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Der Nürnberger Prozess: Walter Funk

Cover: Der Nürnberger Prozess: Walter Funk

Auch wenn die Anklage Walter Funk in jedem der vier Anklagepunkte für schuldig hält, wirft man ihm doch vor allem Verbrechen gegen die Humanität vor, insbesondere gegen Personen und Eigentum im Zusammenhang der wirtschaftlichen Ausplünderung von besetzten Gebieten. Funk war ab November 1938 Nachfolger von von Schacht als Reichswirtschaftsminister und 1939 Präsident der deutschen Reichsbank. "Haben Sie sich von diesem Führerprinzip in der damaligen Zeit schwere Schädigungen versprochen?" "Von einem Regierungsprinzip kann man a priori niemals sagen, ob es gut oder schlecht ist. Es kommt auf die gegebenen Verhältnisse an und vor allem auf diejenigen, die regieren. Das demokratische, parlamentarische Prinzip hatte in Deutschland nicht zum Erfolge geführt. Deutschland hatte auch keine parlamentarische, demokratische Tradition wie andere Länder. Es war schließlich so, dass bei Regierungsentschlüssen die wenigen Stimmen der Wirtschaftspartei entschieden, die meistens gekauft wurden. Es musste also ein anderes Prinzip zur Herrschaft kommen. Und wenn in einer autoritären Regierung diejenigen, die die Autorität und die Verantwortung haben, gut sind, dann ist auch die Regierung gut. Das Führerprinzip bedeutete nach meiner Meinung, dass die Besten und der Beste regieren sollten." "Durch wen haben Sie denn Hitler kennengelernt?" "In der Hauptsache war dies Gregor Strasser, wie ich gestern schon sagte, der auch eine - die erste Aussprache- mit Adolf Hitler vermittelte. Erst viel später lernte ich dann in Berlin Hermann Göring kennen, im Übrigen hatte ich sehr wenig Bekanntschaften in der Partei damals und spielte auch in der Partei selbst keine Rollen." Der Vizepräsident der Reichsbank beschuldigt seinen Vorgesetzten Funk: "[...] was Sie glauben, gesehen zu haben." "Ja. Der Film war aufgenommen vor Tresorschränken unserer Bank in Frankfurt am Main, den üblichen Tresorschränken, hinter, hinter deren Glastüren man die verschlossenen Koffer und Behälter sah, die dort offenbar hinterlegt worden waren. Es war das übliche Bild, das solche Tresorräume bieten. Vor diesen Tresorschränken waren geöffnet verschiedene Behältnisse, aus denen zu ersehen war, was etwa der Inhalt war: Münzen, Schmucksacken, Perlen, Banknoten -" "Sonst nichts?" "Uhren, Uhren." "Was für Uhren?" "Wecker-, große Weckeruhren." Toms, ein Mitarbeiter der Reichsbank: "Sie kennen doch den Herren zu ihrer Linken?" "Jawohl." "Das ist in Polen, nicht wahr?" "Jawohl. Und dort wurde mir von Herrn Puhl eröffnet, dass eine besondere Transaktion mit der Reichsführung SS in die Wege geleitet werden soll. Herr Puhl sagte mir, dass die Angelegenheit ganz geheim und vertraulich behandelt werden müsste." "In Zeiten schwerster Not meines Volkes habe ich mich der politischen Bewegung angeschlossen, deren Ziel waren der Kampf für die Freiheit und die Ehre meines Vaterlandes und für eine wahre, soziale Volksgemeinschaft." "Angeklagter Walter Funk, gemäß den Punkten der Anklageschrift, unter denen Sie für schuldig befunden wurden, verurteilt das internationale Militärgericht Sie zu lebenslänglichem Gefängnis." Während Dönitz, Speer und Schirach ihre volle Strafe verbüßen mussten, wurden wegen Krankheit Neurath 1954, Raeder 1955 und Funk 1957 vorzeitig entlassen.

Anbieter
Chronos-Media GmbH
Jahr
2010
Dauer
5:35 min
Schlagworte
Nürnberg, Nürnberger Prozeß, Arthur Seyß-Inquart, Rudolf Heß, Franz von Papen, Robert Ley, Hjalmar Schacht, Wilhelm Keitel, Erich Raeder, Joachim von Ribbentrop, Ernst Kaltenbrunner, Alfred Jodl, Albert Speer, Karl Dönitz, Walther Funk, Hans Frank, Alfred Seidl, Alfred Rosenberg, Konstantin von Neurath, Fritz Sauckel, Julius Streicher, Nationalsozialismus, Kriegsverbrecher, Hauptkriegsverbrecher, Tribunal, Entnazifizierung, Nachkriegszeit, Kriegsende, NSDAP, NS-Zeit, Hitler, Hitlers Helfer, Hauptkriegsverbrecherprozess, Drittes Reich, Nazis, Gestapo, Histoclips

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