Kennedy und sagte, es gebe gar keine Raketen obwohl wir die Fotos hatten. Eine klare Täuschung. Wir dachten, wenn wir jetzt nicht hart bleiben, wird Chruschtschow immer wieder so was machen. Wir konnten das auf keinen Fall hinnehmen. Pokerspiel der Supermächte. Kremlführer Chruschtschow weiß, dass Castros Kuba Stachel ist im Fleisch der USA. Mit Chancen und mit Risiken. Sergej Chruschtschow, Sohn Mein Vater wollte als Führer der Weltmacht Sowjetunion Anerkennung finden, auf der gleichen Stufe stehen wie die Amerikaner. Dafür musste er ein paar Grundregeln beachten. Zum Beispiel: sich für seine Verbündeten stark machen. Als Castro sich zum Kommunismus bekannte, mussten die Sowjets ihn selbstverständlich beschützen. Schutz, der zur Bedrohung wird, will Washington nicht dulden. Mobilmachung der Streitkräfte. Ob es zum Kampf kommt, will das Volk vom Präsidenten wissen. Der droht in einer Rede zur Nation mit dem Atomkrieg. John F. Kennedy Wir werden jede Rakete, die von Kuba auf irgendein westliches Land gefeuert wird, als Angriff betrachten. Als Angriff der Sowjetunion auf die USA. Und er wird mit einem massiven Vergeltungsschlag beantwortet. Hamsterkäufe im gesamten Westen Angst vor einem dritten Weltkrieg. Amerikanische Atomraketen werden scharf gemacht. Kuba wappnet sich gegen eine Invasion. Ted Sorenson, Berater Präsident Kennedys Kennedy wollte auf keinen Fall sofort losschlagen. Ihm ging es um eine friedliche Lösung des Konflikts. Deshalb ordnete er zunächst eine Blockade an. Chruschtschow hatte nun die Wahl, ob es zur Eskalation kommt oder nicht. Wird Moskau die See-Blockade brechen? US-Verbände riegeln Kuba ab. Eine ganze Flotte gegen 25 Sowjetfrachter mit Raketen an Bord. Sergej Chruschtschow, Sohn Mein Vater wusste nicht, wie er reagieren sollte. Ließ er die Schiffe stoppen, bedeutete das für ihn einen Gesichtsverlust. Sie nicht zu stoppen, aber hieß mehr Spannung und vielleicht sogar am Ende Krieg. In Washington verfolgte der Präsident per Telefon mit, wie die Sowjetfrachter auf die Blockadelinie zuhalten. Ted Sorenson, Präsidentenberater Die Spannung stieg. Dann kam die Nachricht: Die Schiffe drehen bei. Außenminister Rusk sagte: Wir standen Auge in Auge, und die anderen haben geblinzelt. Doch auf Kuba stehen immer noch Raketen, Als eine U 2 bei Foto-Aufnahmen von den Sowjets abgeschossen wird, droht die Krise erneut zu eskalieren. Sergej Chruschtschow, Sohn Sie hatten die U2 auf dem Schirm und kaum Zeit zu reagieren. Sie konnten nicht in Moskau anrufen und um Erlaubnis fragen. Sie entschieden wie Offiziere entscheiden: ein feindliches Flugzeug, also abschießen. Kennedy will handeln, der Gefahr ein Ende machen. Ein Angriff auf Kuba scheint die einzige Lösung. Robert McNamara, ehem. Verteidigungsminister Ich ging an diesem wunderschönen Samstagabend in mein Büro zurück und dachte: Den nächsten Samstag erlebst Du nicht mehr. Noch sind es nur Drohgebärden. Raketen-Tests und Luftflotten-Manöver. Pierre Salinger, Pressesprecher Kennedys Ich fuhr nach Hause zu meiner Familie, meiner Frau und den Kindern und am nächsten Morgen wollten wir im Weißen Haus die Bombardements und den Angriff auf Kuba besprechen. Als der Krieg unabwendbar scheint, kommt es zum Arrangement: Moskau lenkt ein. Chruschtschow schreibt an Kennedy, erinnert an die Schrecken des vergangenen Krieges. Appell an die gemeinsame Verantwortung. Sergej Chruschtschow, Sohn Ich habe zu Vater gesagt: Bleib hart, Du musst Amerika Paroli bieten und darfst die Raketen nicht abziehen. Du darfst nicht nachgeben. Er sagte: Du bist zu jung, irgendwann wirst Du verstehen, dass Raketen nicht alles im Leben sind. Radio Moskau meldet die erlösende Nachricht. Die Raketen werden abgezogen. Die Welt darf aufatmen. Robert McNamara, ehemaliger US-Verteidigungsminister Haben Sie eine Ahnung, was hätte passieren können? Natürlich wären unsere Flugzeuge mit Atombomben bestückt worden. Wir hätten Kuba angegriffen. Und dann? Dann hätten die Sowjets geantwortet. Wir hätten Atomraketen auf die gefeuert und die auf uns. Es hätte Krieg zwischen der NATO und dem Warschauer Pakt gegeben auch in Europa. Noch einmal ist die Welt davon gekommen.
- Anbieter
- Zolcer TV
- Jahr
- 2011
- Dauer
- 8:13 min
- Schlagworte
- 1962, Kubakrise, Kuba, Schweinebucht, Kommunismus, Mittelstreckenrakete, Chruschtschow, John F. Kennedy, Robert S. McNamara, Ted Sorensen, Gerald McImoyle, Pierre Salinger, Sergeij Chruschtschow , Histoclips
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