1949 - Die Geburt der Bundesrepublik
London im Dezember ââ¬Ë47: Bei Whisky und Zigarren beschlieÃen Briten und Amerikaner ohne deutsche Mitwirkung die Gründung eines Weststaats. Man muss feststellen, dass die Deutschen nach der Niederlage jegliches Recht auf Mitbestimmung verwirkt hatten. Also wird der neue Staat von anderen entworfen ââ¬â führen neben England und Amerika auch Frankreich, Belgien, Holland, Luxemburg die Feder. Hier im Old India Office, im Februar ââ¬Ë48 Leider ist es absolut richtig, dass die Militärregierungen die deutschen Politiker meistens als lästig, machtlos und ohne wirkliche Daseinsberechtigung empfanden. ...Es sei denn, als Befehlsempfänger: Wie hier im US Hauptquartier in Frankfurt - 1. Juli ââ¬â¢48. Die Ministerpräsidenten der Westzonen auf dem Weg zu ihren Gouverneuren. Die ordnen die Staatsgründung an: Diese Republik ist entstanden auf der Grundlage der sogenannten Frankfurter Dokumente, der Brief der Alliierten an die Ministerpräsidenten. Das heiÃt, es ging von den Alliierten aus, das war das Startsignal, und das habe ich immer als Makel aufgefasst. Schloß Herrenchiemsee, August ââ¬Ë48. 11 deutsche Experten in Klausur entwerfen die Verfassung - jetzt in eigener Regie. Dann stehen die Konturen fest, für einen Weststaat, der nur als Provisorium gegründet werden soll. 66 Väter und 4 Mütter feilen am Grundgesetz der Bundesrepublik. Der Parlamentarische Rat. Tagungsort ist die pädagogische Akademie in Bonn, der spätere Bundestag. (offen) - Insert O-Ton... Das wird Konrad Adenauer. Der Christdemokrat will den West-Staat ââ¬â nicht überstürzt, aber bestimmt. Also, er konnte schon zuhören. Er hatte Geduld, lieà ausreden, bis zu einem gewissen Punkt stellte er dann die Weichen für ein Ergebnis, das dann seinen Vorstellungen entsprach. Er sieht das anders. Carlo Schmid, SPD, will keinen westdeutschen Alleingang! Es gab eben eine ganze Reihe von Politikern, die wollten eigentlich das Grundgesetz überhaupt nicht, weil sie gesagt haben, das ist ein Umweg zur Wiedervereinigung. Der direkte Weg scheint versperrt. Trotz östlicher Einheitsrhetorik. Die Deutschen brauchen die Deutschen ââ¬â ganz gleich, in welcher Zone sie wohnen mögen. Warum folgt man dem in Westdeutschland nicht unbedingt? Weil es für jeden einzelnen Westdeutschen wichtig war, aus der Misere heraus zu kommen und besonderes Mitgefühl oder besondere Gedanken darüber, daß es einem Teil der Deutschen nicht möglich war, das war weg. Einfach weg. Für Adenauer ist der Weststaat erster Schritt zur Einheit. Gibt es weitere Motive? Er wollte ein Westdeutschland, das vom Rheinland und von gut katholischer Politik dominiert war. Mit Bonn als Hauptstadt ââ¬â einem Ort, wo Adenauer heimisch ist. Die SPD ist strikt dagegen, will Frankfurt am Main als zentralen Regierungssitz. Streit um ein Provisorium. Vorentscheidung im parlamentarischen Rat. Das Ergebnis der Abstimmung ist folgendes: Bonn 33 Frankfurt 29. Vier Stimmen mehr für ein ââ¬ÅProvinznestââ¬Å, wie es Spötter nennen, der ââ¬ÅAlteââ¬Å ist zufrieden. Doch wird das neue Parlament die Abstimmung bestätigen? Die frisch gewählten Volksvertreter sind gefordert Wie werden sie entscheiden? Und ââ¬â mit welchen Motiven? Taktische Gründe spielten eine Rolle. Und Nützlichkeitserwägungen. Und ich will mich jetzt ganz vorsichtig ausdrücken: Nützlichkeitserwägungen, denen man nachgeholfen hat. Und es gab damals ja auch einen Untersuchungsausschuß über Bestechung. Daß Geld geflossen ist für Bonn, steht fest! an wen? Wer weiß.... 24 Stimmen Mehrheit für die Stadt am Rhein: Es soll ja sowieso nur provisorisch sein. Die Menschen damals schern sich kaum um Politik. Sie wollen nach den Jahren der Entbehrung leben. (offen) SIE drohen im Eifer des Aufbaus zu kurz zu kommen: Die Frauen. Gleichberechtigung als Grundrecht. Muß erst hart erstritten werden. Dann vier Jahre nach dem Krieg, herrscht Einvernehmen. das Grundgesetz steht. Die Hoffnung seiner Väter und Mütter: Bonn soll nie wie Weimar werden. Die Leidenschaft war, einen Staat zu schaffen, der international Ansehen hatte und der national wieder einem Volk eine geordnete Zukunft gegeben hat, der jungen Generation Hoffnung zu vermitteln in der Lage war, wirtschaftlichen Aufbau leisten sollte und ein System sozialer Sicherheit garantieren konnte. 23. Mai ââ¬Ë49. Feierlicher Akt in Bonn. Das Grundgesetz wird unterzeichnet. Die Zeremonie soll schlicht sein Als Schmuck nur ein barockes TintenfaÃÅ: Zwei stumme Engelchen als Zeugen einer Staatsgründung. Ich habe gesagt, die Hauptsache ist, wir werden mal selbständig und lernen mal, wie man eine Demokratie aufbauen kann usw. Wir können ja nicht immer da am, am Gängelband und am Laufstall unserer Sieger, da weitermachen. Das müssen wir erst mal selber machen. Die Wahlen zum ersten Bundestag. Achtzig Prozent wählen demokratische Parteien. Kanzler wird Konrad Adenauer. Mit einer Stimme Mehrheit. Der eigenen. Ich schwöre es , so wahr mir Gott helfeââ¬Å. 50 Jahre später ist das Land vereint.
- Anbieter
- Zolcer TV
- Jahr
- 2011
- Dauer
- 8:06 min
- Schlagworte
- 1949, DDR, Deutschland, Adenauer, Ullbricht, Grundgesetz, Staatsgründung, Histoclips
Sachgebiete
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