Die Weber to go
Maschinen nahmen Menschen die Arbeitsplätze weg, das klingt nach heute, war aber schon Mitte des 19. Jahrhunderts der Fall, und zwar bei den schlesischen Webern. Da es damals weder Umschulung, Sozialpakete noch ein bedingungsloses Grundeinkommen gibt, versuchen die Betroffenen einfach gegen die maschinelle Konkurrenz anzuarbeiten, allerdings verhungern sie dabei schlichtweg. Die Weber entzünden sich mit Hilfe eines revolutionären Liedes quasi selbst und es kommt zu einem Aufstand. Die bisher brav buckelnde Unterschicht erstürmt das Anwesen des örtlichen kapitalistischen Ausbeuters Dreißiger und nimmt sich, was sie kriegen kann. Dann schaltet der Autor des Werkes in die Hütte des älteren, extrem armen, ja sogar einarmigen Hilse. Auf Grund seiner Frömmigkeit hat er sich natürlich nicht am Aufstand beteiligt und besteht darauf, sich an seinen Webstuhl zu setzen, wo er prompt zum Kollateralschaden wird, als das Militär die Ordnung wiederherstellt. Das ist von Seiten Hauptmanns vor allem eine Kritik an der opioiden Funktion der Religion angesichts von Ungerechtigkeit und Unterdrückung, aber hart ist es trotzdem. Überhaupt hat das Werk wenig Tröstliches, sondern ist in erster Linie hammerharte, naturalistische Sozialkritik, die der deutsche Kaiser dem Autor Zeit seines Lebens nicht verziehen hat.
- Anbieter
- Sommer, Michael
- Jahr
- 2016
- Dauer
- 10:35 min f
- Zielgruppe
- A(7-13)
- Schlagworte
- Buchzusammenfassung, Drama (Literatur), Parodie
Sachgebiete
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