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Sonne

Cover: Sonne

Wien, ein gewöhnlicher Nachmittag: Yesmin (Melina Benli), Nati (Maya Wopienka) und Bella (Law Wallner) tanzen in den Hijabs von Yesmins Mutter zu R.E.M.s „Losing My Religion“ und stellen das Handyvideo online. Der Clip geht viral, die drei werden in der kurdischen Community gefeiert und für Familienfeste gebucht. Doch während Bella und Nati ihre neue Rolle sichtlich genießen, gerät Yesmin, die einzige gläubige Muslimin des Trios, zunehmend in Erklärungsnot – vor ihrer Familie, vor den Freundinnen und vor einem Publikum, das ihren Glauben zur Projektionsfläche macht. Kurdwin Ayub erzählt diese Coming-of-Age-Geschichte mit nervöser Handkamera, eingestreuten Handyclips und Chatverläufen konsequent aus der Perspektive ihrer Figuren. So entsteht ein energiegeladenes, oft komisches Generationenporträt, das Fragen nach Identität, Zugehörigkeit und Selbstinszenierung aufwirft, ohne einfache Antworten zu liefern. Die 1990 im Irak geborene und in Wien aufgewachsene Regisseurin verarbeitet darin eigene Erfahrungen. Ihr von Ulrich Seidl produziertes Spielfilmdebüt feierte 2022 in der Berlinale-Sektion Encounters Premiere und gewann dort den GWFF-Preis für den besten Erstlingsfilm; bei der Viennale wurde es als bester österreichischer Film ausgezeichnet. "Der mit leichter Hand inszenierte Teenagerfilm belebt die Debatten, die unter dem Begriff Identitätspolitik geführt werden, mit Witz und Temperament, wobei Social-Media-Sphären und postmigrantische Lebensrealitäten ebenso einbezogen werden. - Sehenswert" (Lexikon des Internationalen Films)

Anbieter
Ulrich Seidl, Veronika Franz
Jahr
2022
Dauer
88 min
Schlagworte
Drama

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