Edupool Marketplace

Der Nürnberger Prozess: Das Gefängnis

Cover: Der Nürnberger Prozess: Das Gefängnis

Humaner behandelt als die Angeklagten vom Volksgerichtshof und die Gefangenen der Gestapo wurden die Angeklagten in Nürnberg von Gefängnisdirektor Burton Andrus. Andrus, amerikanischer Oberst aus Missouri, war schon Gefängnisdirektor des Lagers im Grand Hôtel in Mondorf gewesen. In Nürnberg war er für die Sicherheit im Gerichtssaal und im Gefängnis verantwortlich. Während des Prozesses ist er häufig anwesend. Bekleidet mit einem leuchtend grünen Stahlhelm und einer Reitpeitsche fällt er auf. Göring verspottet ihn als "Feuerwehrhauptmann" und sogar der Ankläger Telford Taylor hält Andrus für eisern, arrogant und hochmütig. Doch Andrus ist es zu verdanken, dass der Psychologe Gilbert uneingeschränkten Zugang zu den Gerichtsverhandlungen und zu den Zellen der Angeklagten hatte. Deutsche Kriegsgefangene wurden mit Aufgaben als Arzt und Zahnarzt betraut und hatten regelmäßig Sprechstunden. Ein Kriegsgefangener, ein Schneider, sorgte für die wenigen Sachen der Angeklagten. In einer Kapelle aus zwei Zellen wurde jeden Sonntag Gottesdienst abgehalten. Auf Anordnung des Gefängnisdirektors Andrus erhielten alle Angeklagten die gleiche Kalorienmenge wie die deutsche Bevölkerung. Nur während der Mittagspause aßen die Angeklagten gemeinsam. Im Februar 1946 wurde veranlasst, dass jeweils vier in einem bestimmten Raum ihr Essen einzunehmen hätten. Wegen seiner Einflussnahme auf die anderen Angeklagten musste Göring bis Ende des Prozesses allein essen. Eine halbe Stunde täglich war für den Hofgang vorgesehen, der aber während des Prozesses meistens ausfiel. Unter strenger Bewachung mussten die Angeklagten einen Abstand von zehn Metern halten. Außerdem war es ihnen verboten, zu sprechen. Die Größe der Zelle betrug 2,5 mal 4 Meter. Göring hatte Bilder seiner Eltern und seiner Frau und Tochter Edda auf dem Tisch, sowie eine Bibel, zwei Zigarren und Briefe von Angehörigen, die regelmäßig schreiben durften. Emmy Göring wurde 1945 verhaftet und erst 1946 freigelassen. Stündlich wurden die Angeklagten angestrahlt, um Selbstmorde zu verhindern. Auf der Toilette allerdings konnten nur die Beine der Angeklagten gesehen werden. Robert Ley schaffte es noch vor Beginn des Prozesses, sich an einer solchen Toilette aufzuhängen. Während die Angeklagten im Gerichtssaal waren, wurden wöchentlich ihre wenigen Habseligkeiten und die Zellen durchsucht.

Anbieter
Chronos-Media GmbH
Jahr
2010
Dauer
3:00 min
Schlagworte
Nürnberg, Nürnberger Prozeß, Arthur Seyß-Inquart, Rudolf Heß, Franz von Papen, Robert Ley, Hjalmar Schacht, Wilhelm Keitel, Erich Raeder, Joachim von Ribbentrop, Ernst Kaltenbrunner, Alfred Jodl, Albert Speer, Karl Dönitz, Walther Funk, Hans Frank, Alfred Seidl, Alfred Rosenberg, Konstantin von Neurath, Fritz Sauckel, Julius Streicher, Nationalsozialismus, Kriegsverbrecher, Hauptkriegsverbrecher, Tribunal, Entnazifizierung, Nachkriegszeit, Kriegsende, NSDAP, NS-Zeit, Hitler, Hitlers Helfer, Hauptkriegsverbrecherprozess, Drittes Reich, Nazis, Histoclips

Sachgebiete

Für Vorschau, Merkliste und Kaufoptionen aktivieren Sie bitte JavaScript. Informationen zum Erwerb finden Sie in der Kaufanleitung.